Sonntag, 3. Mai 2026

HONEY DON'T! (Ethan Coen, 2025)

I like girls!

Mit Honey Don’t! liefert Coen den zweiten Teil seiner „Lesben‑Trilogie“ ab - und der wirkt deutlich reifer, fokussierter und in sich stimmiger als sein Vorgänger. 

Inhaltlich haben die beiden Filme nichts miteinander zu tun, wohl aber teilen sie mit Margaret Qualley dieselbe Hauptdarstellerin. Sie spielt hier eine toughe Privatdetektivin, die mit lässiger Präsenz und trockenem Humor durch die Handlung führt und ihre Rolle rundum überzeugend ausfüllt. Neben ihr bevölkern mehrere markante Nebenfiguren das Setting und sorgen für das nötige Flair. Ein Hauch von Film noir zieht sich durch Honey Don’t! und macht ihn schon dadurch zu einer intensiveren und atmosphärischeren Erfahrung als Drive‑Away Dolls.

Trotzdem macht Coen keinen Hehl daraus, dass er weiterhin im Terrain des B‑Movies unterwegs ist. Seine Fixierung auf überwiegend lesbische Charaktere rückt die Reihe in die Nähe der Exploitation‑Filme der 70er Jahre. Natürlich mit einem anderen Fokus, aber mit ähnlicher Lust an Überzeichnung und Genre‑Spielereien.  

Das Ergebnis ist ein äußerst kurzweiliger und durchweg unterhaltsamer Streifen, der Lust auf mehr macht und mich dem dritten und wohl letzten Teil der Trilogie mit einer gewissen Vorfreude entgegenblicken lässt. Doch, hat mir ziemlich gut gefallen.