Freitag, 17. Juli 2026

HUSH...HUSH, SWEET CHARLOTTE (Robert Aldrich, 1964)

You're my favorite living mystery.

Hush...hush, Sweet Charlotte, der in Deutschland unter dem unsagbar dämlichen Titel Wiegenlied für eine Leiche erschienen ist, ist ein Psycho-Thriller, der mich stilistisch an What ever happened to Baby Jane? erinnerte. Dies liegt nicht zuletzt natürlich an Bette Davis, die hier eine ähnlich angelegte, emotional zerrissene Rolle spielt wie zwei Jahre zuvor. Jener verfügt allerdings über die deutlich interessantere Story. Bei Hush...hush schlägt das Drehbuch doch einige Kapriolen. Die Handlung ist nicht immer schlüssig und wirkt stellenweise arg konstruiert. Das fällt jedoch nicht gravierend ins Gewicht, denn der Film lebt ohnehin von seinen tollen Darstellern. 

Neben einer grandios aufspielenden Bette Davis, die hier als keifende, zurückgezogen lebende Außenseiterin auftritt, die - zumindest in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit - dem Wahnsinn verfallen ist, geben sich gleich mehrere Hollywood-Größen ein Stelldichein: Joseph Cotten (in seiner Rolle ständig betrunken), Olivia de Havilland, Agnes Moorehead (Oscar-nominiert für die Rolle) und Mary Astor mit einem kurzen, aber markanten Auftritt. Bei soviel schauspielerischer Kompetenz hatte Aldrich leichtes Spiel, ein fesselndes, stellenweise kammerspielartiges Psychodrama zu inszenieren.

Herausragend ist auch die Kamerarbeit von  Joseph F. Biroc, die das Geschehen in stimmungsvolle Schwarzweiß-Bilder kleidet und virtuos mit Licht und Schatten spielt. Gerade die kontrastreichen Innenaufnahmen verleihen dem Film eine beklemmende Atmosphäre, die ihn deutlich über den Durchschnitt vieler Thriller seiner Zeit hebt.

Unter dem Strich ein ebenso kurzweiliges wie spannendes Vergnügen, das vor allem durch seine Darsteller und die visuelle Gestaltung überzeugt. 

Montag, 13. Juli 2026

SE7EN (David Fincher, 1995)

Become vengeance, David!

Es gibt kaum einen Film, den ich häufiger gesehen habe als David Finchers Se7en. Bis heute ist es sogar der einzige Film, den ich zweimal im Kino gesehen habe. Und doch ist jede erneute Sichtung wieder ein intensives Erlebnis. Vom ersten Bild des Vorspanns an zieht mich der Film in seinen Bann, um mich bis zum Abspann nicht mehr loszulassen.

Es gibt viele Filme über Serienmörder und ritualisierte Morde, doch kaum einer erreicht auch nur annähernd die Klasse von Se7en – allenfalls Jonathan Demmes The Silence of the Lambs kann mit leichten Abstrichen noch mithalten. Mit diesem Film setzte Fincher die Messlatte für das Genre auf eine Höhe, die bis heute nahezu unerreichbar erscheint. Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass ein zukünftiger Genrevertreter diesen Maßstab jemals übertreffen könnte.

Die unheilvolle Atmosphäre, die düsteren Bilder und das Setting in einer namenlosen amerikanischen Großstadt, in der es scheinbar unaufhörlich regnet, erschaffen eine Welt voller Hoffnungslosigkeit und moralischem Verfall. Die fast vollständige Abwesenheit von Sonnenlicht - die Schlusssequenz bildet die einzige Ausnahme - verstärkt dieses bedrückende Gefühl zusätzlich. Dazu kommen erstklassige Darsteller, allen voran Morgan Freeman und Brad Pitt, ergänzt durch Kevin Spacey in einer der besten Rollen seiner Karriere, sowie eine außergewöhnlich intelligente Story, die in einem der schockierendsten und bösartigsten Finale der Filmgeschichte gipfelt.

Finchers messerscharfe, präzise Inszenierung wird kongenial von Howard Shores eindringlichem Score untermalt. Jede Einstellung, jeder Dialog und jedes Detail wirken durchdacht und zielgerichtet. Se7en ist ein Film, der sich tief ins Gedächtnis einbrennt und einen noch Tage später beschäftigt: meisterhaft, beklemmend und nahezu unerträglich spannend. Und wenn der Zuschauer am Ende bereits wehrlos am Boden liegt, versetzt ihm das Finale den letzten, vernichtenden Schlag. Ein Film, der nicht nur erschüttert, sondern noch lange nach dem Abspann nachhallt. 

Für mich ist Se7en schlichtweg der beste Thriller überhaupt - und zusammen mit Fight Club Finchers beste Arbeit.

Sonntag, 12. Juli 2026

THE LORD OF THE RINGS: THE RETURN OF THE KING (Peter Jackson, 2003)

It's gone.

Der Abschluss der Trilogie präsentiert sich wieder stimmiger und geschlossener als sein unmittelbarer Vorgänger. The Return of the King führt sämtliche Handlungsstränge strukturiert zusammen und erreicht damit eine erzählerische Geschlossenheit, die näher an die Qualität des ersten Teils heranreicht.

Höhepunkt des Films ist zweifellos die epische Schlacht um Minas Tirith. Jackson bietet hier eine beeindruckende Vielfalt an Gegnern und visuellen Ideen auf: von den riesigen elefantenähnlichen Dickhäutern über die Belagerungstürme bis hin zur mächtigen Ramme Grond. Dabei verliert er trotz der enormen Größe der Schlacht nie den Blick für die individuellen Schicksale, die sich inmitten des Getümmels abspielen.

Wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann ist es der Schluss, der sich spürbar in die Länge zieht. Nach Aragorns Krönung zum König von Gondor folgt eine Reihe weiterer Epilog‑Momente, die sich über fast eine halbe Stunde erstrecken. Zwar verleihen diese Szenen der Geschichte eine emotionale Vollendung, doch wirken sie in ihrer Ausführlichkeit etwas überladen. Für mich war das des Guten ein wenig zu viel, auch wenn die Intention dahinter nachvollziehbar bleibt.

Trotz dieser kleinen Schwäche gelingt Jackson ein überwältigender Abschluss, der die Stärken der gesamten Trilogie bündelt. The Return of the King ist visuell imposant, emotional kraftvoll und dramaturgisch weitgehend klar strukturiert. Er erreicht vielleicht nicht ganz die perfekte Balance und atmosphärische Magie von The Fellowship of the Ring, setzt aber in jeder Hinsicht einen würdevollen und bewegenden Schlusspunkt.

Mit seiner Lord of the Rings-Trilogie hat Peter Jackson es geschafft, Tolkiens Mittelerde mitsamt seinen Bewohnern zum Leben zu erwecken und sich damit zugleich ein filmisches Denkmal zu setzen. Seine Adaption bleibt ein Meilenstein des Fantasykinos, dessen Wirkung weit über die Grenzen des Genres hinausreicht.

Samstag, 11. Juli 2026

THE LORD OF THE RINGS: THE TWO TOWERS (Peter Jackson, 2002)

War will make corpses of us all.

Auch wenn der zweite Teil keine Fortsetzung im üblichen Sinne ist, sondern sich quasi nahtlos an den ersten Teil anschließt, wirkt er insgesamt weniger makellos als sein Vorgänger. Das beginnt bereits beim Score: Howard Shores Musik ist weiterhin kraftvoll und thematisch reich, erreicht jedoch nicht mehr die emotionale Wucht und die präzise motivische Verzahnung, die The Fellowship of the Ring so außergewöhnlich geprägt hat.

Trotz des deutlich höheren Actionanteils schleichen sich kleine erzählerische Längen ein. Besonders die Passagen im Fangorn-Wald geraten mitunter etwas zäh, was weniger an der Atmosphäre liegt als an der gemächlichen Inszenierung der Entszenen. Auch der Subplot rund um die Gefangennahme von Merry und Pippin verliert zwischendurch an Spannung, bevor er später - im Kontext der Entscheidung der Ents - wieder an dramaturgischer Bedeutung gewinnt.

Einer der schönsten Momente ist jener, in dem die Elben in einem Fackelzug nach Helm's Deep einziehen, um den dorthin geflüchteten Menschen aus Rohan zu Hilfe kommen. Hier passt auch die Musik wie die Faust aufs Auge und verleiht der Szene eine feierliche Erhabenheit.

The Two Towers ist zweifellos ein sehr guter Film: visuell überwältigend, erzählerisch ambitioniert und reich an ikonischen Bildern. Dennoch fällt er im direkten Vergleich zu The Fellowship of the Ring etwas ab. Ihm fehlt jene perfekte Balance aus Atmosphäre, Figurenzeichnung und dramaturgischer Klarheit, die den ersten Teil so außergewöhnlich macht. Als Mittelstück einer Trilogie erfüllt er seine Aufgabe hervorragend, doch die Magie des Auftaktfilms erreicht er nicht vollständig.

Freitag, 10. Juli 2026

THE CREATOR (Gareth Edwards, 2023)

Like it or not, Joshua: You are part of us now.

Bei Edwards bisherigen Arbeiten ist eine klare Fokussierung auf Science-Fiction-Themen erkennbar. The Creator ist ein wilder Genre-Mischmasch und zählt zweifellos Blade Runner zu seinem Haupteinfluss. Aber auch Neill Blomkamps Districht 9 und natürlich James Camerons The Terminator lassen grüßen. Den Bezug zu Apocalypse Now, von dem in einigen Kritiken die Rede war, halte ich für zu weit hergeholt. 

Die Androiden werden hier Simulanten genannt und sind im Gegensatz zu Replikanten leicht an ihrer Kopföffnung zu erkennen. Praktischerweise verfügen sie auch über einen Schalter, mit dem man sie auf Standby setzen kann. Wie auch bei Scotts Meisterwerk stehen hier Fragen im Fokus, inwieweit Maschinen Gefühle und Empathie entwickeln können und was sie von Menschen unterscheidet. 

Als erfrischend habe ich es empfunden, einmal einen Film zu sehen, in dem die USA das ultimative Böse verkörpern, auch wenn es natürlich an den Haaren herbeigezogen ist, dass ausgerechnet die USA als führende Nation in der AI-Entwicklung die Nutzung derselben aufgrund einer Fehlfunktion verbieten sollten. Und wenn wir schon bei Ungereimtheiten sind: die Vorstellung,  dass AI ausschließlich friedlich existieren möchte, ohne eigene Machtansprüche, könnte realitätsfremder kaum sein. Diesbezüglich ist The Terminator weitaus näher an der Realität. Doch sei's drum: übelnehmen mag man dies dem Film nicht. Zumindest ich konnte darüber großzügig hinwegsehen. 

Inszenatorisch lässt Edwards nichts anbrennen. Das Tempo bleibt hoch, die Effekte wirken nie wie Selbstzweck, und der Score von Hans Zimmer legt sich wie ein pulsierender Teppich unter die Bilder. Das Drehbuch verschenkt an manchen Stellen Potenzial, doch die Vision, die der Film entwirft, ist stark genug, um den Zuschauer darüber hinwegsehen zu lassen. Eine Zukunft, in der Androiden den Garten pflegen, Kinder erziehen und sich nahtlos in den Alltag einfügen - eine Zukunft, die zugleich verlockend und beunruhigend wirkt. 

The Creator bietet Einblicke in eine Welt, die sich irgendwo zwischen Traum und Warnung bewegt, deren Faszination man sich jedoch nur schwer entziehen kann.

THE LORD OF THE RINGS: THE FELLOWSHIP OF THE RING (Peter Jackson, 2001)

One ring to rule them all.

Die letzte Sichtung liegt gut zwanzig Jahre zurück, damals noch auf DVD und meiner alten Dolby‑Digital‑5.1‑Anlage. Seitdem hat sich nicht nur die Heimkino‑Technik weiterentwickelt, sondern auch mein Blick auf Filme. Höchste Zeit also für eine Auffrischung, diesmal in zeitgemäßer Bild‑ und Tonqualität. Schon beim Start spürte ich eine Mischung aus Nostalgie und Vorfreude, als würde ich ein lange verschlossenes Kapitel meiner eigenen Filmgeschichte wieder aufschlagen.

Andrew Lesnies atemberaubende Bilder und Howard Shores hypnotischer Score bilden die perfekte Symbiose, eine audiovisuelle Einheit, die Jackson mit beeindruckender Souveränität orchestriert. Bei der Wahl der Darsteller bewies der Neuseeländer ein glückliches Händchen, indem er überwiegend auf damals noch wenig bekannte Schauspieler setzte, die ihre Rollen sehr authentisch füllten. Viele von ihnen wurden durch diese Trilogie über Nacht zu Weltstars - ein Risiko, das sich rückblickend als genialer Schachzug erwies. Herausragend auch die mit viel Aufwand und sehr detailliert gestalteten Sets, die die Illusion von Mittelerde perfekt machen. Man spürt in jeder Szene die Liebe zum Handwerk, die Hingabe der Designer, die unzähligen Stunden, die in Miniaturen, Requisiten und Landschaftsaufnahmen stecken.

 Im Hinblick auf die Effekte ist Fellowship of the Ring gut gealtert und kann sich auch heute noch sehen lassen, selbst wenn 4K‑Auflösung und große Displays gelegentlich die digitale Herkunft einzelner Shots entlarven.

Der erste Teil der Trilogie begeistert mit einem Sammelsurium faszinierender Charaktere, fremdartigen Wesen und einer mystischen Atmosphäre, die den Geist der literarischen Vorlage gekonnt einfängt. The Fellowship of the Ring ist schlicht und ergreifend ein perfekter Film - ein Werk, das seine Magie auch nach Jahrzehnten nicht verloren hat und von der ersten bis zur letzten Einstellung ungebrochene Kraft entfaltet. 

Donnerstag, 9. Juli 2026

GLADIATOR II (Ridley Scott, 2024)

Strength and honor!

Eine Fortsetzung von Gladiator hätte ich nicht unbedingt gebraucht, aber wenn sie schon mal in der Welt ist, kann man sie auch schauen. Dabei war mir von vorneherein klar, dass sie nicht mit dem Original würde mithalten können, das zweifelsohne zu den stärksten Arbeiten des britischen Starregisseurs zählt und bis heute einen festen Platz im modernen Historienkino hat.

Eine der größten Schwächen ist das Drehbuch. Gladiator II fehlt es in erster Linie an emotionaler Tiefe und einer interessanten Story. Die Handlungselemente wirken zum Teil beliebig aneinandergereiht. Wie schon beim Vorgänger schert Scott sich nicht um historische Genauigkeit und mischt reale Personen und Ereignisse wild durcheinander. Und englischsprachige Gravuren im alten Rom sind für ihn auch kein Problem, wobei die Tatsache, dass die handelnden Personen alle englisch sprechen natürlich genauso falsch ist und diesen Fauxpas ein Stück weit relativiert. Im Übrigen soll Gladiator II der Unterhaltung dienen und versteht sich nicht als Geschichtsstunde.

Auch die Darsteller können nur bedingt überzeugen. Paul Mescal in der Hauptrolle wirkt bieder, bestenfalls solide. Er bringt zwar physische Präsenz mit, doch seine Figur bleibt über weite Strecken vergleichsweise blass. Der eigentliche Star ist Denzel Washington, der mehr Charisma hat als der restliche Cast zusammen. Die von "Schönheitsoperationen" entstellte Connie Nielsen wirkt befremdlich und die beiden kaiserlichen Brüder gerieren sich wie verhaltensgestörte Kinder. Auffällig ist auch, dass sämtliche Charaktere, die Böses im Schilde führen, über eine deutlich wahrnehmbare feminine Seite verfügen. Dies schließt selbst Denzel Washington ein. Ob Scott ihnen damit eine homosexuelle Komponente verleihen wollte oder ob das eher dem Zufall geschuldet ist, sei dahingestellt. 

Auf der Habenseite stehen die gut choreographierten Kampfszenen und der recht deftige Gewaltgrad, der den Schlachten die nötige Härte verleiht. Außerdem hatten die Macher ein paar witzige Ideen wie Haie im überfluteten Colosseum oder das berittene Nashorn, auch wenn das nüchtern betrachtet völliger Blödsinn ist. Trotzdem steigern sie den Unterhaltungswert der Arena‑Sequenzen erheblich und sorgen für einige erinnerungswürdige Momente. Wie schon beim Vorgänger wurde ein immenser Aufwand betrieben, um das historische Rom wiederauferstehen zu lassen, und das zahlt sich aus. Die Atmosphäre ist rundum stimmig und das gelungene Sounddesign ermöglicht es dem Zuschauer, in diese Welt einzutauchen. Auch die Kameraarbeit überzeugt mit dynamischen Bewegungen und eindrucksvollen Totalen.

Alles in allem überwiegen die positiven Aspekte. Epische Bilder, spannende Kämpfe, liebevoll gestaltete Sets und eine dichte Atmosphäre. Wer bereit ist, die dramaturgischen Schwächen zu akzeptieren, bekommt ein visuell beeindruckendes Spektakel, das nie langweilt. Unterhaltsames Popcorn-Kino, und mehr will Gladiator II auch gar nicht sein.

Dienstag, 7. Juli 2026

CRAWL (Alexandre Aja, 2019)

Apex predator all day!

Crawl verliert keine Zeit mit einer ausufernden Einführung. Die junge Haley wird knapp als Hochleistungsschwimmerin etabliert, das angespannte Verhältnis zu ihrem Vater - zugleich ihr ehemaliger Trainer - angerissen und dessen Verschwinden erwähnt. Kurz darauf steckt man bereits mitten im immer stärker werdenden Hurrikan, der den Südosten der USA heimsucht. Auf der Suche nach ihrem Vater erreicht Haley das ehemalige Familienhaus inmitten des Evakuierungsgebiets. Im Keller trifft sie nicht nur auf ihren schwer verletzten Vater, sondern auch auf zwei Alligatoren, die dort inzwischen ihr Revier beanspruchen.

Crawl ist ein Film ganz nach meinem Geschmack. Produziert von Sam Raimi und inszeniert von dem Franzosen Alexandre Aja, entfaltet sich nach der knappen Exposition ein gnadenloser Überlebenskampf. Haley und ihr Vater müssen sich nicht nur gegen die gefräßigen Tiere behaupten, sondern auch gegen die Zeit, denn der Keller füllt sich unaufhaltsam mit Wasser. Aja erzählt das alles sehr kompakt, ohne überflüssige Abschweifungen, vollkommen humorfrei und konzentriert auf das Wesentliche. Die Effekte sind durchweg solide: Die Alligatoren wirken sehr realistisch, während man den Flutwellen ihre digitale Herkunft gelegentlich ansieht.

Besonders hervorzuheben ist das überragende Sounddesign. Der druckvolle 7.1‑Mix liefert eine ganze Reihe präziser Schockmomente aus allen Richtungen, und die wuchtigen Bässe setzen die Auftritte der Alligatoren dynamisch in Szene. Da ein Großteil der Handlung im sich langsam füllenden Keller spielt, entsteht eine klaustrophobische Atmosphäre, die die Spannung zusätzlich verdichtet. Das Ergebnis ist ein atemloses, knapp 90‑minütiges Survival‑Szenario, das kaum Verschnaufpausen zulässt.

Beanstanden lässt sich höchstens die übertriebene Widerstandskraft der Protagonisten. Selbst schwerste Bissverletzungen werden mit einem schnellen Druckverband abgetan, und weiter geht’s. Realistisch ist das nicht, aber dem Vergnügen tut es keinen Abbruch. Crawl ist ein äußerst kurzweiliger, hochgradig spannender Schocker, der die Zeit wie im Flug vergehen lässt. Sehr schön.  

TOP GUN: MAVERICK (Joseph Kosinski, 2022)

Your kind is headed for extinction.

Ich habe Top Gun mangels Interesse nie gesehen. Aufgrund der durchweg positiven Kritiken landete der Nachfolger dann aber doch in meinem Player.

Die Fortsetzung des 1986er Hits wartet mit einer formelhaften Dramaturgie und schablonenhaften Figuren auf, in der die bekannten klassischen Versatzstücke routiniert abgearbeitet werden. Das macht die Handlung in weiten Teilen vorhersehbar und erzählerisch wenig originell. Geht man jedoch mit entsprechend angepassten Erwartungen an die Sichtung, kann der Film durchaus überzeugen. Die straffe Inszenierung sorgt für Tempo, und vor allem die überragend umgesetzten Flugsequenzen entfalten eine beeindruckende Wucht - nicht zuletzt auch deshalb, weil sie mit echten Maschinen gedreht wurden. Der CGI‑Einsatz beschränkt sich auf Flares, Raketen und ähnliche Effekte.

Stellenweise hat der Film in seiner Darstellung der Air Force etwas von einem Werbefilm für das US-Militär: Hochglanz‑Bilder, heroische Sprüche und ein insgesamt sehr positives Bild der Streitmacht. Gleichzeitig vermeidet es Kosinski sorgfältig, konkrete Nationen zu nennen oder irgendeinem Land auf den Schlips zu treten - ein bewusst neutral gehaltener geopolitischer Rahmen, der mögliche Kontroversen elegant umschifft.

Tom Cruise liefert eine solide Performance ab, Jennifer Connelly sieht gut aus und kann mit ihrer äußerst charmanten Art überzeugen und der damals schon todkranke Val Kilmer liefert einen kurzen, aber bewegenden Gastauftritt. 

Unterm Strich ist Top Gun: Maverick eine recht unterhaltsame und leidlich spannende Angelegenheit, die erzählerisch konventionell bleibt, aber handwerklich auf hohem Niveau abliefert.

Montag, 6. Juli 2026

Sammeleintrag 1. Halbjahr 2026

Nachstehend in Kurzform einige Worte zu weiteren Filmsichtungen im ersten Halbjahr 2026. In den meisten Fällen handelt es sich um Zweitsichtungen.

UNDER THE SKIN (Jonathan Glazer, 2013)

Der verhalten positive Eindruck der Erstsichtung konnte sich nicht bestätigen. Die langatmige Erzählweise ging mir irgendwann auf die Nerven. 

WINTER'S BONE (Debra Granik, 2010) 

Netter Thriller in ungewohntem Setting mit einer starken Hauptdarstellerin. 

LOST RIVER (Ryan Gosling, 2014)

Ein rätselhafter Film mit teils schönen Bildern. Hat was. 

THE VVITCH (Robert Eggers, 2015)

Der äußerst positive Eindruck der Erstsichtung wurde bestätigt. Sehr guter Horrorfilm in tollem Setting mit wahnsinnig dichter Atmospähre und tollen Darstellern. 

BONJOUR TRISTESSE (Otto Preminger, 1958)

Die Idee, die triste Gegenwart in Schwarzweiß-Bildern und die unbeschwerte Vergangenheit in ausdrucksstarken Farbbildern zu zeigen, fand mein Wohlgefallen. Auch die Landschaftsaufnahmen der Côte d’Azur sind toll. Darstellerisch eher mau - vor allem Mylène Demongeot nervt - und letztlich ziemlich langweilig. Konnte mich nicht recht überzeugen. 

Samstag, 4. Juli 2026

TENET (Christopher Nolan, 2020)

What's happened, happened.

Christopher Nolans elfter Spielfilm beginnt wie ein James‑Bond‑Ableger: elegante Schauplätze, auf der Welt verteilt, eine internationale Krise, ein Protagonist mit Geheimauftrag. Doch natürlich wäre es zu einfach, Tenet auf diese Ebene zu reduzieren. Nolan schlägt sehr schnell den Haken in jene Richtung, die sein Werk seit Jahren prägt: komplexe Konzepte, verschachtelte Zeitstrukturen und eine Erzählweise, die den Zuschauer eher herausfordert als an die Hand nimmt.

Die Invertierung von Objekten ließ sich für mich noch halbwegs nachvollziehen. Sobald jedoch Menschen invertiert agieren, verschiebt sich die Komplexität in Regionen, in denen ich mich intellektuell überfordert fühlte. Das Grundprinzip war klar, doch beim Verständis, was das nun konkret in der jeweiligen Szene bedeutet, wünschte ich mir, ich hätte früher im Physik-Unterricht besser aufgepasst. Besonders die finale Auseinandersetzung, in der invertierte und nicht invertierte Kämpfer parallel agieren und dadurch viele Sequenzen rückwärts ablaufen, ist zwar visuell beeindruckend, aber auch sehr unübersichtlich und erzählerisch kaum zu durchdringen. Als Zuschauer hat man letztlich keine realistische Chance, das tatsächliche Geschehen vollständig zu erfassen.

Dem Unterhaltungswert schadet das erstaunlicherweise kaum. Inszenatorisch liefert Nolan erneut Großes: wuchtige Bilder, präzise Choreografien und ein Score, der das Geschehen mit brachialer Energie vorantreibt. Bedauerlich bleibt allerdings seine Entscheidung, bei seinen Filmen weiterhin auf DTS‑HD zu setzen. Eine Dolby‑Atmos‑Tonspur hätte die akustische Dimension dieses Films sicherlich noch imposanter wirken lassen.

Weniger glücklich ist die Besetzung. John David Washington macht seine Sache solide, doch echte Präsenz entwickelt er selten. Und die 1,90 Meter große Elizabeth Debicki sieht weder gut aus, noch hat sie Ausstrahlung oder Charisma. Entsprechend wirkt die angedeutete Romanze zwischen beiden eher behauptet als greifbar. Robert Pattinson hingegen setzt ein paar Akzente, und Kenneth Branagh dominiert den Film ohnehin mit einer Intensität, die die übrigen Darsteller mühelos überstrahlt.

Tenet ist ein exzellent inszenierter, äußerst spannender Film, dessen Handlung ich zwar nicht richtig erfassen konnte, der mir aber dessen ungeachtet eine Menge Spaß gemacht hat. James Bond meets Terminator sozusagen. Eine Zweitsichtung drängt sich hier geradezu auf, um vielleicht das ein oder andere Verständnisproblem zu lösen. In meiner Rangliste der Nolan-Filme würde ich Tenet aber ziemlich weit unten ansiedeln. 


Freitag, 3. Juli 2026

WEAPONS (Zach Cregger, 2025)

Don't cross the salt line!

Eine recht kurzweilige Mischung aus Horrorfilm und Groteske, die sich stilistisch irgendwo zwischen einer modernen Hänsel‑und‑Gretel‑Adaption und den erzählerischen Mustern von Stephen King bewegt. Der Film profitiert anfangs stark davon, dass die Ereignisse aus der Perspektive verschiedener Figuren erzählt werden. Jede Figur bringt einen eigenen Tonfall und eine eigene Perspektive mit. Dadurch entsteht ein erzählerisches Puzzle, das sich zunächst sehr organisch zusammensetzt.

Mit zunehmender Laufzeit verliert Weapons jedoch an Schärfe. Je mehr man über die Hintergründe erfährt, desto stärker verflacht die Atmosphäre. Die Bedrohung, die zu Beginn kaum greifbar wirkt, löst sich zunehmend in Erklärungen auf. Gegen Ende kippt das Ganze sogar ins Komische - nicht unbedingt als bewusste Pointe, sondern eher als Nebeneffekt der grotesken Überzeichnung.

Die Darsteller machen ihre Sache durchweg gut. Auch am stimmungsvollen Score gibt es wenig auszusetzen. Und doch bleibt der Eindruck, dass man aus der Konstellation mehr hätte machen können. Am Ende bleibt ein unterhaltsamer, stellenweise cleverer Film, der mit Perspektivwechseln und guten Schauspielern punktet, aber nicht das volle Potenzial seiner Idee ausschöpft.

 

Mittwoch, 1. Juli 2026

BALLERINA (Len Wiseman, 2025)

Fight like a girl!

Ballerina - der, streng genommen, From the World of John Wick: Ballerina heißt - ist ein Spin-off der John‑Wick‑Reihe, von der ich lediglich den ersten Teil kenne, der mich damals allerdings nicht recht begeistern konnte. Das ändert nichts daran, dass mir Ballerina großen Spaß gemacht und mich ausgezeichnet unterhalten hat. Die wirre Story um die Geheimorganisation Roma Ruska und einen rivalisierenden Kult dient letztlich nur als belangloses Beiwerk für eine geradlinige Rachehandlung, wie man sie in ähnlicher Form schon unzählige Male gesehen hat.

Len Wiseman, der mir durch seine Underworld-Filme positiv in Erinnerung geblieben ist, setzt das Ganze sehr stylisch in Szene und kann sich dabei auf eine starke Hauptdarstellerin verlassen: Ana de Armas trägt den Film mühelos und meistert die zahlreichen Kampfszenen mit beeindruckender Präsenz. Der Gewaltgrad ist hoch, der Bodycount extrem und die Macher beweisen bei den diversen Tötungsszenarien eine beachtliche Fantasie. Zu meinen Highlights zählen die ausgedehnte Sequenz im Wirtshaus, in der gleich eine ganze Reihe von Handgranaten zum Einsatz kommt, sowie die überdimensionierten Flammenwerfer gegen Ende des Films.

Der treibende Score von Tyler Bates und der exzellente Schnitt sorgen für eine durchgehend hohe Dynamik und lassen den Zuschauer kaum zur Ruhe kommen. Nennenswerte Atempausen gibt es nicht: Nach der Einführung zu Beginn und der obligatorischen Trainingssequenz folgen rund 90 Minuten Action ohne Unterlass.

Die Schlussszene deutet eine mögliche Fortsetzung an. Ob diese angesichts des überschaubaren Publikumserfolgs tatsächlich kommen wird, bleibt abzuwarten. Für kurzweilige Unterhaltung und zum gründlichen Durchblasen der Gehörgänge taugt Ballerina allemal.

Dienstag, 30. Juni 2026

1917 (Sam Mendes, 2019)

There is only one way this war ends: last man standing.

1917 zählt zu den sogenannten "One-Shot"-Filmen, also Werken, die den Eindruck vermitteln, vollständig in einer einzigen, ununterbrochenen Einstellung gedreht worden zu sein. Natürlich handelt es sich dabei um eine kunstvolle Illusion, doch abgesehen von der kurzen Phase der Bewusstlosigkeit Wills ist sie nahezu perfekt umgesetzt. Diese Erzähltechnik zwingt den Film in eine Art Echtzeit, wobei Mendes die Ohnmacht des Protagonisten nutzt, um elegant einige Stunden zu überspringen. 

Im Ergebnis ermöglicht diese Erzählweise es dem Zuschauer, sich noch besser in die Lage der Protagonisten hineinzuversetzen und den Horror des Krieges noch greifbarer zu machen. 1917 ist ein äußerst intensiver und beklemmender Film, der einen das Leiden der Hauptfguren beinahe körperlich spüren lässt. Besonders hervorzuheben sind die Sets und die Detailarbeit der Ausstattung. Die zahlreichen Gefallenen sind teils erschütternd kreativ in die Umgebung integriert. Szenen wie jene, in der Will sich abstützt, um aufzustehen, und dabei merkt, dass seine Hand in die zerfetzten Organe eines aufgeplatzten Brustkorbs greift, vergisst man nicht so schnell.

Mendes setzte bewusst auf junge, unverbrauchte Darsteller, die ihre Sache sehr gut machen, allen voran der Brite George MacKay. Die Kameraarbeit von Roger Deakins ist brillant wie von ihm gewohnt und wird durch den großartigen Score von Thomas Newman perfekt untermalt. Überhaupt ist das Sounddesign äußerst gelungen und trägt erheblich dazu bei, dass der Zuschauer sich auf die Schlachtfelder des 1. Weltkriegs versetzt fühlt. 
 
Beklemmend, erschreckend, verstörend: 1917 ist ein Film, der einen noch lange nach dem Abspann beschäftigt und so schnell nicht mehr loslässt. 

Montag, 29. Juni 2026

WHAT EVER HAPPENED TO BABY JANE? (Robert Aldrich, 1962)

You mean all this time we could have been friends?

Fesselnder Psycho‑Thriller um zwei alternde Diven, der seine Spannung weniger aus äußeren Ereignissen als aus dem psychischen Zerfall seiner Figuren und der sich daraus ergebenden Zuspitzung der Situation zieht. Die Eine - ein Kinderstar, längst vergessen, gefangen in der eigenen Vergangenheit und im Wahn, ihre verblasste Karriere wiederbeleben zu können. Die Andere - eine berühmte Schauspielerin, deren Karriere durch einen tragischen Unfall und die daraus resultierende Querschnittslähmung endete, nun aber durch die Wiederaufführung ihrer Filme im Fernsehen zu neuem Ruhm gelangt.

Die beiden rivalisierenden Schwestern machen sich gegenseitig das Leben schwer; Jane, die die hilflose Blanche zunehmend von der Außenwelt abschirmt, indem sie ihr zunächst das Telefon und später die Notrufklingel wegnimmt und sie unter immer stärkeren psychischen Druck setzt und Blanche, die immer wieder die Klingel bemüht, um Jane zu drangsalieren oder ihr ihren wiederaufgeflammten Ruhm durch die Fernsehausstrahlungen genüsslich unter die Nase reibt. Und dass sie keineswegs das unschuldige Opfer ist, das sie zunächst zu sein scheint, wird spätestens durch den Plottwist am Ende deutlich. 

Bette Davis liefert eine grandiose Leistung ab, voller Mut zur Hässlichkeit und Überzeichnung, zur völligen Hingabe an eine Figur, die zwischen Tragik und Groteske pendelt. Dabei gelingt es ihr, phasenweise so etwas wie Mitgefühl für Jane zu evozieren. Joan Crawford macht ihre Sache ebenfalls gut, bleibt aber stärker im Rahmen des klassischen Star‑Images - kontrolliert, adrett, fast schon zu beherrscht für das emotionale Chaos, das sie umgibt. Auch Victor Buono als Edwin Flagg ist eine Bereicherung: ein verschrobener, leicht opportunistischer junger Mann, der mit seiner Mischung aus Naivität und Berechnung perfekt in dieses Gefüge passt.

What ever happened to Baby Jane? ist eine düstere Studie über zerbrochenen Ruhm und familiäre Abgründe, die vor allem durch ihren kammerspielartigen Charakter und eine klaustrophobische Grundstimmung besticht. Spannend bis zum gelungenen Ende, das offen lässt, ob Blanche die Tortur überlebt hat.

Freitag, 26. Juni 2026

WHO'S AFRAID OF VIRGINIA WOOLF? (Mike Nichols, 1966)

I swear, if you existed, I'd divorce you.

Mike Nichols‘ Verfilmung des berühmten Bühnenstücks von Edward Albee atmet erkennbar den Geist der Vorlage. Mit Richard Burton und Liz Taylor fand er die kongeniale Besetzung für die beiden Hauptrollen. Die beiden waren zur Zeit der Dreharbeiten bekanntlich verheiratet und genauso wie die von ihnen verkörperten Martha und George dem Alkohol verfallen. Man kann sich gut ausmalen, dass ihre Auseinandersetzungen im realen Leben zumindest teilweise vermutlich nicht so viel anders verlaufen sind als die Wortgefechte zwischen Martha und George. Die Beiden sind es dann auch, die den Reiz des Films ausmachen, wobei Taylors Darstellung sogar mit einem Academy Award prämiert wurde.

Nichols‘ Regie ist betont zurückhaltend, und er überlässt die Bühne ganz seinen Protagonisten. Und auch wenn ich die Leistung insbesondere der beiden Hauptdarsteller und die tadellose technische Umsetzung anerkennen muss, gelang es Nichols‘ Film nur bedingt, mein Interesse zu wecken. Ich sehe schlichtweg keinen Grund dafür, 90 Minuten lang einem betrunkenen Ehepaar und ihren von der Situation überforderten Gästen dabei zuzusehen, wie sie sich verbal und emotional zerfleischen, auch wenn die Wortgefechte teilweise recht unterhaltsam sind. Erwartungsgemäß eskaliert das Ganze zusehends. Am Ende sitzen die beiden Händchen haltend da, während George für Martha das titelgebende Lied singt. Derweil bricht ein neuer Tag an und es ist offensichtlich, dass die nächste Auseinandersetzung nicht lange auf sich warten lassen wird.

Donnerstag, 25. Juni 2026

FIGHT CLUB (David Fincher, 1999)

The things you own end up owning you.

David Fincher ist ohne Zweifel einer der einflussreichsten und besten Regisseure unserer Zeit, und Fight Club markiert wahrscheinlich den Höhepunkt seines Schaffens. Ein in jeder Hinsicht überwältigender Film, der geschickt mit den Ideen der Anarchie spielt, die jedoch nach anfangs eher harmlosen Späßen zunehmend in faschistoide Strukturen münden. Dabei gelingt Fincher die Gratwanderung zwischen Autorenkino und Hollywood‑Hochglanzproduktion. Er macht die innere Zerrissenheit einer ganzen Generation sichtbar und zeigt, wie verführerisch einfache Antworten sein können, wenn sich das eigene Leben wie ein Katalog aus Pflichten und Konsum anfühlt.

Besonders hervorzuheben ist die technische Brillanz des Films. Die Kameraarbeit von Jeff Cronenweth macht die innere Leere des Protagonisten visuell greifbar. Die Dust Brothers liefern einen Score, der den Puls des Films vorgibt - mal treibend, mal verstörend, immer passend. Und Finchers Regie hält alles zusammen wie ein präzise konstruiertes Uhrwerk.

Daneben überzeugen vor allem die Darsteller. Neben Edward Norton und Brad Pitt in seiner besten Rolle ist unbedingt Helena Bonham Carter zu nennen, die die depressive Marla Singer hinreißend verkörpert. Auch Meat Loaf glänzt in einer Nebenrolle als Robert Paulson.

Fight Club ist ein Meilenstein der Filmgeschichte - eine wilde Achterbahnfahrt voller Sarkasmus und Witz, stellenweise bitterböse, die einen von den dynamischen Anfangs‑Credits an in ihren Bann zieht und erst im wahnwitzigen Finale wieder loslässt. Vermutlich findet sich jeder junge Mann zwischen 30 und 40 ein Stück weit in Tyler Durden wieder. Einer der faszinierendsten Filme des vergangenen Jahrhunderts und ein Werk, das nie langweilig wird, egal wie oft man es gesehen hat.

Sonntag, 21. Juni 2026

NINE ½ WEEKS (Adrian Lyne, 1986)

It's too late.

Den Kultstatus, den Adrian Lynes flaches Erotik‑Drama bis heute bei manchen genießt, kann ich nur schwer nachvollziehen.

Kim Basinger spielt die naive, unsichere Elizabeth zwar recht überzeugend, doch weder ist sie besonders attraktiv, noch besitzt sie eine spürbare erotische Ausstrahlung. Keine guten Voraussetzungen für die Hauptrolle in einem Erotik-Drama. Mickey Rourke agiert solide, aber irgendwie mit angezogener Handbremse. Immerhin merkt man dem Film die angeblichen Spannungen zwischen den beiden während des Drehs nicht an; die Chemie scheint zu funktionieren, auch wenn sie dramaturgisch kaum genutzt wird.

Das Grundproblem von Lynes Film ist jedoch ein anderes: Er ist schlicht langweilig. Im Kern passiert einfach zu wenig und so plätschert das Geschehen belanglos vor sich hin. Statt einer sich zuspitzenden Entwicklung reiht der Film triviale Szenen aneinander, die weder Spannung noch emotionale Tiefe erzeugen. Die knapp zwei Stunden ziehen sich wie Kaugummi.

Hinzu kommt, dass der Film sich selbst viel ernster nimmt, als es sein dünnes Drehbuch hergibt. Die Beziehung zwischen Elizabeth und John bleibt oberflächlich, ihre Dynamik schematisch. Weder entsteht psychologische Spannung, noch erotische Intensität - zwei Elemente, die ein Film dieses Genres zwingend bräuchte. Letztlich wirkt Nine 1/2 Weeks wie eine entschärfte, weichgespülte Variante von Ultimo tango a Parigi. Eine Art Letzter Tango für Anspruchslose sozusagen.

Samstag, 20. Juni 2026

BLADE RUNNER (Ridley Scott, 1982)

It's too bad she won't live! But then again, who does?

Ich habe keinen Lieblingsfilm im klassischen Sinne. Wenn mich jemand danach fragen würde, könnte ich diese Frage nicht beantworten. Würde mich aber jemand auffordern, einen Film zu nennen, der besser ist als Ridley Scotts Blade Runner, müsste ich ebenso passen. Blade Runner kommt also dem, was man als meinen Lieblingsfilm bezeichnen könnte, zumindest sehr nahe.

Die erneute Sichtung des Final Cut in meinem neu eingerichteten Heimkino in 4K war eine Offenbarung. Von der ersten Einstellung bis zum Ende des Abspanns entfaltet sich ein audiovisuelles Erlebnis, das selbst nach Jahrzehnten nichts von seiner Wucht verloren hat.

Die Geschichte selbst, die auf Philip K. Dicks Roman "Do Androids dream of electric Sheep" basiert, ist für sich alleine schon höchst bemerkenswert: tiefgründig, philosophisch, durchzogen von Fragen nach Identität, Bewusstsein und Moral. Was unterscheidet den Menschen von der Maschine? Wo beginnt Empathie, wo endet sie? Und das Zusammenspiel aus Film-noir‑Anleihen, dem düsteren, von riesigen Reklametafeln notdürftig erhellten Moloch Los Angeles und dem unvergleichlichen Score von Vangelis erhebt Blade Runner endgültig in den Film-Olymp. Die Sets sind sensationell, der Look stilbildend und nicht zuletzt wegweisend für das Genre des Cyberpunk

Interessant ist vor allem auch die Figuren-Konstellation. Deckard, der gegen seinen Willen aus dem Ruhestand geholt und gezwungen wird, Replikanten zu jagen, führt diesen Auftrag nur widerwillig aus und verliebt sich dabei in die Replikatin Rachael, die zunächst nichts von ihrer genetischen Herkunft weiß. Eine zentrale Rolle im Film spielt die Fähigkeit zur Empathie, eigentlich ein Unterscheidungsmerkmal zwischen Mensch und Replikant, das mittels des Voight-Kampff-Tests herausgearbeitet werden kann. Und doch sind die Replikanten alles andere als gefühlslos, wie u. a. die Szene nahelegt, in der Roy die tote Pris zärtlich auf den Mund küsst oder auch Roys Entscheidung, Deckard das Leben zu retten, wobei man dies wiederum auch als weiteres Indiz dafür werten könnte, dass Deckard tatsächlich ein Replikant ist - und Roy dies weiß. 

Die Welt, in der die Handlung angesiedelt ist, ist abstoßend und faszinierend zugleich. Es wird nie richtig hell; die Sonne ist nur einmal kurz vom Tyrell-Gebäude aus zu sehen, ansonsten vom allgegenwärtigen Smog verschluckt. Ständiger Regen, überfüllte Straßen, ein Schmelztiegel aus Sprachen und Kulturen - bevölkert von jenen, die nicht das Glück hatten, auf eine der Off-World-Kolonien auswandern zu können. Die Erde wirkt ausgelaugt und verbraucht. Echte Tiere sind selten und teuer geworden; stattdessen halten sich die Menschen künstliche Ersatzwesen - ein weiterer Hinweis darauf, wie sehr die Grenze zwischen Natur und Konstruktion verschwimmt.

Bemerkenswert ist auch der Aufwand, mit dem diese Welt erschaffen wurde. Die Vielzahl an Details - leuchtende Regenschirme, sprechende Ampeln, überdimensionierte Werbehologramme - lässt sich bei der ersten Sichtung kaum erfassen. Blade Runner ist ein Film, der zum erneuten Hinsehen einlädt. Bei jeder Sichtung entdeckt man neue Facetten, kleine visuelle Ideen, subtile Hinweise auf den kulturellen und ökologischen Verfall.

Blade Runner ist ganz ohne Zweifel einer der innovativsten, originellsten und einflussreichsten Filme seines Jahrhunderts. Visionär, einzigartig und seiner Zeit um Jahrzehnte voraus, hat er Entwicklungen vorweggenommen, die heute selbstverständlich erscheinen: Überwachung, künstliche Intelligenz, ökologische Zerstörung, urbane Überbevölkerung.

Blade Runner ist kein Film, den man sich einfach nur anschaut. Er ist ein Film, den man erlebt, in dem man versinkt. Ein Werk, das mit jeder Sichtung wächst, das sich jeder Rangliste entzieht und das mich auch nach Jahrzehnten noch staunen lässt.

Ein düsteres, melancholisches Meisterwerk, das mich immer wieder daran erinnert, warum ich Filme liebe.

Sonntag, 14. Juni 2026

300 (Zack Snyder, 2006)

Remember us!

Zwanzig Jahre nach der Veröffentlichung habe ich mir Snyders martialische Schlachtplatte auch mal zu Gemüte geführt. Comic-Verfilmungen interessieren mich meist nicht sonderlich und so hatte ich mit der Sichtung keine Eile. 

300 ist ein Film, der nicht ernst genommen werden, sondern ausschließlich unterhalten will. Er setzt kompromisslos auf Überwältigung: schweißglänzende, muskelbepackte Körper, pathetische Ansprachen mit tief grollenden Stimmen, ein durchgestylter Look, dessen harte Kontraste und Farbfilter unübersehbar an Sin City erinnern, der ja ebenfalls auf einem Miller-Comic basiert, eine testosterongeschwängerte Atmosphäre und gut choreografierte Schlachten, die sich für meinen Geschmack etwas zu oft in Zeitlupe verlieren. Dazu kommen Fontänen aus CGI-Blut, und zur Auflockerung gibt es auch mal ein paar harte weibliche Nippel zu sehen. Untermalt wird dies alles von einem äußerst dynamischen Score des Marilyn-Manson-Gitarristen Tyler Bates.

Etwas ärgerlich und absolut unnötig ist der dümmliche Subplot um Leonidas Gattin, der wie ein Fremdkörper wirkt und meines Wissens in der Vorlage von Miller auch nicht existiert. Auch die Animationen der diversen Kreaturen können häufig nicht überzeugen, sieht man ihnen die Herkunft aus dem Computer doch überdeutlich an. Die 4K-Auflösung legt zudem schonungslos offen, dass die Kulissen, in denen sich die Darsteller scheinbar bewegen, nicht real sind. Insbesondere die Szene zu Beginn in dem Kornfeld sieht amateurhaft aus und kann ihre digitale Herkunft nicht verleugnen.

Trotz all dieser Angriffsflächen vergingen die zwei Stunden wie im Flug. 300 funktioniert hervorragend, wenn man bereit ist, das Hirn während der Sichtung in den Standby-Modus zu schicken, die Surround-Anlage aufzudrehen und sich einfach vom audiovisuellen Bombast mitreißen zu lassen. Unter diesen Bedingungen macht der Film erstaunlich viel Spaß und ich hätte dem Spektakel problemlos noch eine halbe Stunde länger zuschauen können.

Samstag, 30. Mai 2026

MASTER AND COMMANDER: THE FAR SIDE OF THE WORLD (Peter Weir, 2003)

Let fly!

Meine nunmehr dritte Sichtung dieses Meisterwerks des australischen Ausnahme-Regisseurs Peter Weir fand in meinem neu eingerichteten Heimkino statt. Und natürlich ist der Film mit seinem bombastischen, zurecht Oscar-prämierten Sounddesign wie gemacht dafür, eine Soundanlage zu testen und auszuloten.

Bei der Umsetzung dieses Seefahrerabenteuers nach den Motiven der Jack-Aubrey-Erzählungen stand für Weir die detaillierte und authentische Schilderung des Lebens an Bord eines Kriegsschiffes im frühen 19. Jahrhundert im Vordergrund. Diese ist ihm ganz hervorragend gelungen. Man kann förmlich die salzige Seeluft riechen, das Holz der Planken knarren hören und spürt die Enge, den Alltag und die Härte des Lebens auf See. In den Gefechten wähnt man sich „mittendrin statt nur dabei“.

Die eigentliche Handlung tritt dabei fast in den Hintergrund, bietet aber mit der Freundschaft zwischen dem Kapitän und dem wissenschaftlich interessierten Schiffsarzt, der sich nebenbei als Naturforscher betätigt, einen spannenden und ungewöhnlichen Subplot. Die Figur des Dr. Stephen Maturin, verkörpert von Paul Bettany, ist erkennbar an Charles Darwin und dessen Forschungen auf den Galapagosinseln angelehnt. Seine wissenschaftliche Neugier und nüchterne Art, Dinge und Situationen zu analysieren, bilden einen faszinierenden Kontrast zum vom Willen zur militärischen Pflichterfüllung geprägten Kapitän Jack Aubrey. Die beiden diskutieren nicht nur regelmäßig die Lage an Deck, sondern musizieren auch zusammen, wenn die Umstände es zulassen.

Russell Crowe überzeugt als charismatischer, entschlossener und zugleich menschlicher Captain „Lucky Jack“ Aubrey auf ganzer Linie. Er verleiht der Figur eine Mischung aus Autorität, Humor und ein Stück weit auch Verletzlichkeit, die den Film maßgeblich trägt. Auch die Nebenrollen - vom jungen Kadetten bis zum erfahrenen Seemann - sind stark besetzt und verleihen der HMS Surprise eine glaubwürdig zusammengesetzte Crew. 

Ursprünglich war eine Fortsetzung geplant, wie nicht nur die Ergänzung im Titel The far Side of the World, sondern auch der Cliffhanger am Schluss nahelegen, doch leider kam es aufgrund es mangelnden finanziellen Erfolgs nie dazu. Master and Commander ist ein oft unterschätztes Meisterwerk, das seiner Zeit voraus war und bis heute der wahrscheinlich authentischste und beeindruckendste Seefahrerfilm überhaupt.

Montag, 25. Mai 2026

SPELLBOUND (Alfred Hitchcock, 1945)

Good night and happy dreams - which we will analyze at breakfast.

Spellbound war einer der ersten Filme, der sich mit dem Thema der Psychoanalyse befasste. Auch wenn man ihm eine gewisse Naivität im Umgang damit bescheinigen kann, ist das Ergebnis ein sehenswerter und äußerst spannender Thriller, der mit guten Darstellern und pointierten Dialogen überzeugen kann. Nicht zu vergessen die ausnehmend schönen Bilder, wobei insbesondere die unter tatkräftiger Mitwirkung des spanischen Surrealisten Salvador Dalí entstandene Traumsequenz nachhaltig beeindrucken kann. 

Zudem geht Hitchcock hier weit weniger plakativ vor als bei dem knapp zwanzig Jahre später entstandenen Marnie, was sich ebenfalls positiv bemerkbar macht. Ein Vergleich mit Vorgenanntem drängt sich aufgrund der thematischen Nähe geradezu auf, und hier ist Spellbound der deutlich bessere und stimmigere Film. Sehr schön auch die Szene gegen Ende mit dem Revolver, der zunächst auf Ingrid Bergman und schließlich auf den Zuschauer gerichtet wird. Selten wurde ein Selbstmord stil- und wirkungsvoller in Szene gesetzt. 

Mittwoch, 20. Mai 2026

THE MECHANIC (Michael Winner, 1972)

Murder is only killing without a license.

Michael Winners Film ist weniger Thriller als ein kompromissloses Psychogramm eines Auftragskillers. Nach dem guten Beginn, nachdem man Arthur Bishop 15 Minuten lang dabei zugesehen hat, wie er in aller Seelenruhe einen Auftragsmord vorbereitet und durchführt, kommt die Story etwas schwer in die Gänge. Nach dem zweiten Mord folgt ein klassischer Mentor/Schüler-Part, bevor das Tempo dann merklich anzieht. Spätestens das Finale in der Gegend von Neapel macht dann aber einiges wett und entschädigt mit seinen spannend inszenierten Actionsequenzen für die ein oder andere Länge.

The Mechanic ist über weite Strecken ein hoffungsloser Film, der von einer nihilistischen Grundstimmung geprägt ist. Am deutlichsten wird das in der Szene, in der Arthur und Steve dem jungen Mädchen ungerührt bei seinem Selbstmord zusehen, obwohl es sich dabei erkennbar um einen verzweifelten Schrei nach Aufmerksamkeit respektive Steves Zuneigung handelt. Statt der jungen Frau zu helfen, rechnet Arthur ihr kühl vor, wie lange es etwa dauert, bis sie so viel Blut verloren hat, dass sie stirbt. So etwas wie Mitgefühl kennt er nicht. Um seiner Einsamkeit zumindest kurzfristig zu entfliehen und so etwas wie Zuneigung zu erfahren, bezahlt er eine Prostituierte, die nicht nur Sex mit ihm hat, sondern ihm auch einen fingierten Liebesbrief schreibt, der ihm ein Gefühl der Geborgenheit und des Gebrauchtwerdens vermitteln soll.

Auch wenn der von Charles Bronson souverän verkörperte Auftragsmörder eine durchaus interessante Figur ist, hat der Film mit der Schwäche zu kämpfen, dass die Entwicklung der Charaktere weniger einer inneren Logik zu folgen scheint als vielmehr der Dramaturgie geschuldet ist. Warum Arthur sich überhaupt auf den jungen Steve einlässt, nachdem er seinen Vater getötet hat, und ihn unter seine Fittiche nimmt, hat sich mir nicht erschlossen, zumal ihm klar sein musste, dass dies den Missmut seiner Auftraggeber nach sich ziehen würde. Auch fragte ich mich, warum er es zugelassen hat, dass Steve ihn nach Italien begleitet, nachdem er erfahren hatte, dass dieser ihn töten wollte.

Nichtsdestotrotz ist The Mechanic ein sehenswerter Film über einen Mann, der in seinem Alltag aus Gewalt, Isolation und moralischer Leere versucht, die Kontrolle über sein Leben zu behalten. Winners nüchterne Inszenierung und Bronsons stoisches Spiel verleihen dem Film eine bleierne Schwere, die ihn trotz erzählerischer Brüche bemerkenswert konsistent wirken lässt. Ein Film, der weniger durch seine Handlung oder oberflächliche Spannung überzeugt als durch die kalte und düstere Atmosphäre.

Montag, 18. Mai 2026

FALLING DOWN (Joel Schumacher, 1993)

I'm the bad guy?

Falling Down wird gerne vorschnell als Selbstjustizfilm etikettiert - eine Kategorisierung, die ich nie nachvollziehen konnte. Mit Selbstjustiz hat Bills Amoklauf nämlich herzlich wenig zu tun. Vielmehr erzählt der Film die Geschichte eines Mannes, der unter dem Druck seiner Lebensumstände - Scheidung, Kontaktverbot zu seiner Ex-Frau und der gemeinsamen Tochter, Verlust des Arbeitsplatzes - langsam, aber unaufhaltsam zerbricht. Der Stau zu Beginn des Films ist dabei weniger Auslöser als Katalysator: Hitze, Atemnot, lästige Fliegen, Baustellenlärm, ein visuelles und akustisches Kaleidoskop der Überforderung. Die Eröffnungssequenz ist schlichtweg genial, die Kameraführung brillant. Überhaupt zählt die Arbeit des polnischen Kameramanns Andrzej Bartkowiak zu den großen Stärken des Films und trägt erheblich dazu bei, dass Falling Down ein so großartiger Film geworden ist.

Michael Douglas trägt den Film mit einer souveränen, kontrolliert eskalierenden Darstellung, die Bills Irrationalität ebenso sichtbar macht wie seine innere Leere. Ihm gegenüber steht Robert Duvall als abgeklärter, müder Cop an seinem letzten Arbeitstag. Zwischen beiden Figuren gibt es Parallelen: Auch Duvalls Charakter hat seine Tochter verloren - nicht durch Scheidung, sondern durch einen plötzlichen Tod. Diese Spiegelung verleiht dem Film einen interessanten zusätzlichen Aspekt, ohne zu aufdringlich zu werden.

Die episodenhafte Erzählweise, die immer wieder in grotesk-komische Situationen kippt, verleiht dem Geschehen eine gewisse Leichtigkeit, die im starken Kontrast zur zunehmenden Verzweiflung des Protagonisten steht und auch zu den - durchaus schwerwiegenden - Folgen seiner Taten. So irrational Bills Verhalten auch ist, kann man ihn doch ein Stück weit verstehen. Dies geht aber nicht soweit, dass man echte Sympathie für ihn empfindet und gerade diese Ambivalenz ist eine der großen Stärken des Films. Was Bill letztlich genau vorhatte, ob er nur seine Ex-Frau oder auch seine Tochter töten wollte, und inwieweit sein Amoklauf vorher geplant oder eher einer sponatanen Errupttion geschuldet war, bleibt offen.

Falling Down ist ein Film über Kontrollverlust, gesellschaftlichen Druck und die Illusion, man könne sich aus einer ausweglosen Situation einfach „herauskämpfen“. Ein wütender, präzise inszenierter Großstadtalbtraum und ein Werk, das auch drei Jahrzehnte später nichts von seiner Wucht verloren hat. Großartig und brillant.

Freitag, 15. Mai 2026

MARNIE (Alfred Hitchcock, 1964)

Why don't you love me, Mama? 

Ich habe Marnie vor mehr als zwanzig Jahren mal gesehen und ihn in meinem damaligen Filmtagebucheintrag als belangloses Filmchen mit unsympathischen Charakteren abgewatscht. Interessanterweise stieß der Film seinerzeit auch bei vielen anderen Schreibern im Forum auf ähnlich wenig Gegenliebe. Nach der erneuten Sichtung empfand ich die Charaktere weiterhin als wenig sympathisch, doch ein "belangsloses Filmchen" ist Marnie ganz gewiss nicht. Im Gegenteil: gestern hat er mir sogar ausgesprochen gut gefallen. In jedem Fall hat er mehr Substanz, als ich ihm seinerzeit zugestanden hatte.

Der Film ist weniger ein Thriller als vielmehr ein detailliert gezeichnetes Psychogramm einer zutiefst gestörten Persönlichkeit, die von einem schrecklichen Ereignis in ihrere Kindheit traumatisiert ist und die genaue Erinnerung daran aus Selbstschutz verdrängt hat. Das bei Hitchcock des Öfteren thematisierte Bild der dominanten Mutter ist auch hier präsent. 

Marnie erzählt im Kern die Geschichte einer Frau, die verzweifelt versucht, sich selbst zu entkommen. Tippi Hedren trägt den Film mit einer Kombination aus Verletzlichkeit und Abwehr, die perfekt zu dieser zerrissenen Figur passt. Sean Connery spielt die Rolle des Mark Rutland mit einer Mischung aus väterlicher Fürsorge und manipulativer Besitzergreifung. Marnie ist sich dessen durchaus bewusst, wenn sie sagt: "You think I'm some kind of animal you've trapped.", worauf er unverhohlen erwidert: "I've tracked you and caught you, and by God, I'm gonna keep you!" Das bringt die Beziehung zwischen den beiden sehr treffend auf den Punkt, wobei man Mark zugute halten muss, dass er ungeachtet dessen auch echte Liebe für Marnie empfindet und ein aufrichtiges Interesse daran hat ihr zu helfen.

Bei der Umsetzung bewegt sich Hitchcock gelegentlich auf dem Niveau der Küchenpsychologie. Die Darstellung der Triggerpunkte wie Gewitter oder die Farbe rot, die Marnies Panikattacken auslösen, ist für meinen Geschmack etwas zu plakativ ausgefallen. Das Ganze ist auch nicht immer logisch, beispielsweise wenn Marnie einen Selbstmordversuch im Pool eines Kreuzfahrtschiffes unternimmt. Dies war Hitchcock wohl bewusst, weshalb er Mark die Frage in den Mund legt, warum Marnie nicht direkt ins Meer gesprungen sei. Man kann diese Aktion sicherlich auch als Schrei nach Aufmerksamkeit deuten und weniger als ernst gemeinten Versuch, sich das Leben zu nehmen. Die Auflösung in Form einer Rückblende auf die traumatischen Ereignisse in Marnies Kindheit bietet schließlich wenig Überraschung, ist aber gut umgesetzt und für die damalige Zeit erstaunlich drastisch ausgefallen.

Marnie erweist sich bei der Wiederbegegnung als deutlich vielschichtiger, als ich ihn in Erinnerung hatte. Trotz seiner mitunter holzhammerhaften Psychologisierung und einiger fragwürdiger dramaturgischer Entscheidungen entfaltet der Film eine nicht zu bestreitende Sogwirkung. Das liegt vor allem an den starken Darstellern und Hitchcocks unerschrockenem Blick auf eine zutiefst verwundete Seele.

Donnerstag, 14. Mai 2026

BUTTERFIELD 8 (Daniel Mann, 1960)

I am not like anyone. I am me.

BUtterfield 8 (die ungewöhnliche Großschreibung ist kein Versehen, sondern verweist auf die Telefonvermittlung „BU 8“) ist ein Melodram, das aus heutiger Sicht etwas aus der Zeit gefallen wirkt. Der Film ist stark in den Moralvorstellungen der 1950er Jahre verhaftet, in denen es als anrüchig galt, wenn eine Frau häufig wechselnde Männerbekanntschaften pflegte. Vor diesem Hintergrund erscheint die gesellschaftliche Ächtung, der die von Liz Taylor verkörperte Gloria ausgesetzt ist, im Jahr 2026 mitunter befremdlich.

Ähnliches gilt für die Figur der Firmenerbin Emily Ligett, die sich ihrem Ehemann unterordnet und demütig seine Zuneigung sucht, obwohl sie von seiner Untreue weiß und obwohl er zugleich von ihrem finanziellen Wohlstand profitiert. Diese Konstellationen wirken aus heutiger Perspektive überholt, gewinnen jedoch an Plausibilität, wenn man den Film im Kontext seiner Entstehungszeit sowie der zugrunde liegenden Romanvorlage aus dem Jahr 1935 betrachtet.

Interessant ist zudem die platonische Beziehung zwischen Gloria und Steve, in dem sie eine Art großen Bruder sieht - ein ruhender Gegenpol zu ihren ansonsten wilden und konfliktreichen Beziehungen. Dass die Geschichte keinen guten Ausgang nehmen wird, deutet sich früh an, sodass das Ende zwar konsequent, aber nicht überraschend erscheint.

Die zeitgenössische Kritik stand BUtterfield 8 überwiegend skeptisch gegenüber, während die Academy den Film deutlich wohlwollender bewertete und Liz Taylor den Oscar als beste Hauptdarstellerin verlieh - einen von lediglich zweien in ihrer Karriere. Bemerkenswert ist dies auch deshalb, weil Taylor den Film ursprünglich lediglich drehte, um ihre vertraglichen Verpflichtungen gegenüber MGM zu erfüllen und sich aus ihrem Vertrag zu lösen.

Ihre schauspielerische Leistung ist überzeugend und trägt den Film maßgeblich, auch wenn sich darüber streiten lässt, ob sie tatsächlich Oscar-würdig ist. Die übrigen Darsteller bleiben hingegen eher blass und erreichen meist nur durchschnittliches Niveau. Dennoch sorgt die Kombination aus interessanten Figuren und einem zügigen Erzähltempo dafür, dass BUtterfield 8 insgesamt als kurzweiliges und durchaus unterhaltsames Melodram überzeugt.

Mittwoch, 13. Mai 2026

NORTH BY NORTHWEST (Alfred Hitchcock, 1959)

You're the smartest girl I ever spent the night with on a train.

North by Northwest ist seit jeher einer meiner Favoriten im Schaffen des britischen Meister-Regisseurs. Das ist umso bemerkenswerter, weil ich Cary Grant normalerweise nicht sonderlich mag und ihn vorwiegend als Grimassenschneider kenne, der darum bemüht ist, möglichst witzig zu sein. Hier hingegen überzeugt er auf ganzer Linie als Werbefachmann Roger Thornhill, der durch einen unglücklichen Zufall für den Geheimagenten George Kaplan gehalten und zunächst von feindlichen Spionen und später auch von der Polizei gejagt wird. Das Motiv des unbescholtenen Bürgers, der unverhofft in Gefahr gerät, ist ja ein wiederkehrendes bei Hitchcock. Doch selten hat er dies so gekonnt in Szene gesetzt wie hier.

North by Northwest bildete die Blaupause für die ersten James-Bondfilme der 60er Jahre und die ein oder andere Sequenz wurde im Laufe der Reihe auch zitiert. Man denke beispielhaft nur an die Szenen im Zug in From Russia with Love oder die Auktion in Octopussy. Natürlich ist Thornhill kein James Bond, löst mehrere verfängliche Situationen aber dennoch mit trockenem Humor, Einfallsreichtum und der souveränen Gelassenheit des britischen Geheimagenten. Dabei wirkt Grant in den Actionszenen eher steif und unbeholfen, was aber gut zur Rolle passt. Eva Marie Saints Part als Eve Kendall könnte ebenfalls einem Bondfilm entstammen. Zwar nicht sonderlich attraktiv, dafür aber mit einer starken erotischen Ausstrahlung, changiert sie gekonnt zwischen Femme Fatale und einer von echten Gefühlen Getriebenen, die zwischen allen Stühlen sitzt. Und mit James Mason und Martin Landau gibt es zwei ebenso starke wie charismatische Gegenspieler. 

Das Drehbuch überzeugt mit zahlreichen überraschenden Wendungen, die den Zuschauer mehrfach auf dem falschen Fuß erwischen, und die episodenhafte Erzählweise in Kombination mit den ständigen Ortswechseln sorgt für eine durchgehend hohe Spannung, die schließlich in das berühmte Finale am Mount Rushmore kulminiert.

Hitchcock inszenierte das alles sehr dynamisch mit hohem Tempo, nahm sich aber auch mal die Zeit, eine Szene langsam aufzubauen, um währenddessen die Spannungsschraube unerbittlich anzuziehen. In Perfektion gelungen ist ihm dies in der berühmten Sequenz an der Bushaltestelle in den Maisfeldern des ländlichen Indiana, die Filmgeschichte geschrieben hat. Besonders beeindruckend ist, wie Hitchcock aus alltäglichen Orten - einer Bushaltestelle, einem Hotelzimmer, einem Zugabteil - Bühnen der Paranoia macht. Die eleganten Bildkompositionen werden kongenial untermalt von dem großartigen Score Bernhard Herrmanns.

North by Northwest ist ein Film, der mich bei jeder Sichtung immer wieder aufs Neue begeistert und an dem ich mich nicht sattsehen kann. Ein zeitloses Meisterwerk.

Sonntag, 10. Mai 2026

RAINTREE COUNTY (Edward Dmytryk, 1957)

To see the Raintree is not nearly as important as what you find looking for it.

Ausladendes Sezessionskriegs-Epos mit einem starken Montgomery Clift und einer nicht immer überzeugenden Liz Taylor in den Hauptrollen, das im Auftrag der MGM unter der Regie des ukrainisch-stämmigen Regisseurs Edward Dmytryk entstand. Nachdem MGM seinerzeit die Verfilmung von Gone with the Wind abgelehnt hatte, versuchte man knapp 20 Jahre später, mit einer ähnlichen Geschichte an den Erfolg jenes Epos anzuknüpfen, war dabei allerdings nicht sonderlich erfolgreich.

Die Geschichte um einen Mann zwischen zwei Frauen ist durchaus interessant, wobei insbesondere Susannas psychische Erkrankung zunehmend in den Mittelpunkt des Geschehens rückt. Den Sezessionskrieg nutzt Dmytryk in erster Linie als geschichtlichen Hintergrund, wobei auch Susannas entspanntes Verhältnis zur Sklaverei immer wieder thematisiert wird. Dies ist oberflächlich betrachtet nachvollziehbar, ist sie doch in den Südstaaten aufgewachsen. Dem gegenüber steht jedoch die Tatsache, dass sie nicht nur von einer Sklavin großgezogen wurde, sondern diese auch geliebt und als Ersatzmutter angesehen hat. Am Ende opfert sie sich für ihren Mann, um ihm ein unbeschwertes Leben zu ermöglichen, gepeinigt und verfolgt von den traumatischen Erlebnissen in ihrer Kindheit, die sie nie losgelassen haben. 

Die Umsetzung des durchaus komplexen Stoffs lässt allerdings ein paar Wünsche offen. Atemberaubend schönen Bildern und guten Darstellern - abgesehen von Liz Taylor, deren aufgesetzt wirkendes Spiel schwer dahingehend einzuordnen ist, ob Absicht oder Überforderung dahintertersteckte - steht die sprunghaft fragmentarische Erzählweise gegenüber, die sicherlich nicht zuletzt der Notwendigkeit geschuldet ist, die ohnehin schon üppige Spielzeit nicht völlig aus dem Ruder laufen zu lassen. Und dennoch ist Dmytryks Film ein ambitioniertes, visuell beeindruckendes Drama, das eine melancholische Sogwirkung entfaltet, die nachhallt.

Sonntag, 3. Mai 2026

HONEY DON'T! (Ethan Coen, 2025)

I like girls!

Mit Honey Don’t! liefert Coen den zweiten Teil seiner „Lesben‑Trilogie“ ab - und der wirkt deutlich reifer, fokussierter und in sich stimmiger als sein Vorgänger. 

Inhaltlich haben die beiden Filme nichts miteinander zu tun, wohl aber teilen sie mit Margaret Qualley dieselbe Hauptdarstellerin. Sie spielt hier eine toughe Privatdetektivin, die mit lässiger Präsenz und trockenem Humor durch die Handlung führt und ihre Rolle rundum überzeugend ausfüllt. Neben ihr bevölkern mehrere markante Nebenfiguren das Setting und sorgen für das nötige Flair. Ein Hauch von Film noir zieht sich durch Honey Don’t! und macht ihn schon dadurch zu einer intensiveren und atmosphärischeren Erfahrung als Drive‑Away Dolls.

Trotzdem macht Coen keinen Hehl daraus, dass er weiterhin im Terrain des B‑Movies unterwegs ist. Seine Fixierung auf überwiegend lesbische Charaktere rückt die Reihe in die Nähe der Blaxploitation‑Filme der 70er Jahre. Natürlich mit einem anderen Fokus, aber mit ähnlicher Lust an Überzeichnung und Genre‑Spielereien.  

Das Ergebnis ist ein äußerst kurzweiliger und durchweg unterhaltsamer Streifen, der Lust auf mehr macht und mich dem dritten und wohl letzten Teil der Trilogie mit einer gewissen Vorfreude entgegenblicken lässt. Doch, hat mir ziemlich gut gefallen.

Samstag, 25. April 2026

DRIVE-AWAY DOLLS (Ethan Coen, 2024)

Ladies, you're a day late and a dick short.

Drive-Away Dolls ist der erste Film Ethan Coens ohne seinen Bruder und markiert den Auftakt seiner geplanten B‑Movie‑"Lesben-Trilogie", an der er gemeinsam mit seiner Frau arbeitet. Konsequenterweise sind fast alle Frauen, die im Laufe der Handlung auftauchen, dem eigenen Geschlecht zugeneigt - und Coen lässt kaum eine Gelegenheit aus, das dem Publikum genüsslich unter die Nase zu reiben.

Im Mittelpunkt stehen die beiden Freundinnen Jamie und Marian, die einen Roadtrip durch den Süden der USA unternehmen, um Marians Tante in Florida zu besuchen. Dafür nutzen sie einen Wagen aus einer Fahrzeugüberführung, in dessen Kofferraum sich - ohne ihr Wissen - nicht nur ein Koffer mit heißer Ware, sondern auch ein abgetrennter Kopf befindet. Die eigentlichen Empfänger des Autos setzen verständlicherweise alles daran, ihre Lieferung zurückzubekommen, stellen sich dabei allerdings ausgesprochen dämlich an.

Dass die Protagonistinnen lesbisch sind, spielt für die Handlung letztlich keine große Rolle, bietet Coen aber die Möglichkeit, einige amüsante Szenen einzubauen wie beispielsweise die mit dem weiblichen Football-Team. Auch die derberen Sexszenen funktionieren als bewusst überzogene Comedy‑Momente. Irritierend sind hingegen die immer wieder eingestreuten psychedelischen Sequenzen, deren Sinn sich mir nicht erschlossen hat, zumal die Figuren keinerlei Drogen konsumieren und das Thema im Film sonst keine Rolle spielt.

Die Story reißt einen nicht gerade vom Hocker, und wirklich spannend wird es selten. Zwar blitzt der typische Coen’sche Humor an einigen Stellen auf, doch insgesamt ist das hier meilenweit von der Qualität der „echten“ Coens entfernt. Dennoch muss ich gestehen, dass ich mich trotz aller Schwächen und des hohen Trash‑Faktors überraschend gut unterhalten fühlte. Ein ziemlich schräger, leichtfüßiger Genre‑Spaß, der nie vorgibt, mehr sein zu wollen - und das macht ihn wiederum recht sympathisch.

Donnerstag, 23. April 2026

MARTY SUPREME (Josh Safdie, 2025)

I have a purpose. You don't.

Josh Safdie Solo-Debüt, nachdem er zuvor gemeinsam mit seinem Bruder mehrere Filme gedreht hatte, von denen ich allerdings keinen kenne, entpuppt sich als ebenso bissige wie unterhaltsame Satire, die die Zuschauererwartungen gnadenlos unterläuft. Marty Supreme beginnt wie eine der üblichen Charakterstudien im Deckmantel eines Sportfilms, doch schon nach wenigen Minuten wird klar, dass Safdie keinerlei Interesse am Erzählen einer geradlinigen Story hat. Die Handlung schlägt permanent  Haken, bricht Erwartungen auf, unterläuft jede vermeintliche Vorhersehbarkeit und verwandelt den Film in eine wilde Achterbahnfahrt, deren Reiz genau darin liegt, dass man nie weiß, wohin sie als nächstes führt.

Getragen wird das Ganze von einem starken Timothée Chalamet, der mich schon bei Bones and all beeindrucken konnte. Er mimt den unsympathischen Großkotz mit einer derart überzeugenden Mischung aus Arroganz, Charisma und latenter Verzweiflung, dass man sich dabei ertappt, ihm selbst dann die Daumen zu drücken, wenn er wieder einmal rücksichtslos über andere hinwegmarschiert und sein Umfeld als Steigbügelhalter begreift. Diese Ambivalenz ist eine der größten Stärken des Films: Man will Marty nicht mögen, fiebert aber doch mit ihm mit und wünscht ihm, dass er sein Ziel erreicht.

Zwischen all dem Chaos streut Safdie immer wieder komische Momente ein, die zum Teil an den Humor der Coen-Brüder erinnern. Die absurden Situationen, in die Marty sich manövriert, wirken wie aus einem Fiebertraum, aber sie fügen sich erstaunlich organisch in den Gesamtton des Films ein. Das Ergebnis ist ein Werk, das gleichermaßen nervenaufreibend, witzig und überraschend ist und die doch recht stattliche Spieldauer von 150 Minuten wie im Flug vergehen lässt.