I made such a mess of things.
Ein in höchstem Maße fesselnder Mix aus Charakterstudie und Horrorthriller mit einer starken Mia Goth in der Hauptrolle. Hatte ich bei Frankenstein noch ihre mangelnde Ausstrahlung bemängelt, scheint ihr die Rolle der träumerischen Pearl wie auf den Leib geschneidert. Im Laufe der 100 Minuten läuft sich zu großer Form auf und gibt eine wahrlich beängstigende Vorstellung. Zu loben ist unbedingt die tolle Kamera-Arbeit von Eliot Rockett, der Pearls Umgebung als eine märchenhafte Welt erscheinen lässt, in der sie quasi die böse Hexe ist. Dabei ist ihre Sehnsucht nach einem besseren Leben, nach sexueller Befreiung, nach Ruhm und Anerkennung, die sie in ihrer angestrebten Karriere als Tänzerin zu finden glaubt, absolut nachvollziehbar. Sie fühlt sich wie eine Gefangene auf der heimischen Farm, wartend auf ihren Ehemann, der in Europa für sein Land im Krieg ist, unterdrückt und gegängelt von ihrer strengen, vom Leben verhärmten Mutter, ihren schwerkranken Vater aufopferungsvoll pflegend. Da ist es nur eine Frage der Zeit bis das Fass zum Überlaufen kommt und Pearl auf ihre sehr eigene Art und Weise aus ihrem Gefängnis ausbricht.
Zeitlich angesiedelt in den letzten Monaten des ersten Weltkrieges erzählt Ti West eine mitreißende Schauermär um eine einsame junge Frau, die ihrem tristen Alltag mit allen Mitteln entkommen will. Ganz witzig sind die Verweise auf das zur Drehzeit noch allgegenwärtige Corona-Virus, hier thematisiert in Form der Spanischen Grippe, die seinerzeit mehr als 20 Millionen Menschen dahinraffte. Ob die Menschen in den USA damals tatsächlich im Alltag mit Gesichtsmasken herumgelaufen sind, entzieht sich meiner Kenntnis und ist wohl eher als Seitenhieb zu verstehen. Hervorragend gelungen ist auch das Ende, das den Film auf perfekte Weise abrundet. Ganz toll!
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