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Meine Vorfreude auf die Rückkehr nach Mittelerde war so groß, dass ich
ganz entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten nicht nur ein örtliches Kino
aufsuchte, sondern den Film sogar in Ermangelung einer Vorführung im
O-Ton tapfer in der deutschen Synchronfassung schaute, wobei diese mir
zumindest halbwegs gelungen erschien.
Der Einstieg in die Geschichte ist etwas langatmig geraten und mit doch eher kindlichem Humor garniert, doch war das ja bei Fellowship of the Ring
ähnlich. Sind die Reisenden erstmal unterwegs, lässt man sich als
Zuschauer schnell von dem Geschehen auf der Leinwand derart
vereinnahmen, dass man alles um sich herum vergisst. Selbst die
Nachos-fressenden, schmatzenden Sitznachbarn nimmt man nicht mehr wahr.
Vieles kommt einem vertraut vor, beispielsweise die Verfolgungsjagd in
felsiger Steppe mit berittenen Orcs. Gab's in ähnlicher Form schon bei The two Towers.
Zahlreiche Figuren aus der ersten Trilogie sind wieder mit von der
Partie und werden auch allesamt von den selben Darstellern verkörpert.
Ist also praktisch wie ein Familientreffen, bei dem man die
Verwandtschaft alle Jubeljahre mal sieht.
Die technische Weiterentwicklung ist natürlich nicht zu übersehen. Alles
sieht jetzt besser und echter aus als vor 10 Jahren. Besonders deutlich
wird das bei der Figur des Gollum. Ansonsten gibt es viel Altbewährtes:
tolle Landschaftsaufnahmen, rasante Kameraschwenks, durch und durch
sympathische Charaktere, die einem schnell ans Herz wachsen, viele
Kämpfe, phantasievolle Kreaturen - ein Extra-Lob für den einarmigen
Anführer der Orcs! - kindgerechte Witzchen, einen bombastischen Score
und eine zum Greifen dichte Atmosphäre, angesichts derer man schnell
vergisst, dass man nicht in Mittelerde weilt, sondern bloß in einem
Kinosessel hockt. Nur so richtig episch will es bei den Schlachten noch
nicht werden. Abgesehen vom Prolog, der die Vertreibung der Zwerge aus
Erebor zeigt, sind das auch handlungsbedingt eher kleine Scharmützel,
aber ich schätze, dass sich Jackson das für die kommenden Teile
aufgehoben hat.
The Hobbit macht da weiter, wo Lord of the Rings
aufgehört hat. Ein bildgewaltiges Abenteuer, das das Kind im Manne
hervorbringt. Blöd nur, dass man auf die Fortsetzung ein Jahr lang
warten muss. Ich hätte gestern noch stundenlang weitergucken können.