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29 Januar 2019

SOLO: A STAR WARS STORY (Ron Howard, 2018)

Assume everyone will betray you and you will never be disappointed.

Im Nachhinein eine Vorgeschichte für die Figur des Han Solo zu erzählen, ist grundsätzlich eine blöde Idee, da die damit verbundene Erwartungshaltung gar nicht befriedigt werden kann. Ein Scheitern ist quasi unausweichlich. Erschwerend kommt hinzu, dass die Star-Wars-Saga auch nicht nach einer solchen Vorgeschichte verlangt. Während Rogue One noch eine sinnvolle Ergänzung darstellte und einige offene Fragen beantworten konnte („wie gelangten die Pläne des Todessterns in die Hände der Rebellen“, „warum hat eine derart perfekte Kampfstation eine solche Schwachstelle“, etc.), gibt es zur Herkunft von Han Solo keine Fragen, die zwingend beantwortet werden müssten. Alle zusätzlichen Informationen sind somit im besten Fall überflüssig, im schlechtesten Fall sogar geeignet, das Bild, das man seit vierzig Jahren von ihm hat, zu beeinträchtigen.

Denkbar schlechte Voraussetzungen also für Solo: A Star Wars Story. Immerhin konnte man nach einigem Hin und Her mit Ron Howard einen erfahrenen Regisseur, der sein Handwerk versteht, für das Projekt gewinnen. Mit der Wahl Alden Ehrenreichs als Hauptdarsteller bewies man hingegen ein weniger glückliches Händchen. Zwar macht er seine Sache nicht so schlecht, doch fehlt ihm erkennbar das Draufgängerische, das den von Harrison Ford gespielten Solo auszeichnete. Ehrenreichs Solo ist weniger der liebenswerte Halunke aus Episode IV als vielmehr ein sympathischer, verliebter Jüngling, der von einer großen Zukunft und seinem eigenen Raumschiff träumt. Hingegen verkörpert der von Woody Harrelson gespielte Tobias Beckett all jenes, was man bisher mit Solo verbunden hat und lässt Ehrenreich daneben ziemlich blass aussehen. 

Angesichts der schwierigen Ausgangssituation ist Solo: A Star Wars Story dennoch ein recht ansehnlicher Film geworden, der über die gesamt Spielzeit gut unterhält. Das von Star-Wars-Veteran Lawrence Kasdan in Zusammenarbeit mit seinem Sohn erstellte Drehbuch ist ganz brauchbar und sorgt mit einigen Wendungen zumindest dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Neben einem tollen Woody Harrelson kann auch Donald Glover als Lando Calrissian überzeugen und Paul Bettany hat ebenfalls einen gelungenen Auftritt als Oberschurke. Die Dialoge sind recht gewitzt und kommen überwiegend gut auf den Punkt. Zudem ist das Ganze routiniert inszeniert und schön fotografiert, die Effekte können ebenfalls überzeugen. Bezüglich der Frage, ob ich den Charakter der auf einem knallharten Emanzipationskurs befindlichen, resoluten Roboterdame L3-37 als gelungen ansehen soll, bin ich mir noch nicht ganz im Klaren. Eigentlich fand ich die Idee recht witzig, und sie ist auch auf durchaus originelle Art und Weise umgesetzt, doch die dezenten Andeutungen in Richtung einer romantische Züge annehmenden Beziehung zwischen L3-37 und ihrem Besitzer Lando fand ich dann doch etwas weit hergeholt und wenig glaubwürdig. 

Angesichts der eingangs formulierten Kritikpunkte ist die Tatsache, dass Solo: A Star Wars Story vielfach nur mäßige Begeisterung ausgelöst hat, verständlich. Bei nicht allzu kritischer Herangehensweise kann man aber durchaus seinen Spaß mit dem Film haben. Gegen den meiner Meinung nach hervorragenden Rogue One stinkt er jedoch ziemlich ab.

30 April 2018

STAR WARS: EPISODE VIII – THE LAST JEDI (Rian Johnson, 2017)

The legacy of the Jedi is failure.

Es gibt wahrlich genug, was man an The last Jedi kritisieren kann. Da sind zunächst die ständigen Wiederholungen: Während der Vorgänger fast wie ein Remake von Episode IV wirkte, werden hier weite Teile der Handlung von Episode VI und in der zweiten Filmhälfte von Episode V verwurstet und in abgewandelter Form recycelt. Dabei finden sich die handelnden Personen alle in ähnlichen Konflikten und Situationen wieder wie ihre Vorgänger in den genannten Filmen. Beispielhaft sei die Ausbildung der unerfahrenen Rey auf einem abgelegen Planeten durch den Jedi-Meister Luke Skywalker (in EP V Luke und Yoda) und ihre Konfrontation mit der dunklen Seite der Macht genannt oder der Handlungsstrang, in dem Rey sich freiwillig stellt, um Ben zu bekehren, was wie in EP VI in einer Begegnung mit obersten Hüter der dunklen Seite mündet – hier allerdings mit anderem Ausgang. Auch in vielen Details und kleineren Szenen gibt es frappierende Ähnlichkeiten mit den Filmen der Ursprungstrilogie. Dies kann man wahlweise entweder als Einfallslosigkeit oder auch wohlwollend als Reminiszenzen werten.

Hinzu kommen diverse Logikfehler, insbesondere was die Verfolgung der Rebellenschiffe durch die Sternenzerstörer und die zeitlichen Abläufe der Rettungsmission zur Deaktivierung des Peilgeräts inklusive Abstecher nach Canto Bight betrifft. Der gesamte Subplot hat ohnehin keinerlei Auswirkung auf die Handlung und hätte ohne Substanzverlust herausgeschnitten werden können. Und auch die merkwürdig anmutende Liebesgeschichte zwischen Finn und Rose wäre entbehrlich gewesen. Dies auch im Hinblick auf die überlange Laufzeit, die die Spieldauer sämtlicher Vorgänger weit übertrifft. Und nicht zuletzt wird die Sache mit den Hologrammen hier derart auf die Spitze getrieben – vor allem in der finalen Schlacht – dass schon eine gehörige Portion Nachsicht beim Zuschauer vonnöten ist. An den teils sehr flachen Humor hat man sich hingegen im Laufe der Jahre und Jahrzehnte gewöhnt – zeichnete dieser doch auch schon sämtliche bisherigen Teile der Reihe aus.

Doch trotz all der genannten Schwächen macht The last Jedi eine Menge Spaß. Das liegt vor allem daran, dass das Star-Wars-Universum auch nach 40 Jahren nichts von seiner Faszination verloren hat, zumal der Film sich – wie bereits erwähnt – optisch und atmosphärisch perfekt in die Reihe einpasst. Die vielen Reminiszenzen an die Ursprungstrilogie sind letztlich auch Ausdruck dessen, dass es einfach nichts Neues mehr zu erzählen gibt. Mit Episode VI war die Geschichte eigentlich abgeschlossen. Danach diese schlüssig weiterzuerzählen ohne sich zu wiederholen, ist schwierig. Diese Probleme hatte natürlich der Ableger Rogue One nicht, und so ist es nicht verwunderlich, dass dieser hinsichtlich einer interessanten Story weitaus mehr zu bieten hatte als die Episoden VII und VIII. Und dennoch: The last Jedi ist verdammt gut gemachtes Unterhaltungskino mit inhaltlichen Schwächen, die aber durch die grandiose Atmosphäre nicht weiter ins Gewicht fallen. Wie schon beim Vorgänger gelang es auch hier, Look und Geist der Ursprungstrilogie gekonnt einzufangen. Dies ist natürlich deswegen besonders wichtig, weil die Handlung unmittelbar nach dem Ende von Episode VII einsetzt. Auch die Darsteller machen ihre Sache gut, wobei insbesondere die Szenen mit Carrie Fisher eine gehörige Portion Wehmut hervorrufen, ist sie doch nach Abschluss der Dreharbeiten auf so tragische Weise verstorben. Ihr ist der Film auch gewidmet. In Loving Memory of Our Princess – Carrie Fisher heißt es dann am Ende und entlässt den Zuschauer mit einem dicken Kloß im Hals.

12 Mai 2017

ROGUE ONE (Gareth Edwards, 2016)

Rebellions are built on hope.

Gareth Edwards konnte mich mit seinen beiden bisherigen Spielfilmen, dem mäßig unterhaltsamen Monsters und dem grottenschlechten Godzilla nicht gerade begeistern. Insofern war ich etwas skeptisch, inwieweit er die richtige Wahl für das erste offizielle Star-Wars-Spin-Off sein würde. Meine anfänglichen Zweifel wurden jedoch schnell zerstreut.  

Wie allseits bekannt, erzählt Rogue One die Vorgeschichte zu Episode IV, also davon, wie die Baupläne des Todessterns in die Hände der Rebellen gelangten. Und obwohl die Protagonisten allesamt unbekannt sind und in den bisherigen Filmen der Reihe nicht vorkommen, stellte sich doch schnell das Gefühl ein, einem echten Star-Wars-Film beizuwohnen. Dafür sorgen nicht nur die bekannten Settings, Figuren und Raumschiffe, sondern auch zahlreiche weitere Referenzen für diejenigen, die mit den übrigen Filmen vertraut sind. Sei es der „Walrus-Man“ (Ponda Baba) samt Begleiter, der in einer kurzen Szene zu sehen ist und in Episode IV zu einem wenig ruhmreichen Auftritt in der Bar in Mos Eisley kam, das Schachspiel mit den kleinen Monstern, das auch später von Chewie im Millenium Falcon gespielt wird, etc. Und auch Darth Vader ist natürlich mit von der Partie, wobei sich seine Präsenz auf einige kurze, dafür aber umso bedrohlicher wirkende Auftritte beschränkt.

Bezüglich des Looks orientierte man sich glücklicherweise an den alten Filmen und ignorierte den Hochglanz-Look der Episoden I bis III. Und so passt sich Rogue One schon rein optisch nahtlos ein und wirkt als Prequel authentischer als die Vorgenannten. Auch die Herausforderung, eine schlüssige Story um die Entwendung der Todesstern-Pläne zu entwickeln, wurde gut gemeistert. Die Geschichte wirkt durchaus glaubwürdig und passt gut in den Gesamtkontext, zumal nun endlich eine Frage zufriedenstellend beantwortet wird, die der aufmerksame Kinogänger sich schon anno 1977 gestellt hat, nämlich wie es passieren konnte, dass eine derart aufwändig und perfekt konstruierte Raumstation wie der Todesstern eine solche Schwachstelle aufweisen konnte. Nun weiß man es endlich. Die Inszenierung ist relativ actionlastig und orientiert sich damit stärker an Return of the Jedi als an den Episoden IV und V. Auch der Humoranteil wurde (glücklicherweise) stark reduziert. Die Wirkung der Macht wird kaum thematisiert, was aber ebenfalls passt, denn zu Beginn von Episode IV ist eben jene ja ziemlich in Vergessenheit geraten, weil es dank Order 66 so gut wie keine Jedi mehr gibt. 

Die kleine Rebellengruppe, die im Zentrum der Handlung steht, ist bunt gemischt und die Zusammenstellung erkennbar von dem Bemühen geprägt, jeder Figur ein Wiedererkennungsmerkmal zu verpassen. Dies ist gut gelungen und selbst die Einbindung eines Droiden funktioniert völlig problemlos. Der wuchtige und irgendwie etwas unheimliche K-2SO, ein umprogrammierter Wachroboter des Imperiums, ist eine der interessantesten künstlichen Geschöpfe des Star-Wars-Universums. 

Ein besonderes Lob gebührt den Machern für die „Wiederbelebung“ Peter Cushings als Gouverneur Tarkin mittels motion-capturing. Die Wirkung ist einfach phänomenal und die entstandenen Bilder wirken täuschend echt. Man könnte meinen, die Szenen seien tatsächlich von dem vor knapp 25 Jahren verstorbenen Briten gespielt worden, wozu sicherlich auch die Tatsache beiträgt, dass Cushing schon zu Lebzeiten den optischen Eindruck einer wiederbelebten Leiche vermittelte. Jedenfalls bereiteten mir die Szenen mit ihm große Freude. Bei Carrie Fisher als Prinzessin Leia verpufft der Effekt hingegen etwas, was aber auch an der kurzen Screentime liegt. Dennoch trägt die Szene zu einem fast nahtlosen Übergang zwischen dem Ende von Rogue One und dem Beginn von Episode IV bei. 

Gibt es auch etwas Negatives über Rogue One zu berichten? Wenn man kritisch sein will, könnte man sagen, dass die Rebellen um Jyn Erso nicht die Magie entfalten wie seinerzeit Luke Skywalker, Prinzessin Leia und Han Solo. Das stimmt zwar, ist aber irgendwie auch etwas unfair. Außerdem empfand ich die Gegenseite (das Imperium) ohnehin immer als die Faszinierendere, und deren Wirkung ist nach wie vor ungebrochen. Wenn etwa Darth Vader auftaucht, begleitet von den typischen Geräuschen seiner Beatmungsmaske, hält man immer noch in Ehrfurcht die Luft an – genau wie vor 40 Jahren. Und mein inzwischen recht fortgeschrittenes Alter trägt zu der Erkenntnis bei, die Rebellengruppe ganz ohne Verklärung als das zu sehen, was sie schon 1977 war: eine Bande skrupelloser Terroristen, die weder vor Attentaten noch Terroranschlägen zurückschreckt. Natürlich machen sie hehre Ziele für ihre Taten geltend, doch macht das nicht jeder Terrorist? Die Daumen drückt man ihnen natürlich trotzdem.

04 Januar 2016

STAR WARS: EPISODE VII - THE FORCE AWAKENS (J. J. Abrams, 2015)

Chewie, we're home. 

Zwei Wochen nach Kinostart habe ich es nun endlich auch geschafft. Irgendwie war ich mit meiner Platzreservierung immer zu spät, und da ich kein 3D mag, war es trotz der vielen Vorstellungen schwierig, einen vernünftigen Platz zu bekommen. Ich habe mich im Vorfeld bewusst nicht mit dem Film beschäftigt, keine Trailer geschaut und keine Kritiken gelesen, um ihn möglichst unvoreingenommen aufzunehmen (die ein oder andere euphorische Reaktion aus dem Bekanntenkreis habe ich natürlich trotzdem mitbekommen). 

Der Kinobesuch hinterließ dann bei mir in erster Linie Begeisterung, unter die sich allerdings mit einigen Tagen Abstand auch etwas Enttäuschung mischte. Doch zuerst zu den positiven Aspekten. Es ist J. J. Abrams ganz ohne Zweifel gelungen, den Geist der Original-Trilogie einzufangen. Episode 7 sieht so aus, als sei er wenige Jahre nach Return of the Jedi entstanden und nicht mehr als dreißig Jahre später. Er zeigt dasselbe Universum, in dem immer alles staubbedeckt und irgendwie angegammelt zu sein scheint - eine Welt, die so ganz anders aussieht als die auf Hochglanz polierten CGI-Bilder der letzten drei Filme. Ich zähle zu den wenigen Freunden der Original-Trilogie, die auch jenen Filmen positive Seiten abgewinnen können, insbesondere Episode I, doch der massive CGI-Einsatz und der extrem digitale Look haben mich seit jeher gestört. Von dem unsäglichen Hayden Christensen ganz zu schweigen. Aber zurück zu The Force awakens: Die Kämpfe und Actionszenen wirken wieder weitaus realistischer, die Sets bodenständiger und die Patina-überzogenen Raumschiffe vermitteln das Gefühl, tatsächlich einem Weltraum-Märchen beizuwohnen, das sich gemäß dem zu Beginn eingeblendeten Text vor langer Zeit ereignet hat, ungeachtet der gewaltigen technischen Weiterentwicklung im Vergleich mit den heutigen Möglichkeiten (auf der Erde). Zudem gelang es, die Darsteller der tragenden Figuren der Original-Trilogie, soweit diese Episode VI überlebt haben, zu verpflichten und so weitere Bezugspunkte zu schaffen. Wenn dort Han Solo und Chewbacca umherlaufen und der Millenium Falcon in den Hyperraum startet, fühlt sich das viel mehr nach Star Wars an als Ewan McGregor und Hayden Christensen zuzuschauen. Und mit der Figur der Schrottsammlerin Rey gelang es eine ebenso interessante wie mysteriöse Protagonistin zu etablieren, die zudem noch sehr ansprechend aussieht.

Auch darüber hinaus wimmelt es an Anspielungen und Reminiszenzen an die Ur-Trilogie, sei es das Setting des Wüstenplaneten Jakku, das frappierende Ähnlichkeit mit dem von Tatooine aufweist, die Figuren in der Bar auf Takodana, von denen viele schon in früheren Filmen zum Einsatz kamen oder - besonders gelungen - der abgestürzte Sternenzerstörer, der im Wüstensand von Jakku verrottet. Das geht so weit, dass ganze Handlungsstränge (teils leicht abgewandelt) übernommen wurden, wie das Verstecken einer wichtigen Information in einem Droiden, die Flucht im Millenium Falcon vor den Truppen der Ersten Ordnung, die misslungene Ausbildung eines Jedi-Jüngers, der daraufhin zur dunklen Seite der Macht überläuft oder der Bau eines neuen Todessterns (hier als Starkiller bezeichnet) und dessen Zerstörung durch den Widerstand. Dies ließe sich noch beliebig fortsetzen und lässt The Force awakens fast wie ein Remake des ursprünglichen Star Wars erscheinen, womit ich langsam zu den Punkten komme, die zumindest eine Spur von Enttäuschung bei mir zurückließen. Echte Neuerungen gibt es kaum, durch die zahlreichen Anspielungen hat man viele Deja-Vu-Erlebnisse, die zwar die Identifikation erleichtern und dazu gedacht sind, die "alten" Fans zwischen 35 und 50 Jahren zu ködern. Doch bergen sie auch das Gefühl der Redundanz. Echte Überraschungen gibt es so gut wie keine, abgesehen von der sehr gelungenen Szene mit Han Solo und Kylo Ren. Hier ging man für meinen Geschmack zu sehr auf Nummer sicher und scheute ganz offensichtlich das Risiko, die "alten" Fans zu verprellen. Wenn man böse sein wollte, könnte man dies auch einfallslos nennen. Der Gipfel in dieser Hinsicht ist der nunmehr dritte Angriff auf einen Todesstern und dessen Zerstörung, wobei die Deaktivierung der Verteidigungssysteme hier besonders unglaubwürdig gelöst ist: eine der Ersten Ordnung treu ergebende Offizierin wird unter an den Kopf gehaltener Waffe dazu gezwungen, alle Systeme abzuschalten. Und auch die Figur des Kylo Ren, die einen Darth-Vader-Ersatz darstellen soll, ist nur bedingt gelungen. Gleich mehrfach muss der Böse seine Maske abnehmen und dabei sein wenig furchteinflößendes Antlitz offenbaren, wobei man sich fragt, warum er überhaupt eine Maske trägt. Während dies bei Vader aufgrund der verbrannten Lunge und der damit verbundenen Notwendigkeit, eine Beatmungsmaschine zu tragen, erklärt wurde, wirkt es hier wie ein Mode-Gag.

Dies alles konnte meinen Filmgenuss dennoch nur unwesentlich schmälern. Die positiven Aspekte überwiegen bei Weitem. Die Inszenierung ist jederzeit auf der Höhe des Geschehens, die Effekte sind sensationell und wirken dabei trotzdem handgemacht, der Look des Films ist schlichtweg phantastisch und John Williams Score über jeden Zweifel erhaben. Vor allem aber konnte The Force awakens bei mir nahezu den gleichen Zauber entfachen wie The Empire strikes back anno 1980 (als Star Wars im Kino lief, war ich noch zu klein). Für 135 Minuten fühlte ich mich ein Stück weit wieder so als sei ich zehn Jahre alt. Und alleine dafür bin ich den Machern dankbar.

10 April 2010

STAR WARS: EPISODE III - REVENGE OF THE SITH (George Lucas, 2005)

Rise!

Wie seine beiden Vorgänger ein Film mit vielen Schwächen. Der darstellerischen Defizite Christensens zum Trotz gelingt es Lucas, Anakins Wandlung zu Darth Vader einigermaßen plausibel darzustellen. Der finale Kampf mit Kenobi ist natürlich völliger Schwachsinn, aber Schwamm drüber! 

Atmosphärisch ist Episode III durchaus ansprechend, schön düster und dem Anlass angemessen. Wie schon die beiden Vorgänger mag ich den Film trotz all seiner Schwächen. Hundertprozentig überzeugen kann mich keiner der drei Filme, unterhaltsam sind sie alle. Lucas größter Fehler ist ganz klar die Besetzung des uncharismatischen Hayden Christensen als Anakin Skywalker. Hätte ich bei der ersten Sichtung der "alten" Filme geahnt, dass Darth Vader ein solcher Waschlappen ist, hätten mich diese Film bestimmt nicht über Jahrzehnte hinweg in ihren Bann gezogen... 

01 April 2010

STAR WARS: EPISODE I - THE PHANTOM MENACE (George Lucas, 1999)

There's always a bigger fish.

Da meine Tochter und ihr Spielkamerad den Wunsch geäußert hatten, den Film zu sehen, nutzte ich die Gelegenheit, meine Erinnerung aufzufrischen. 

Wahrscheinlich bin ich der einzige erwachsene Mensch außerhalb der Filmcrew, der Lucas nachträglich gedrehten Beginn der Star-Wars-Saga mag. Dies hat sich auch nach dieser Sichtung nicht geändert. Abgesehen vom Nervfaktor Jar Jar Binks, der aber glücklicherweise nur wenig Screentime hat, fühlte ich mich von dem bunten Treiben wieder mal bestens unterhalten. Höhepunkte sind das rasant inszenierte Pod-Race (auch akkutstisch ein absolutes Hightlight) und der finale Kampf zwischen Darth Maul und Qui-Gon.