I'm not fucking crazy!
Steven Soderbergh hat mit Unsane wieder einmal bewiesen, dass er keine Angst vor formalen Experimenten hat. Gedreht mit einem iPhone, roh, körnig, nah an den Figuren – eigentlich genau das Setting, das einem psychologischen Thriller guttun sollte. Und doch bleibt der Film hinter seinem eigenen Anspruch zurück.
Das Thema ist grundsätzlich interessant und geht in eine ähnliche Richtung wie der einige Jahre zuvor entstandene Side Effects. Unsane behandelt die perfide Praxis, Patienten gegen ihren Willen einzuweisen, um über Krankenkassenabrechnungen Profit zu generieren. Die Szenen, in denen Claire sich gegen ein System wehrt, das sie nicht ernst nimmt und gleichzeitig finanziell ausschlachtet, gehören zu den eindringlichsten des Films. In diesen Momenten wirkt der Film fast dokumentarisch – und genau dann ist er am stärksten.
Weniger überzeugend ist dagegen der Subplot um den Stalker, der sich als Pfleger in die Anstalt einschmuggelt. Das wirkt wie ein Fremdkörper, als hätte jemand in einen halbwegs realistischen Albtraum plötzlich einen pulpigen Thriller-Bösewicht hineingeschrieben. Die Idee ist nicht nur konstruiert, sie untergräbt auch das eigentlich spannende Thema des institutionellen Missbrauchs.
Trotzdem – das muss man Soderbergh lassen – bleibt Unsane die meiste Zeit über spannend. Die klaustrophobische Kameraarbeit, das hektische Tempo und die ständige Unsicherheit darüber, was real ist und was nicht, sorgen dafür, dass man trotz aller Ungereimtheiten dranbleibt.
Am Ende bleibt ein Film, der viel will, manches erreicht und anderes verschenkt. Unsane ist kein Totalausfall, aber auch weit entfernt von Soderberghs stärksten Arbeiten. Ein interessantes Experiment mit einem wichtigen Thema – nur leider verpackt in eine Geschichte, die sich selbst zu oft im Weg steht.
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