Montag, 26. April 2010

MOBY DICK (John Huston, 1956)

I don't give reasons. I give orders!

Hustons Verfilmung des Melville-Klassikers besticht vor allem durch die stilvolle Farbgebung und das erzählerische Geschick Hustons. Als Beispiel für Letzteres sei die Einführung der Figur des Kapitän Ahab genannt. Lange Zeit bleibt er der Crew und dem Zuschauer verborgen. Man hört nur seine polternden Schritte nachts auf dem Deck und sieht die verschlossene Tür seiner Kabine. Als er dann eines Tages unvermittelt auf Deck auftaucht, erkennt man das zunächst nur an den versteinerten Gesichtszügen der Matrosen, die wie gebannt in seine Richtung starren.

Die gute Inszenierung kann aber nur bedingt darüber hinwegtäuschen, dass Gregory Peck nicht gerade die Idealbesetzung für die Rolle ist. Er macht seine Sache zwar ganz ordentlich, restlos überzeugen kann er jedoch nicht. Insbesondere in den ersten Szenen, in denen er auftritt, lässt er den nötigen Ernst vermissen und stellenweise scheint es, als unterdrücke er mühsam ein Lächeln. Ein verbitterter, vom Hass zerfressener Mann sieht anders aus. Allerdings steigert er sich mit zunehmender Spieldauer - ich weiß nicht, ob Huston die Szenen in chronologischer Reihenfolge drehte - und zum Ende hin fällt diese Schwäche kaum noch ins Gewicht, zumal die Jagd nach dem Wal die einzelnen Figuren ohnehin in den Hintergrund treten lässt. Übrigens sehen diese Szenen auch im CGI-Zeitalter noch erstaunlich gut aus. Seinem Klassiker-Status wird der Film auch heute noch gerecht. 
 
Die DVD ist übrigens weitaus besser als ihr Ruf - was habe ich alles über die achso schlechte Bildqualität gelesen! - und bringt die ausgeblichenen Farben schön zur Geltung.

Freitag, 23. April 2010

NEVER LET GO (John Guillermin, 1960)

I said I told you never to lift anything within five miles of around here!

Der Kosmetikartikelverkäufer John Cummings ist vom Pech verfolgt. Nicht nur, dass das Geschäft schlecht läuft; zu allem Überfluss wird auch noch sein brandneuer Wagen gestohlen, während er im Büro sitzt. Dabei hat er jahrelang für das Vehikel gespart und muss noch ebenso lange monatliche Ratenzahlungen an die Bank leisten. Gegen Diebstahl war das gute Teil nicht versichert, weil er sich die Beiträge nicht leisten konnte. So ist er nun auf die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel angewiesen, die nicht nur grundsätzlich überfüllt, sondern auch noch unpünktlich sind. Infolgedessen kommt er zu vereinbarten Kundenterminen andauernd zu spät, was seine ohnehin schlechten Verkaufsergebnisse weiter drückt. Als er bei einem dieser Kundenbesuche die Nerven verliert, versetzt ihn der neue Juniorchef kurzerhand ins Lager verbunden mit der freundlichen Aufforderung, sich doch umgehend eine neue Stelle zu suchen. Die Ermittlungen der Polizei dauern ihm zu lange, und so entschließt er sich, den Warnungen seiner Frau zum Trotz die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Dabei gerät er einem Autoschieberring um den schmierigen Werkstattbetreiber Meadows in die Quere...

Wenn man zu einem Film keinen Eintrag im FTB-Register findet und außerdem selbst noch nie etwas von ihm gehört hat, deutet das darauf hin, dass es sich um einen selbst unter Filmfreunden wenig bekannten Streifen handelt. Dies ist erstaunlich im Hinblick darauf, dass Peter Sellers eine der Hauptrollen spielt und auch der Regisseur John Guillermin kein Unbekannter ist. Vor allem aber hat Never let go die sträfliche Missachtung, die ihm zuteil wird, überhaupt nicht verdient, denn es handelt sich um eine recht originelle, spannend erzählte Geschichte um einen Mann, der mit allen Mitteln seinen gestohlenen Wagen zurückhaben will, koste es, was es wolle. Weder die Prügel durch Meadows Schergen, noch die Mahnungen der Polizei, erst recht nicht die eindringlichen Bitten seiner Frau können ihn von seinem Vorhaben abbringen. Dabei versäumt es Guillermin nicht, noch einen Nebenplot um Meadows' Gespielin Jackie und deren Verhältnis zu dem Autodieb Tommy einzubauen, der dem Ganzen zusätzliche Würze verleiht.

Neben dem guten Skript können auch die Darsteller überzeugen, vor allem Peter Sellers in einer ungewohnt bösen Rolle, die ihm ausgezeichnet zu Gesicht steht, und Richard Todd, der den bemitleidenswerten Cummings als etwas trotteligen, aber liebenswerten Versager zeichnet. Als Bonus gibt's noch Carol White als attraktiven Blickfang dazu. Das Ende hätte für meinen Geschmack ruhig etwas düsterer ausfallen können, andererseits war mir sofort klar, dass Cummings' Frau ihre Drohung, wenn er jetzt ginge, sei sie bei seiner Rückkehr nicht mehr da, nicht in die Tat umsetzen würde. So sind sie nun mal, die Frauen; konsequentes Handeln ist ihr Ding nicht...

Samstag, 10. April 2010

HEARTBREAK RIDGE (Clint Eastwood, 1986)

Let's drink a toast to J.J. and all of the pieces of him we couldn't find!

Was für ein Spaß! Ich muss gestehen, dass ich zuvor von dem Film noch nie etwas gehört hatte. Die DVD habe ich im Rahmen meiner die-alten-Eastwoods-sind-bei-play-so-schön-billig-Aktion bestellt, mich vor der Sichtung aber eine Weile gedrückt, weil ich aufgrund des Titels dachte, es handele sich um eine Romanze. Umso überraschter war ich dann, als sich Heartbreak Ridge bereits nach wenigen Minuten als lupenreine Militär-Satire entpuppte. 

Die Charaktere sind herrlich überzeichnet - alleine wie Eastwood zu Beginn mit stolz geschwellter Brust seine zahlreichen Orden und Auszeichnungen durch die Gegend trägt und praktisch den ganzen Film über mit tiefer gestellter Stimme spricht, gibt seine Figur der Lächerlichkeit preis - jedes denkbare Klischee wird bedient und die kernigen One-Liner werden einem mit einer Geschwindigkeit um die Ohren gehauen, dass man mit dem Schmunzeln kaum hinterher kommt. Den Vogel schießt er dann in der Szene auf Grenada ab, wenn die eingeschlossenen Soldaten mangels funktionstüchtigen Funkgeräts einen Luftangriff über die Telefonvermittlung anfordern und das Gespräch auch noch mit der Kreditkarte bezahlen müssen. Köstlich! 

Ein toller Film, der mich zwei Stunden lang vorzüglich unterhalten hat. Nicht unerwähnt bleiben sollen die hervorragende Bild- und Tonqualität der englischen DVD, die einen schnell vergessen lässt, dass der Film fast 25 Jahre auf dem Buckel hat.  

STAR WARS: EPISODE III - REVENGE OF THE SITH (George Lucas, 2005)

Rise!

Wie seine beiden Vorgänger ein Film mit vielen Schwächen. Der darstellerischen Defizite Christensens zum Trotz gelingt es Lucas, Anakins Wandlung zu Darth Vader einigermaßen plausibel darzustellen. Der finale Kampf mit Kenobi ist natürlich völliger Schwachsinn, aber Schwamm drüber! 

Atmosphärisch ist Episode III durchaus ansprechend, schön düster und dem Anlass angemessen. Wie schon die beiden Vorgänger mag ich den Film trotz all seiner Schwächen. Hundertprozentig überzeugen kann mich keiner der drei Filme, unterhaltsam sind sie alle. Lucas größter Fehler ist ganz klar die Besetzung des uncharismatischen Hayden Christensen als Anakin Skywalker. Hätte ich bei der ersten Sichtung der "alten" Filme geahnt, dass Darth Vader ein solcher Waschlappen ist, hätten mich diese Film bestimmt nicht über Jahrzehnte hinweg in ihren Bann gezogen... 

Donnerstag, 1. April 2010

STAR WARS: EPISODE I - THE PHANTOM MENACE (George Lucas, 1999)

There's always a bigger fish.

Da meine Tochter und ihr Spielkamerad den Wunsch geäußert hatten, den Film zu sehen, nutzte ich die Gelegenheit, meine Erinnerung aufzufrischen. 

Wahrscheinlich bin ich der einzige erwachsene Mensch außerhalb der Filmcrew, der Lucas nachträglich gedrehten Beginn der Star-Wars-Saga mag. Dies hat sich auch nach dieser Sichtung nicht geändert. Abgesehen vom Nervfaktor Jar Jar Binks, der aber glücklicherweise nur wenig Screentime hat, fühlte ich mich von dem bunten Treiben wieder mal bestens unterhalten. Höhepunkte sind das rasant inszenierte Pod-Race (auch akkutstisch ein absolutes Hightlight) und der finale Kampf zwischen Darth Maul und Qui-Gon.