Eine leidliche spannende Geschichte, ein stimmungsvoller Score und ein tolles Setting im Wien des ausklingenden 19. Jahrhunderts. Jessica Biel ist 'ne hässliche Kröte, Edward Norton und Paul Giamatti überzeugen, Rufus Sewell weniger. Insgesamt recht unterhaltsam.
Freitag, 27. Februar 2009
Dienstag, 24. Februar 2009
SE, JIE / Gefahr und Begierde (Ang Lee, 2007)
Ganz anders diese groß angelegte Spionage-Geschichte, die inhaltlich verblüffende Parallelen zu Verhoevens Zwartboek aufweist, obwohl Lee die Sache ganz anders angeht als der von mir so verehrte Niederländer. Angesiedelt im japanisch besetzten China der 40er Jahre erzählt Lee über eine Spieldauer von 2 1/2 Stunden eine Geschichte über Liebe und Verrat, über Misstrauen, Einsamkeit und unerfüllte Sehnsüchte. Er konzentriert sich auf die beiden Hauptfiguren Yi (ein großartiger Tony Leung) und Mak Tai Tai, die von der Debütantin Wei Tang mitreißend verkörpert wird und räumt den Nebenrollen nur wenig Platz ein.
Freitag, 20. Februar 2009
THE BERMUDA TRIANGLE (René Cardona Jr., 1978)
In den Anfangszeiten des deutschen Privatfernsehens lief der Streifen des öfteren zu nächtlicher Stunde bei RTL, wo er mich mit seiner düsteren, furchteinflößenden Atmosphäre regelmäßig zu begeistern wusste. Seit meiner letzten Sichtung sind mehr als zwanzig Jahre vergangen und so war ich gespannt, inwieweit Cardonas Filmchen über das Bermuda-Dreieck mich noch würde beeindrucken können.
Einigermaßen überrascht war ich, dass John Huston mitspielt, der normalerweise für Qualität steht, unabhängig davon, ob er vor oder hinter der Kamera agiert. Wobei man in diesem Fall von Qualität eigentlich nicht sprechen kann, denn objektiv betrachtet ist The Bermuda Triangle ein kleines, billiges Horrorfilmchen mit mäßig agierenden Darstellern, schlampigen Effekten und einer nicht immer schlüssigen Story.
Dennoch kann und will ich nicht verhehlen, dass ich mich von dem Dargebotenen äußerst gut unterhalten fühlte. Von dem undurchsichtig agierenden kleinen Mädchen mit der unheimlichen Puppe geht eine morbide Faszination aus, der man sich nur schwer entziehen kann, wenn auch die Idee alles andere als neu ist. Zudem vermeidet Cardona den Fehler, die Vorgänge irgendwie erklären zu wollen und überlässt es dem Zuschauer, sich die Details zusammenzureimen. Sein Film funktioniert nach dem simplen 10-kleine-Negerlein-Prinzip, nur dass man hier meistens vorher weiß, wer als nächstes dran glauben muss, weil das kleine Mädchen es ankündigt. Da ist das verwirrende Ende nur konsequent, das den Film in perfekter Weise abrundet.
Freitag, 6. Februar 2009
PARAN DAEMUN/Birdcage Inn (Kim Ki-duk, 1998)
Nicht zuletzt aufgrund der ungewöhnlich vielen Dialoge für Neueinsteiger sicherlich einer seiner zugänglichsten Filme. Seine sperrigen Werke sind mir dennoch lieber.
Dienstag, 3. Februar 2009
LAURA (Otto Preminger, 1944)
I can afford a blemish on my character, but not on my clothes.
Als Zuschauer ist man ähnlich wie McPherson ständig hin- und
hergerissen, wen man nun verdächtigen soll, wobei die totale Faszination
Lauras auf die Männerwelt aufgrund der etwas spröden Darstellung Gene
Tierneys nur bedingt nachzuvollziehen ist. Herausragend für mich die
Performance von Clifton Webb, der mit seinen messerscharfen zynischen
Wortpfeilen den anderen die Show stiehlt. Ein Misanthrop wie aus dem
Bilderbuch.
Montag, 2. Februar 2009
CINCINNATI KID (Norman Jewison, 1965)
You're good, kid, but as long as I'm around, you're only second best.
Die Handlung weist bei oberflächlicher Betrachtung starke Ähnlichkeiten mit The Hustler auf, doch im Gegensatz zu diesem setzt Jewisons Film weniger auf Charakterentwicklung denn auf vordergründige Spannung. Die Charaktere bleiben relativ flach und machen auch keine nennenswerte Entwicklung durch, so dass der Streifen seine Spannung einzig und allein aus der Frage bezieht, wer am Ende siegreich sein wird.
Was nicht heißen soll, dass der Film schlecht ist, nein, das Ganze ist durchaus spannend inszeniert und atmosphärisch sehr gelungen. Die Darstellerriege beeindruckt schon allein durch die Ansammlung hochkarätiger Namen.
Unter dem Strich sehr ansehnlich, aber doch eine ganze Klasse unterhalb von The Hustler angesiedelt.
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