Donnerstag, 26. März 2009

NIGHT OF THE BIG HEAT (Terence Fisher, 1967)

Ein ungewöhnlich trashiger Film des britischen Horror-Regisseurs, der in seiner Machart etwas an die Jack-Arnold-Klassiker der 50er Jahre erinnert (die allerdings auf einem deutlich höheren Niveau angesiedelt sind) und so gar nicht zu dem Bild passen will, das meine bisherigen filmischen Begegnungen mit Fisher mir von ihm vermittelt haben. 

Umso erstaunlicher, dass sich gestandene Filmgrößen wie Peter Cushing und Christopher Lee für dieses Spektakel hergaben, wobei ihre Auftritte immerhin dafür sorgen, dass das Ganze nicht vollendes in plattem Klamauk versinkt. Zudem kann Jane Merrow mit ein paar optischen Reizen aufwarten, und mit dem kantigen Patrick Allen bietet man einen Protagonisten mit starkem Identifikationspotential. Die Krönung aber sind die außerirdischen Wesen, die wie aufgedunsene Verwandte meiner kleinen Schreibtischlampe aussehen. 

Einen gewissen Unterhaltungswert jedenfalls kann man Night of the big Heat trotz - oder vielleicht auch gerade wegen - seiner billigen Machart nicht absprechen.  

Freitag, 20. März 2009

THE PHANTOM OF THE OPERA (Terence Fisher, 1962)

I caught a couple o' beauties tonight.

Fishers sehr freie Interpretation des bekannten Romans von Gaston Leroux kommt nicht so recht in die Gänge. Das Set-Design ist gewohnt überzeugend, aber die atmosphärische Dichte anderer Fisher-Werke wie The Hound of the Baskervilles oder Dracula wird nicht mal im Ansatz erreicht. So schleppt sich der Film über 80 Minuten dahin, ohne jemals den Hauch von Spannung oder gar Grusel zu versprühen. 

Zu dem eher drögen Gesamteindruck tragen auch die Darsteller bei, die mit Ausnahme von Herbert Lom in der Titelrolle jegliche Ausstrahlung vermissen lassen. 

Unter dem Strich also eine nur bedingt unterhaltsame Angelegenheit.  

Dienstag, 10. März 2009

THE HORSEMEN (John Frankenheimer, 1971)

Hhm, ich weiß nicht so recht, was ich zu Frankenheimers Verfilmung von Joseph Kessels Roman über die afghanischen "Buzkashi"-Reiter schreiben soll. Dass mich dieses rohe, primitive Spiel schon bei Rambo 3 gelangweilt hat? Dass ich dem Kamelkampf zu Beginn noch weniger abgewinnen konnte? Dass Afghanistan ein landschaftlich wunderschönes Land ist, dessen Anziehungskraft Frankenheimer durchaus ansprechend in Szene zu setzen wusste?

Tatsache ist: ich wurde nicht richtig warm mit The Horsemen. An Omar Sharif lag es nicht, seine Interpretation des eitlen, selbstverliebten Uraz, dem Stolz und Ehre über alles gehen, ist ohne Einschränkung überzeugend. Auch die übrigen Darsteller geben sich keine Blöße. Und doch funktioniert der Film für mich einfach nicht. Frankenheimer wirkt hier wie ein unbeholfener Schüler David Leans, ohne die epische Größe eines Lawrence of Arabia, von dem sein FIlm erkennbar beeinflusst ist, auch nur im Ansatz zu erreichen. 

Alles in allem kein richtig schlechter Film, aber der schwächste, den ich bisher von Frankenheimer gesehen habe.