You gotta care about yourself because nobody else will.
"I used to wake up in the morning and it was my day. And now it belongs to you." sagt Natalie in einem der zahlreichen Telefonate, die sie von unterwegs mit ihrem Mann führt. Das bringt ihre Gefühle und damit den Grund für ihre Flucht gut auf den Punkt. Doch ihr Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit endet schnell damit, dass sie sich gegen ihren Willen um den hilflos wirkenden Jimmie kümmern muss, der auf sich allein gestellt kaum lebensfähig zu sein scheint. Sie wird ihn einfach nicht mehr los, egal wie sehr sie sich bemüht. Nachdem sie den Polizisten Gordon kennengelernt hat, manövriert sie sich immer weiter in eine ausweglose Situation, bevor es zur finalen Eskalation kommt. Das Ende, wenn sie mit dem tödlich verwundeten Jimmie spricht, kann man durchaus dahingehend deuten, dass sie Frieden mit sich geschlossen und ihre Schwangerschaft und die damit einhergehenden Veränderungen in ihrem künftigen Leben akzeptiert hat. Die Worte könnten genauso gut an ihren Mann gerichtet sein. Und die Verantwortung für ein Kind hat sie quasi bereits dadurch übernommen, dass sie sich um Jimmie gekümmert hat. Was am Ende ihrer Reise und des damit verbundenen Lernprozesses steht, lässt Coppola bewusst offen, entlässt aber den Zuschauer immerhin mit dem Gefühl, dass sie die Dinge für Natalie zum Guten wenden werden.
Coppolas The Rain People ist ein typischer Vertreter der New-Hollywood-Ära und kann vor allem mit seinen hervorragenden Darstellern überzeugen. Insbesondere James Caan liefert mit der Rolle des geistig eingeschränkten Jimmie eine der besten Leistungen seiner Karriere ab und auch Shirley Knight gibt eine bravouröse Vorstellung. Mit einfachen Mitteln gedreht tritt der Regisseur einmal mehr den Beweis an, dass es für einen guten Film nicht mehr als eine interessante Story und gute Darsteller braucht. Hilfe hat er dabei von seinem Kumpel George Lucas erhalten, der zeitgleich an seinem Drehbuch zu THX 1138 arbeitete, während er Coppola assistierte.
Am Ende bleibt The Rain People ein leiser und erstaunlich moderner Film über eine junge Frau, die vor sich selbst davonläuft und unterwegs feststellt, dass Verantwortung nicht immer eine Last sein muss. Coppola interessiert sich weniger für große Gesten als für die kleinen Verschiebungen im Inneren und genau darin liegt die Stärke dieses oft übersehenen Frühwerks des Meisterregisseurs.
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