Deneuve spielt das mit der ihr eigenen kühlen und distanzierten Art. Stets umgibt sie etwas Geheimnisvolles und dieser Eindruck bleibt auch bestehen, nachdem man erfahren hat, dass sie nicht diejenige ist, für die sie sich ausgibt. Bis zum Ende bleibt ihre Figur ein Stück weit undurchdringlich und unnahbar.
Gut gelungen ist die Art und Weise, wie der soziale und finanzielle Abstieg von Louis auch visuell nachvollziehbar gemacht wird. Die Schauplätze und Unterkünfte der beiden ändern sich im Verlauf der Handlung mehrfach und werden mit zunehmender Dauer immer trostloser. Beginnend mit der luxuriösen Villa in der exotisch anmutenden Tropenlandschaft von La Réunion, über Nizza und eine karge Mietwohnung in Lyon schließlich in eine kleine Hütte in den verschneiten Schweizer Alpen. Die Umgebung spiegelt dabei sehr schön die Beziehung zwischen Louis und Marion wider.
Stilistisch bedient sich der Film einiger typischer Mittel der Nouvelle Vague. Dazu gehören Jump Cuts ebenso wie Passagen, in denen Bild und Ton voneinander entkoppelt werden und Dialoge asynchron zum Gezeigten verlaufen. Hinzu kommen mehrere dynamisch inszenierte Autofahrten insbesondere in der ersten Hälfte des Films, die zum Teil wie eine Verbeugung vor Hitchcock wirken.
Am Ende hat Louis alles verloren: sein Geld, seine Macht, seinen gesellschaftlichen Status und seine Gesundheit. Selbst als er merkt, dass Marion ihm Rattengift in seine Getränke mischt, tut das seiner Liebe für sie keinen Abbruch. Bar jeder Vernunft scheint er ihr hoffnungslos verfallen. Umso bemerkenswerter ist das Ende, an dem beide trotz allem beschließen, einen weiteren gemeinsamen Neuanfang zu wagen, nachdem Marion Louis erneut ihre Liebe versichert hat.
Ein faszinierender Film über die zerstörerische Kraft der Liebe.
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