Nach Wo hu cang long ist Se, Jie
erst meine zweite Begegnung mit Lee, was auch daran liegt, dass er des
öfteren Themen verarbeitet, die mich nicht einmal im Ansatz
interessieren. Mir ist jedenfalls bisher kein Grund eingefallen, warum
ich mir Hulk oder Brokeback Mountain anschauen sollte.
Ganz anders diese groß angelegte Spionage-Geschichte, die inhaltlich verblüffende Parallelen zu Verhoevens Zwartboek aufweist, obwohl Lee die Sache ganz anders angeht als der von mir so verehrte Niederländer. Angesiedelt im japanisch besetzten China der 40er Jahre erzählt Lee über eine Spieldauer von 2 1/2 Stunden eine Geschichte über Liebe und Verrat, über Misstrauen, Einsamkeit und unerfüllte Sehnsüchte. Er konzentriert sich auf die beiden Hauptfiguren Yi (ein großartiger Tony Leung) und Mak Tai Tai, die von der Debütantin Wei Tang mitreißend verkörpert wird und räumt den Nebenrollen nur wenig Platz ein.
Ganz anders diese groß angelegte Spionage-Geschichte, die inhaltlich verblüffende Parallelen zu Verhoevens Zwartboek aufweist, obwohl Lee die Sache ganz anders angeht als der von mir so verehrte Niederländer. Angesiedelt im japanisch besetzten China der 40er Jahre erzählt Lee über eine Spieldauer von 2 1/2 Stunden eine Geschichte über Liebe und Verrat, über Misstrauen, Einsamkeit und unerfüllte Sehnsüchte. Er konzentriert sich auf die beiden Hauptfiguren Yi (ein großartiger Tony Leung) und Mak Tai Tai, die von der Debütantin Wei Tang mitreißend verkörpert wird und räumt den Nebenrollen nur wenig Platz ein.
Dabei geht es Lee weniger um einen spannenden
Spionage-Thriller (der Se, Jie nicht ist), als um
eine atmosphärisch dichte Schilderung der fiktiven Geschehnisse.
Bildgewaltig und mit fast pedantischer Akribie lässt er das Shanghai der
40er Jahre vor den Augen des Zuschauers wiederauferstehen und zieht
dabei alle Register. Ausstattung, Sets und Kostüme sind schlichtweg eine
Wucht.
Ungewöhnlich sind die recht krassen Sexszenen inklusive einer
halben Vergewaltigung, die dem Film in den USA ein NC-17-Rating
verpassten. Diese Szenen, in denen die beiden Darsteller an ihre Grenzen
gehen, zeigen exemplarisch die innere Zerrissenheit der Figuren,
speziell die erste, in der Yi mit einer angedeuteten Leibesvisitation
beginnt, ihr die Kleider vom Leib reißt, sie mit dem Gürtel schlägt und
fesselt, während ihre angewiderte Abwehrhaltung zu Beginn einer immer
stärkeren Hingabe weicht. Großartig gespielt. Guter Film.
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