Montag, 28. Januar 2013

HOW THE WEST WAS WON (John Ford u. a., 1962)

After Shiloh, the South never smiled.

Die Idee, die Besiedelung des amerikanischen Westens anhand verschiedener Episoden aufzuzeigen, hat einen nicht zu leugnenden Charme, doch gestaltet sich der Beginn recht zäh. Die ersten beiden Episoden sind langatmig und von zahlreichen Sing- und Tanzeinlagen durchsetzt, was seinerzeit zwar gern gesehen war, den Filmgenuss jedoch - zumindest für mich - stark beeinträchtigt. Dies ging soweit, dass mir im 2. Teil sogar kurz die Augen zugefallen sind. Die Müdigkeit war jedoch mit dem Beginn der 3. Episode, die von John Ford dirigiert wurde und den amerikanischen Bürgerkrieg behandelt, wie weggeblasen. Und auch die beiden letzten Teile bieten sehr ordentliche Unterhaltung, wobei der 4. Teil die mit Abstand beeindruckendste Szene des ganzen Films aufweisen kann: eine riesige Bison-Herde macht ein Siedlerdorf dem Erdboden gleich.

Darstellerisch wird nahezu alles aufgeboten, was damals Rang und Namen hatte, wie überhaupt das ganze Projekt auf epische Größe angelegt ist. Durch die Episoden führt ein Sprecher aus dem Off, der nicht nur völlig überflüssig ist, sondern dem Ganzen durch die oberlehrerhaft wirkenden Texte zudem den Charme eines Schulfilms verleiht. 
 
In seiner Gesamtheit ist How the West was won bei Weitem nicht so groß, wie er es gerne sein würde. Gediegene Sonntag-Nachmittag-Unterhaltung bietet er allemal.

THE EXPENDABLES 2 (Simon West, 2012)

That woman is crazy, but I got a good pump.

Jaaa, das hat's gebraucht! Nach dem ordentlichen, aber doch etwas verhaltenen ersten Teil lassen die Dinosaurier des Genres es nochmal richtig krachen und zeigen dem jungen Gemüse, wo der Hammer hängt. Mit der unwiderstehlichen Kraft eines Panzers walzt dieses Vehikel ins heimische Wohnzimmer und lässt keine Wünsche offen.

Stallone hat gerufen und ALLE sind gekommen. Nicht nur Lundgren, van Damme, Schwarzenegger und Willis - sogar Chuck Norris gibt sich die Ehre. Im Vergleich zum Vorgänger wurde jedweder unnötige Ballast über Bord geworfen und eine geradlinige Story entwickelt, die zwar vollkommen blödsinnig ist, sich aber in bester Old-School-Manier auf das Wesentliche konzentriert. Die Actionszenen sind sehr dynamisch inszeniert, die Suppe spritzt, dass es eine wahre Freude ist und der Bodycount ist verdammt hoch. Und für einen lässigen Spruch ist auch im dichtesten Kampfgetümmel noch Zeit. Dazu gibt's eine starke Prise Selbstironie und zahlreiche Insidergags, die Freunden der 80er Jahre Action natürlich bestens vertraut sind. Teilweise kommt man dabei der Grenze zur Albernheit gefährlich nah, ohne diese jedoch zu überschreiten. 

Einen Film wie diesen hat es lange nicht gegeben und man kann nur hoffen, dass weitere Fortsetzungen folgen werden. Ich jedenfalls hätte Sly und seinen Mannen gestern noch stundenlang zugucken können.

Mittwoch, 23. Januar 2013

WINNETOU - 1. Teil (Harald Reinl, 1963)

Die eher zufällige Sichtung von Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten neulich machte Lust auf weitere Auffrischung von Kindheitserinnerungen. Winnetou - 1. Teil zählt aus meiner Erinnerung heraus zu den besten Karl-May-Verfilmungen. Das größte Pfund, mit dem Reinl wuchern kann, ist natürlich Pierre Brice, der nichts weniger als die Idealbesetzung für die Rolle des edlen Apatschenhäuptlings ist. Seine zurückgenommene Spielweise passt exakt zu dem Bild, das man sich als May-Leser von Winnetou gemacht hat und ich kann mir niemanden vorstellen, der diese Figur hätte überzeugender verkörpern können. Ich hatte das Glück, ihn noch live bei einer seiner letzten Vorstellungen in Elspe zu sehen, und auch wenn er damals bereits ein sehr alter Winnetou war, hat mich sein Auftritt nachhaltig beeindruckt.

Im Vergleich zum oben erwähnten Film hat mir Winnetou - 1. Teil deutlich besser gefallen. Die Actionszenen sind besser dosiert und durchaus mitreißend inszeniert, wie z. B. der Angriff der Kiowas auf den Planwagen-Treck. Und mit Mario Adorf hat man einen Schurken von echtem Format zu bieten. Sein Santer wurde im Vergleich zum Buch stark aufgewertet und darf fast im Alleingang für alles Böse verantwortlich sein, inkl. der Ermordung Klekih-Petras. 

Die zahlreichen Freiheiten, die sich das Drehbuch nimmt, verzeiht man jedoch gerne, ebenso die ein oder andere inhaltliche Ungereimtheit. Warum man beispielsweise nachts heimlich Schienen an den Saloon legt und dann am nächsten Morgen die eilends herbeigeschaffte Lokomotive mit voller Kraft hineindonnern lässt statt das Gebäude einfach anzuzünden, weiß wohl nicht einmal der große Manitou. Richtig ärgerlich ist die vollkommen lächerliche Figur des englischen Reporters, dargestellt von Chris Howland. Darüber konnte ich schon als Kind nicht lachen und heutzutage bin ich von derartigem Treiben eher peinlich berührt als amüsiert. Doch sind die Szenen zum Glück nur kurz, und in der zweiten Filmhälfte taucht sie erst gar nicht mehr auf. 

Am Ende bleibt ein warmes Gefühl in der Herzgegend zurück - genau wie damals, vor mehr als 25 Jahren.

Samstag, 19. Januar 2013

BOM YEOREUM GAEUL GYEOUL GEURIGO BOM/Frühling, Sommer, Herbst, Winter .. und Frühling (Kim Ki-duk, 2003)

Frühling, Sommer, Herbst, Winter .. und Frühling war vor einigen Jahren meine erste Begegnung mit Kim Ki-duk und legte den Grundstein für mein stetig wachsendes Interesse an seinen Arbeiten. Im Nachhinein bin ich froh, gerade diesen Film zuerst gesehen zu haben, ist es doch sein zugänglichster und zudem einer seiner schönsten. Kim hat ein archaisches Verständnis von Schuld und Sühne und nirgendwo bringt er das so treffend auf den Punkt wie hier. Jedes Vergehen wird geahndet, jeder Fehler unweigerlich bestraft.

Die Inszenierung erinnert an ein Theaterstück. Die gesamte Handlung spielt sich an und auf dem kleinen See ab. Die einzelnen Figuren betreten diesen Ort wie ein Theaterdarsteller die Bühne, durch ein Tor am Rande des Sees. Sie alle gehen hindurch, obwohl sie genauso außen herum gehen könnten, denn es gibt keine Mauern, die den Zutritt versperren. Ähnlich verhält es sich auch mit dem kleinen Tempel auf der Insel: innen gibt es Türen, aber keine Wände.

Bei der letzten Sichtung habe ich nur die geschnittene internationale Fassung gesehen, dieses Mal die ungeschnittene Originalfassung. Und so fiel mir erst jetzt auf, dass zwischen den auf den ersten Blick ähnlichen Handlungen der beiden Mönchsjungen ein erheblicher Unterschied besteht. Während der erste Junge (im ersten Frühling) die Tiere mehr aus Neugierde quält und später weint als er feststellt, dass zwei von ihnen daran gestorben sind, verrichtet der zweite Mönchsjunge (im zweiten Frühling) dies mit geradezu sadistischer Freude und sieht lachend zu, wie der Fisch und Frosch an den Steinen krepieren, die er ihnen in den Rachen gesteckt hat. Interessant vor allem deshalb, weil der erste Mönch später - wie wir wissen - zum Mörder wird und Kim zumindest indirekt einen Bezug zwischen dem Mord und dem Quälen der Tiere zu Beginn herstellt. Da fragt man sich zwangsläufig, wozu der zweite Junge fähig ist.

Freitag, 18. Januar 2013

LA NUIT AMÉRICAINE (François Truffaut, 1973)

Bin vor Jahren mal beim Zappen im Fernsehen in Truffauts Liebeserklärung an das Filmemachen hineingestolpert und dort hängengeblieben. Jetzt endlich habe ich die Ausstrahlung bei Arte genutzt, mir diese mal in Gänze zu Gemüte zu führen, leider nur mit einer wahrlich grauenhaften deutschen Synchro. Die Qualitäten des Films blieben natürlich trotzdem nicht verborgen. 

Truffaut schildert äußerst unterhaltsam die zahlreichen Probleme, die dem von ihm selbst verkörperten Regisseur Ferrand bei den Dreharbeiten seines Films begegnen, wenn er auch an einigen Stellen den Bogen etwas überspannt. Dabei ist er fast mehr mit der Lösung der logistischen und vor allem zwischenmenschlichen Probleme befasst als mit den eigentlich Dreharbeiten. Dies führt dazu, dass er nicht einmal mehr nachts abschalten kann und sich im Schlaf unruhig hin- und herwälzt. La nuit américaine ist eine äußerst kurzweilige Angelegenheit, und als Bonbon gibt es eine höchst attraktive Jacqueline Bisset. In jeder Hinsicht sehenswert.

THE TROUBLE WITH HARRY (Alfred Hitchcock, 1955)

Couldn't have had more people here if I'd sold tickets.

Herrlich schrulliges Filmchen vom britischen Altmeister, durchsetzt mit dem für ihn so typischen schwarzen Humor, um eine Leiche im Wald, die niemand kennt und die aber für alle Passanten ein Problem zu sein scheint.

Punkten kann Hitchcock mit einer wunderbaren Darstellerriege, wenn auch der eigentliche Hauptdarsteller die atemberaubend schöne Herbstlandschaft Vermonts ist. Wahrscheinlich einer der Filme Hitchcocks, die ich am häufigsten gesehen habe, wobei er natürlich weitaus bessere Sachen gemacht hat. Und doch ist The trouble with Harry einer meiner liebsten Hitcocks. 

Der ideale Zeitvertreib für einen verregneten Sonntag Nachmittag und einer der Filme, die man immer wieder sehen kann, ohne ihrer überdrüssig zu werden.

Mittwoch, 16. Januar 2013

DARK SHADOWS (Tim Burton, 2012)

If I can't have you, my love, I'll destroy you!

Eine typische Horrorkomödie von Tim Burton, die jedoch nur selten richtig lustig ist. Aufgrund der skurrilen Figuren dennoch sehr unterhaltsam, insbesondere Eva Green - hier als böse Hexe - ist eine Schau. 

Trotzdem kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Burton schon inspiriertere Zeiten als Filmemacher gesehen hat als die letzten Jahre. Das wirkt doch alles sehr routiniert, wenn auch mit vielen liebevollen Details garniert. Und seinen Hauptdarsteller könnte er auch mal wieder wechseln. Nicht dass Johnny Depp schlecht spielen würde, im Gegenteil, aber ein paar neue Akzente wären dennoch wünschenswert. Immerhin: bei seinem aktuellen Film Frankenweenie kommt Burton ohne íhn aus.

Dienstag, 8. Januar 2013

THE MATRIX (The Wachowski Brothers, 1999)

He is the One!

Als The Matrix 1999 erschien, war er stilbildend, was die Choreografie der Martial-Arts-Szenen betrifft. Das alles hübsch präsentiert im schwarzen Lack-Outfit. Zudem etablierte er die Bullet-Time im westlichen Kino, was ich jetzt allerdings nicht unbedingt als Errungenschaft ansehen würde, da die folgende inflationäre Verwendung derselben in jedem Actionfilm, der etwas auf sich hielt, mir ziemlich auf die Nerven ging. 

Die Story setzt sich aus diversen Elementen zusammen, die hauptsächlich anderen Filmen entliehen wurden, ergänzt um eine stark religiöse Komponente. Eine Menge Jesus ist in der Figur Neo enthalten, inklusive Auferstehung von den Toten. Die Darsteller machen ihre Sache durch die Bank sehr gut. Keanu Reeves liefert eine seiner besten Vorstellungen ab und Laurence Fishburne ist sowieso immer toll.

Das alles ergibt eine äußerst stimmige und stylische Mischung, die auch heute noch bestens zu unterhalten weiß.

Montag, 7. Januar 2013

MACHETE (Robert Rodriguez, 2010)

Machete don't text

Die Sichtung des überraschend guten Planet Terror hat Lust auf mehr gemacht, und da war es naheliegend, mit dem im Vorspann beworbenen Machete weiterzumachen, den es bei der Aufführung von Planet Terror ja noch gar nicht gab. Und der Film löst dann auch alle Versprechen ein, die der Fake-Trailer gibt. 

Rodriguez hat eine illustre Darstellerriege um sich geschart und dabei - ganz in Tarantino-Manier - einigen abgehalfterten Actionstars wie Steven Seagal oder Don Johnson zu einem neuen Engagement verholfen. Damit dass Tom Savini in einem Rodriguez-Film auftaucht, muss man sowieso rechnen. Dazu gibt's einen ganzen Haufen sehr ansehnlicher Frauen, nur die langweilige Jessica Alba fällt hier aus dem Rahmen. Dafür rockt Michelle Rodriguez umso mehr. Auch sonst wird mit Schauwerten nicht gegeizt, seien es die herrlich überdrehten Actioneinlagen, kernige Sprüche oder eben nackte Haut. Die Suppe spritzt und Machete kriegt alle Frauen. So und nicht anders geht gutes Exploitation-Kino!

Sonntag, 6. Januar 2013

THE WHISPERER IN DARKNESS (Sean Branney, 2011)

The Whisperer in Darkness ist die Verfilmung der gleichnamigen Kurzgeschichte H. P. Lovecrafts durch die H. P. Lovecraft Historical Society, die es sich u. a. zur Aufgabe gemacht hat, Erzählungen des amerikanischen Horror-Autors jeweils im Stile der Filme der Entstehungszeit umzusetzen, in diesem Falle also der 30er Jahre. Als jemand, der Lovecrafts Geschichten von Kindesbeinen an liebt, bin ich die Sichtung mit entsprechend großen Erwartungen angegangen ... und wurde bitter enttäuscht. Dabei fängt alles so gut an.

Die erste Hälfte des Films hält sich sehr eng an die literarische Vorlage und nimmt sich nur geringe Freiheiten heraus (beispielsweise die Sache mit Akeleys Sohn) und schafft es zudem, die für Lovecraft typische unheilvolle Stimmung, die immer nur auf vagen Andeutungen beruht, einzufangen. Statt den Film jedoch - analog der Vorlage - mit der Entdeckung enden zu lassen, dass Akeleys Körper nicht mehr existiert (abgesehen von den abgetrennten Händen und der Gesichtsmaske), fügt man noch einen völlig blöden Subplot um eine geplante Toröffnung durch die Anhänger der alten Kulte zwischen dem Planeten Yuggoth und der Erde an. Und hier wird's dann komplett lächerlich. Alles was der Film bis dahin an Atmosphäre aufgebaut hat, ist wie weggeblasen. Die letzten Reste werden dann von den völlig albernen Special Effects weggefegt. 

Dabei störe ich mich noch nicht einmal an der Tatsache, dass das nichts mit Lovecrafts Geschichte zu tun. Wäre es gelungen, die Handlung in seinem Geiste fortzuführen und zu einem stimmigen Ende zu bringen, hätte ich damit kein Problem. Das hier hat jedoch mit dem, was man mit Lovecraft verbindet, nicht das Geringste zu tun und stellt zudem einen völligen Stilbruch zu dem zuvor Gezeigten dar. Wo bis dahin die Existenz der Außerirdischen nur vage angedeutet wurde, sieht man nun minutenlang irgendwelche albernen Kreaturen herumhüpfen und sogar fliegen. Und der unsägliche Schlusstwist setzt dem Ganzen dann die Krone auf. Wirklich schade um die tollen Ansätze. 

Freitag, 4. Januar 2013

ES GESCHAH AM HELLICHTEN TAG (Ladislao Vajda, 1958)

Die Kinder laufen mir einfach nach.

Ich weiß nicht mehr, wann ich den Film zum letzten Mal gesehen habe, aber das muss mindestens 25 Jahre her sein. Ich war damals noch ein Teenager. Da stellt sich natürlich die Frage, inwieweit sich meine damalige Begeisterung heute noch nachvollziehen lässt und entgegen meiner ursprünglichen Erwartung ist der Film einigermaßen würdevoll gealtert. Natürlich gibt es Einiges zu kritisieren, sei es die überzogene Darbietung von Gert Fröbe, die zu starke Thematisierung seiner Unterdrückung durch seine Frau, die quasi als Legitimation für seine Kindsmorde herhalten muss oder das schwache Ende, das wenig glaubwürdig ist und erkennbar vom krampfhaften Bemühen um ein Happy-End getrieben ist. Dennoch bleibt der Film über die gesamte Spieldauer spannend und kann mit einer stimmigen Atmosphäre aufwarten. Und die kindlichen Laiendarsteller wirken allesamt sehr authentisch und agieren völlig ungekünstelt.

Interessant sind die Unterschiede zu Penns The Pledge, der ja auf Dürrenmatts erst später verfasstem Roman basiert, während das Drehbuch zu Es geschah... nach einer von ihm verfassten Vorlage geschrieben wurde. Penns Film konzentriert sich auf die Besessenheit des Ermittlers, den der unbedingte Wille, den Mörder zu fangen, langsam in den Wahnsinn treibt. Bei ihm bleibt die Identität des Mörders ungeklärt. Der von Rühmann verkörperte Matthäi wirkt im Vergleich deutlich rationaler und abgeklärter und vermittelt nie den Eindruck, nicht mehr Herr seiner Sinne zu sein. Die Art und Weise, wie sich am Ende alles zusammenfügt und er den Mörder stellt, fand dennoch mein Missfallen. 

Penns The Pledge ist ganz ohne Zweifel der bessere Film, doch Vajdas Werk kann daneben durchaus bestehen. Sehenswert sind beide.  

Dienstag, 1. Januar 2013

TWELVE MONKEYS (Terry Gilliam, 1995)

Wouldn't it be great if I was crazy? Then the world would be okay.

Gilliams dystopische Zeitreise-Geschichte hat mich schon seit jeher fasziniert, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Idee, nahezu die gesamte Menschheit mit einem Virus auszurotten, einen gewissen Charme hat. Gelegentlich erwische ich mich bei derartigen Gedankenspielen, zum Beispiel wenn ich mich mal ins tägliche Unterschichtenfernsehen verirre. Im Grunde genommen verdient es die Menschheit ja ausgerottet zu werden. Daher kann ich eine gewissen Sympathie für Dr. Peters' Handeln nicht leugnen. 

Das was Gilliam aus der Idee, die ja eigentlich dem Kurzfilm La Jetée entnommen ist, gemacht hat, ist im Ergebnis äußerst gelungen und besticht vor allem durch die grandios-düstere Atmosphäre und verfügt mit Bruce Willis über einen charismatischen Hauptdarsteller, der es dem Zuschauer leicht macht, sich in seine Perspektive zu versetzen. Lediglich Brad Pitts völlig überzogene Performance schmälert den positiven Eindruck geringfügig. Nichtsdestotrotz einer meiner Lieblingsendzeitfilme und mit weitem Abstand Gilliams bester Film.