Montag, 20. Februar 2012

U TURN (Oliver Stone, 1997)

Is everyone in this town on drugs?

Oliver Stone lieferte mit U Turn einen bewusst unpolitischen, rein der Unterhaltung dienenden Film ab – eine echte Rarität im Schaffen des Vietnam-Veteranen. Dass er auch das beherrscht, bezeugt dieser fiese kleine Thriller, der zu meinen liebsten Stone-Filmen zählt, auch wenn die Kritik ihm nicht allzu wohlgesonnen war. 

Die überbelichteten, grobkörnigen Bilder lassen den Zuschauer die sengende Hitze im Wüstenstädtchen Superior förmlich spüren und die bereits bei Natural Born Killers verwandten Stilmittel wie Jump-Cuts, wilde Kameraschwenks oder sprunghafte Wechsel der Perspektive verleihen dem Film eine fiebrig-surreale Atmosphäre, die an einen schlechten Drogen-Trip erinnert. Und wie in einem solchen muss sich der arme Bobby auch fühlen, auch wenn sich das Mitleid mit ihm in Grenzen hält angesichts der Trotteligkeit, mit der er von einer Kalamität in die nächste stürzt. (Wobei Jennifer Lopez einem ja durchaus die Sinne vernebeln kann.) 

Neben der schwülen Atmosphäre sind es vor allem die herrlich skurrilen Charaktere, die U Turn seine Würze verleihen. Ein Lob verdient auch das Skript von John Ridley, das durch ständige Wendungen keine Langeweile aufkommen lässt.

Dienstag, 7. Februar 2012

SHUTTER ISLAND (Martin Scorsese, 2010)

Which would be worse: to live as a monster or to die as a good man?

Passend zum Kinostart des neuen Scorsese-Films Hugo habe ich nun endlich den Vorgänger gesehen. Und was soll ich sagen? Scorseses filmische Umsetzung des Lehane-Romans hat mich schlichtweg weggeblasen. 

Die Story gewinnt sicherlich keinen Preis für Originalität und ist in sich nicht immer schlüssig, aber die großartige Inszenierung erstickt jeden aufkommenden Zweifel im Keim. In Sachen Bildregie griff Scorsese wieder einmal auf Robert Richardson zurück, mit dem er u. a. schon bei Casino, Bringing out the Dead oder The Aviator zusammengearbeitet hatte. Zielgenau unterstützt werden die überwältigenden Bilder durch den grandiosen Score von Robbie Robertson, der akzentuiert und pointiert das Geschehen untermalt. 

DiCaprio wird nicht mehr mein Lieblingsschauspieler, aber ich komme nicht umhin, ihm hier eine tadellose Leistung zu bescheinigen. Ben Kingsley und Max von Sydow sind natürlich immer eine Bank.

Nach langer Zeit endlich mal wieder ein Horror-Thriller, der mich in allen Belangen überzeugen konnte.