Freitag, 16. Juli 2004

COP LAND (James Mangold, 1997)

Being right is not a bullet-proof vest.

Vor Jahren schon mal gesehen und damals für schwach befunden, verdiente sich Cop Land alleine aufgrund des beeindruckenden Casts eine zweite Chance. Und siehe da: der Film ist weitaus besser als ich ihn nach meiner ersten Sichtung in Erinnerung hatte. 

Die Schwächen sind dennoch nicht zu übersehen. So liefert die Story zwar interessante Ansätze, bleibt insgesamt aber zu oberflächlich. Von der Komplexität eines L. A. Confidential ist Cop Land meilenweit entfernt. Auch die handelnden Personen wissen nicht richtig zu fesseln. Hier gilt wie für die Story: alles wird nur angekratzt, bleibt oberflächlich und merkwürdig distanziert. Kaum ein Charakter ist in sich wirklich stimmig. 

Darstellerisch ragt vor allem Harvey Keitel heraus, der wie immer eine überzeugende Performance liefert, aber auch Robert Patrick verdient eine Erwähnung. Und damit sind wir schon beim großen Pluspunkt, den Cop Land neben der in Ansätzen interessanten Story für sich verbuchen kann: die Darstellerriege ist wahrlich beeindruckend und hebt den Film aus der Masse der Copthriller heraus. Trotzdem bleibt nach dem Abspann das dumpfe Gefühl, dass mit einem besseren Drehbuch mehr drin gewesen wäre.

Dienstag, 13. Juli 2004

MATCHSTICK MEN (Ridley Scott 2003)

I just want you to give me some pills and let me get on with my life.

Ein komischer Film von Ridley Scott, zu dessen Schaffen ich ein zwiespältiges Verhältnis habe. 

Die Story ist an sich nicht schlecht, die visuelle Umsetzung wie immer bei Scott beeindruckend. Das Hauptproblem ist die Besetzung der Hauptrolle mit Nicolas Cage, der eine schwache Vorstellung abliefert. Zu keiner Sekunde nehme ich ihm seine Rolle ab - was bei Cage zwar nichts Ungewöhnliches ist - aber so schlecht wie hier war er selten. In negativer Hinsicht bemerkenswert auch, wie blass sein Charakter über die gesamte Spieldauer bleibt. 

Einen gewissen Unterhaltungswert kann man Matchstick Men dennoch nicht absprechen, aber im Schaffen Ridley Scotts einer der schwächeren Vertreter.  

Dienstag, 6. Juli 2004

THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE (Marcus Nispel, 2003)

I smell bullshit.

Dürften inzwischen an die 20 Jahre her sein, seit ich das Original gesehen habe. Erinnerungen daran sind praktisch keine mehr vorhanden, gute Voraussetzungen also, um unvoreingenommen an das Remake heranzugehen. 

Dieses beginnt dann auch recht vielversprechend. Die Jungdarsteller nerven nicht übermäßig, die Atmosphäre ist stimmig und R. Lee Ermey kann als Sheriff Akzente setzen. Spätestens mit dem ersten Auftritt von Leatherface ist es jedoch vorbei mit der Herrlichkeit. Es kommt wie immer bei solchen Filmen: eine uninspirierte, nicht enden wollende Hatz durch die Kulissen, bei der weder das knapp bekleidete Opfer noch eine der wechselweise auftretenden weiteren Personen die in mir immer stärker aufkommende Müdigkeit vertreiben konnten. Hier wird nichts geboten, was es nicht schon hundertmal in ähnlicher Form (und weitaus besser) zu sehen gab. Ein Film der Kategorie "Remakes, die die Welt nicht braucht."