Sonntag, 31. Januar 2010

WO DE FU QIN ME QIN/HEIMWEG (Zhang Yimou, 1999)

Ein erzählerisch mäßiger, optisch beeindruckender Film von Zhang Yimou. Seine Entscheidung, die Rahmenhandlung um den Rücktransport des Leichnams in Schwarzweiß und bloß die Rückblende farbig zu gestalten, bedaure ich, denn meiner Meinung nach hätte der Film als Ganzes deutlich besser gewirkt, wäre alles in Farbe. Andererseits unterstreicht diese Farbwahl, was der Kern des Films ist bzw. worum es Zhang eigentlich geht, nämlich um das Erzählen einer einfachen Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen. Die erzählt er in imposanten Bildern, und diese Bildstärke ist es, die den Film letztlich aus seiner Mittelmäßigkeit hebt. 

Einen erheblichen Anteil daran hat auch Zhang Ziyi, die den Mittelteil mit ihrer bezaubernden Performance alleine trägt. Für einen Zhang-Yimou-Film ist mir das trotz allem etwas wenig. Nett anzuschauen, aber auf meiner Zhang-Hitlist landet der Film im unteren Drittel, weit weg von seinen besten Arbeiten.  

Freitag, 29. Januar 2010

ALICE DOESN’T LIVE HERE ANYMORE (Martin Scorsese, 1974)

Well, look at my face. I don't sing with my ass.

Zwischen Mean Streets und Taxi Driver drehte Scorsese diese krude Mischung aus Drama, Roadmovie und Komödie, in deren Mittelpunkt die frisch verwitwete Alice mit ihrem Sohn Tommy steht. 

Die Story an sich ist ja noch ganz nett, doch die unsympathischen Hauptdarsteller – allen voran Ellen Burstyn und Alfred Lutter – trübten das Filmvergnügen erheblich, und so war es mir nach einer dreiviertel Stunde vollkommen wurscht, was aus Alice und ihrem verzogenen Bengel wird. Als besonders enervierend empfand ich die auf lustig getrimmten frühreifen Sprüche des Jungen. Positiv sind in jedem Fall die Auftritte Kris Kristoffersens und vor allem Harvey Keitels zu erwähnen. Die beiden können den Film aber auch nicht vor der Mittelmä0igkeit retten.  

Sonntag, 3. Januar 2010

TERMINATOR SALVATION (McG, 2009)

Judgment Day happened.

Ja, Wahnsinn! Nach dem in meinen Augen äußerst gelungenen 3. Teil waren die Erwartungen an Nr. 4 sehr hoch und wurden dennoch mit spielerischer Leichtigkeit übertroffen. Ich habe keine Ahnung, wer McG ist, geschweige denn einen seiner bisherigen Filme gesehen, aber immerhin weiß ich jetzt, dass er atemberaubende, mitreißende Action inszenieren kann, die den Zuschauer kaum Luft holen lässt. Geschmack scheint er auch zu haben, oder wer sonst kam auf die grandiose Idee, aus dem Radio des nach Jahren wiederbelebten Trucks einen alten Alice-In-Chains-Klassiker dröhnen zu lassen? 

Und auch sonst macht Terminator Salvation alles richtig: die bildgewaltigen Sets sorgen in Verbindung mit dem großartigen Score für eine düstere und dichte Atmosphäre, die Story ist schlüssig und passt perfekt in das durch die Vorgängerfilme gezeichnete Terminator-Universum, Christian Bale scheint die Rolle des John Connor wie auf den Leib geschneidert, und mit der undurchsichtigen Figur des Marcus Wright bringt man neuen Schwung in die in groben Zügen bereits bekannte Geschichte. Als besondere Schmankerl empfand ich den gewohnt kantigen Auftritt Michael Ironsides als Kommandant des Widerstands sowie die zahlreichen, aber keineswegs penetranten Selbstreferenzen. 

Um meine Begeisterung in einem Satz zusammenzufassen: genau so habe ich mir damals bei der Sichtung des ersten Terminator-Films den Krieg gegen die Maschinen vorgestellt. Teil 5 kann kommen.