Dienstag, 3. März 2026

THE FAVOURITE (Yorgos Lanthimos, 2018)

I like it when she puts her tongue inside me.

The Favourite markiert die erste Zusammenarbeit des griechischen Regisseurs mit seiner Muse Emma Stone, und seither ist die Frau aus Arizona fester Bestandteil des Lanthimos-Ensembles. Die Geschichte ist den realen Erlebnissen der englischen Königin Anne Stuart nachempfunden, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts für einige Jahre an der Spitze des britischen Empire stand. Auch wenn es sich der Geschichtsschreibung nach zu urteilen wohl tatsächlich um eine physisch und psychisch sehr labile Persönlichkeit handelte, zeichnet Lanthimos ein stark überspitztes Porträt der Monarchin.

Das Setting sagte mir nicht sonderlich zu. Dennoch ist der Film in seiner schrägen Art durchaus witzig und amüsant. Die höfischen Intrigen wirken wie ein bewusst überdrehtes Kammerspiel, das sich weniger für historische Genauigkeit interessiert als für die Dynamik zwischen den drei Frauen, die alle auf ihre Weise um Nähe, Macht und Aufmerksamkeit ringen. Getragen wird das Ganze von den hervorragenden Darstellerinnen. Neben Emma Stone kann vor allem Olivia Colman überzeugen, die für die Rolle der Queen Anne zu Recht einen Oscar erhalten hat. Rachel Weisz komplettiert das Trio und sorgt dafür, dass die Machtspiele nie ins rein Groteske abrutschen, sondern immer eine menschliche Note behalten.

Trotz meiner Distanz zum barocken Ambiente bleibt The Favourite ein Film, der durch seine Mischung aus Boshaftigkeit, Melancholie und trockenem Humor nachhallt. Nicht zuletzt deshalb, weil Lanthimos die historische Vorlage nicht ehrfürchtig behandelt, sondern sie mit sichtbarem Vergnügen in seinem Sinne verbiegt.