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06 Juni 2011

THE MACKINTOSH MAN (John Huston, 1973)

Even the best of politicians have to compromise sometimes.

Ein recht spannender Agententhriller mit einem vollkommen souveränen Paul Newman in der Hauptrolle. 

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Huston sich hier von den James-Bond-Filmen hat inspirieren lassen, wobei The Mackintosh Man dann doch eher in die Kategorie "James Bond für Arme" fällt. Der größte Schauwert sind hier nicht etwa exotische Landschaften, sondern die äußerst attraktive Dominique Sanda. 

Alles in allem ein harmloses aber kurzweiliges Vergnügen.

24 April 2011

KEY LARGO (John Huston, 1948)

When your head says one thing and your whole life says another, your head always loses.

Kammerspielartiger, auf einem Theaterstück basierender Gangsterfilm, der weitgehend auf einen Handlungsort, nämlich die Hotel-Lobby, beschränkt ist. 

Der Anfang ist noch recht beschaulich, doch mit zunehmender Spieldauer spitzt sich das Geschehen immer mehr zu. Dabei verlässt Huston sich ganz auf seine Darsteller und die griffigen Dialoge. Dominiert wird der Film natürlich von dem Duo Bogart/Robinson, aber auch Lionel Barrymore hat mir ausgesprochen gut gefallen. Lauren Bacall beschränkt sich weitgehend darauf, Bogart hin und wieder einen schmachtenden Blick zuzuwerfen. 

Gegen Ende nimmt der Film dann nochmal richtig Fahrt auf. Das tolle Finale auf dem Boot entschädigt für die ein oder andere Länge während der vorangegangenen 90 Minuten.

10 Mai 2010

THE MALTESE FALCON (John Huston, 1941)

The stuff that dreams are made of. 

Hustons Regiedebut ist nicht nur einer der wichtigsten Vertreter des Film Noir, sondern auch der erste, der die Rolle des sich stets am Rande der Legalität bewegenden, zwielichtigen Privatdetektivs in den Mittelpunkt stellte und so eine ganze Reihe von Filmen ähnlicher Machart nach sich zog. Ob Hawks Big Sleep (Bogart spielt hier eine sehr ähnliche Rolle) oder Polanskis Chinatown - die Spuren, die Hustons Film hinterlassen hat, sind unübersehbar. 

Die Story, die sich zu einem Großteil aus Lügen und deren Enttarnung zusammensetzt, verkommt beinahe zur Nebensache. Weitaus wichtiger sind die Entwicklung der Hauptfiguren und ihre Interaktionen. The Maltese Falcon lebt von seinen messerscharfen, äußerst pointierten Dialogen, die Huston überwiegend wörtlich aus Hammetts Roman übernahm, und natürlich von seinen Darstellern. Neben einem großartig aufspielenden Bogart ragt vor allem der Theaterschauspieler Sydney Greenstreet heraus. Seine Wortduelle mit Bogart sind es alleine wert, den Film zu sehen. Auch toll: Peter Lorre in einer überaus schmierigen Rolle. Nicht gänzlich überzeugen kann hingegen Mary Astor.

Als ich am Tag nach der Sichtung die DVD nochmals einlegte, um mir ein paar Szenen erneut anzusehen, landete ich zunächst in der deutschen Sprachfassung, um völlig irritiert festzustellen, dass man die deutsche Tonspur mit einer leichtfüßigen Jazznummer unterlegt hat, die in völligem Gegensatz zur düsteren Atmosphäre des Films steht. Im Originalton kommt an dieser Stelle gar keine Musik. Weiteres Zappen brachte zutage, dass man dies auch an anderen Stellen des Films gemacht hat. Und nicht nur das: auch die Darsteller klingen in der deutschen Fassung stellenweise so, als hätten sie einem im Tee. Daher an dieser Stelle die dringende Empfehlung, sich The Maltese Falcon unbedingt im Original anzuschauen.  

26 April 2010

MOBY DICK (John Huston, 1956)

I don't give reasons. I give orders!

Hustons Verfilmung des Melville-Klassikers besticht vor allem durch die stilvolle Farbgebung und das erzählerische Geschick Hustons. Als Beispiel für Letzteres sei die Einführung der Figur des Kapitän Ahab genannt. Lange Zeit bleibt er der Crew und dem Zuschauer verborgen. Man hört nur seine polternden Schritte nachts auf dem Deck und sieht die verschlossene Tür seiner Kabine. Als er dann eines Tages unvermittelt auf Deck auftaucht, erkennt man das zunächst nur an den versteinerten Gesichtszügen der Matrosen, die wie gebannt in seine Richtung starren.

Die gute Inszenierung kann aber nur bedingt darüber hinwegtäuschen, dass Gregory Peck nicht gerade die Idealbesetzung für die Rolle ist. Er macht seine Sache zwar ganz ordentlich, restlos überzeugen kann er jedoch nicht. Insbesondere in den ersten Szenen, in denen er auftritt, lässt er den nötigen Ernst vermissen und stellenweise scheint es, als unterdrücke er mühsam ein Lächeln. Ein verbitterter, vom Hass zerfressener Mann sieht anders aus. Allerdings steigert er sich mit zunehmender Spieldauer - ich weiß nicht, ob Huston die Szenen in chronologischer Reihenfolge drehte - und zum Ende hin fällt diese Schwäche kaum noch ins Gewicht, zumal die Jagd nach dem Wal die einzelnen Figuren ohnehin in den Hintergrund treten lässt. Übrigens sehen diese Szenen auch im CGI-Zeitalter noch erstaunlich gut aus. Seinem Klassiker-Status wird der Film auch heute noch gerecht. 
 
Die DVD ist übrigens weitaus besser als ihr Ruf - was habe ich alles über die achso schlechte Bildqualität gelesen! - und bringt die ausgeblichenen Farben schön zur Geltung.

02 Januar 2010

THE ASPHALT JUNGLE (John Huston, 1950)

One way or another, we all work for our vice.

Ein großartiger Film, der geschickt Elemente des Film Noir und des Heist-Movie miteinander kombiniert und bis in die Nebenrollen exzellent besetzt ist. 

Huston erzählt die Geschichte beinahe ausschließlich aus Sicht der Gangster, was den Zuschauer zwangsläufig zu deren Sympathisanten macht. Letztlich sind es dumme Zufälle und die Unaufrichtigkeit der Beteiligten untereinander, die den zunächst scheinbar perfekt geplanten Raub scheitern lassen. Bezeichnend, dass der geniale Mastermind Doc nur deshalb gefasst wird, weil er einer attraktiven jungen Dame noch ein paar Minuten beim Tanzen zusehen wollte. Spannend von der ersten bis zur letzten Minute.

21 Juni 2009

THE MAN WHO WOULD BE KING (John Huston, 1975)

Stellenweise recht unterhaltsame Mischung aus Satire und Abenteuerfilm, die allerdings auch mit erheblichen Längen zu kämpfen hat. Insbesondere nach der Ankunft in Sikandergul gestaltet sich das Ganze weitaus zäher als der vielversprechende Beginn vermuten ließ. Alles in allem ganz nett anzuschauen. Ein typischer Film für den verregneten Sonntag Nachmittag.  

THE TREASURE OF THE SIERRA MADRE (John Huston, 1948)

You know, the worst ain't so bad when it finally happens.

Grandiose Parabel auf die menschliche Gier. Für mich neben Casablanca Bogarts Bester, zumal er hier in einer ungewöhnlich fordernden Rolle zu sehen ist. Auch toll: John Hustons Vater Walter. Der weitgehende Verzicht auf billige Studiokulissen zugunsten echter Locations in Mexiko ist der Atmosphäre äußerst zuträglich. 

Ein Film fernab der damals gültigen Hollywood-Konventionen, nach denen ein Happy-End unabdingbar war. Ein zeitloser Klassiker.