24 November 2008

I AM LEGEND (Francis Lawrence, 2007)

God didn't do this. We did!

Wenn ich sage, dass ich mit geringen Erwartungen an die dritte Umsetzung von Richard Mathesons Roman heranging, ist das beinahe noch untertrieben. Will Smith in der Hauptrolle und ein mir völlig unbekannter Regisseur - das konnte ja nix werden - so jedenfalls meine voreingenommene Meinung. Und auch die Kommentare von Bekannten, die den Film gesehen hatten, verhießen nicht viel Gutes. Auf der Habenseite war lediglich die Tatsache zu verbuchen, dass ich die beiden vorherigen Umsetzungen mit Vincent Price bzw. Charlton Heston nicht kenne, ein direkter Vergleich also nicht möglich war.

Wider Erwarten gefiel mir das Treiben auf dem Bildschirm dann aber erstaunlich gut. Mit Bildern von entvölkerten Metropolen (hier New York) kann man bei mir immer punkten. Will Smith spielt die Rolle mit dem nötigen Ernst und trägt den Film souverän über die Laufzeit. Auch die im Vorfeld so gescholtenen CGI-Mutanten fand ich ganz ordentlich gelungen. Die katzenartige Animation passt zu der von Neville gegebenen Erklärung, dass die Mutanten über eine extrem erhöhte Pulsfrequenz verfügen. Die sparsam dosierten Konfrontationen zwischen Neville und den Infizierten sind spannungsgeladen und nicht zu sehr in die Länge gezogen. Das machte es mir leicht, über kleinere inhaltliche Ungereimtheiten ebenso großzügig hinwegzusehen wie über die wiederholten Anflüge von Pathos, auf die viele amerikanische Filme der letzten Jahre anscheinend nicht verzichten können. 

Lediglich das ansonsten gelungene Ende trägt da zu dick auf, das schwülstige Geschwafel vom Helden Robert Neville, der sein Leben gegeben hat... bla bla bla... hätte man sich sparen können. Dennoch: 95 Minuten kann man weitaus schlechter verbringen als mit der Sichtung dieses Films, auch wenn I am Legend alles andere als eine cineastische Großtat ist.   

20 November 2008

KING KONG (Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack, 1933)

It was Beauty killed the beast.

Mit King Kong verbindet mich eine Liebe aus Kindertagen, die bis heute nicht erloschen ist. Und obwohl ich den Film schon viele Male gesehen habe, war diese Sichtung in gewisser Weise eine Premiere, da ich ihn zum ersten Mal im englischen Originalton genießen durfte.  

King Kong war in vielerlei Hinsicht Wegbereiter für die Monsterfilme der folgenden Jahrzehnte, egal ob einem dabei die Arnoldfilme der 50er, die Harryhausen-Stop-Motion-Werke oder die aktuelleren Blockbuster wie Jurassic Park und Konsorten in den Sinn kommen. Der Ursprung all dieser Filme findet sich hier. Die Effekte waren zur Entstehungszeit wegweisend und sind geradezu als sensationell zu bezeichnen. Und Fay Wray war wohl die erste Scream-Queen der Filmgeschichte. 

Schade nur, dass man es einfach nicht schafft, diesen Klassiker in angemessener Qualität auf DVD zu veröffentlichen. Die US-DVD von Warner bietet zwar einen ordentlichen Ton, aber eine bestenfalls erträgliche Bildqualität. Immerhin können die Extras überzeugen.

  

12 November 2008

INVASION U.S.A. (Joseph Zito, 1985)

Während der Sichtung wurde mir wieder einmal bewusst, wie sehr sich der Filmgeschmack im Laufe der Zeit verändert. Vor 20 Jahren feierte ich dieses Norris-Vehikel noch gemeinsam mit meinen Freunden ab, gestern langweilte es mich so, dass ich Mühe hatte, bis zum Ende auszuharren. Gerade im Vergleich mit dem kürzlich gesichteten Predator wirkt Zitos Streifen beinahe erbärmlich, wenn auch die beiden Filme inhaltlich kaum Gemeinsamkeiten haben. Einziges Highlight waren ein paar kurze Kampfszenen mit Norris, bei denen er ausnahmsweise mal auf seine Waffen verzichtete. Zu wenig.  

03 November 2008

WALL·E (Andrew Stanton, 2008)

Meine Vorfreude auf den neuesten Pixar-Streich war nicht ganz so groß wie bei den Vorgängern, versprach doch die Story wenig Aufregendes. Nach dem tollen Vorfilm Presto überraschte Wall·E dann aber doch mit einem gelungenen Start. Sowohl Wall·Es Arbeitsalltag als auch die sich anbahnende, völlig ohne Dialoge auskommende zarte Liebesgeschichte zwischen dem irdischen Müllroboter und der „außerirdischen" Eve wurden pixartypisch mit viel Liebe zum Detail inszeniert. 

Doch meine Freude über das auf der Kinoleinwand Dargebotene währte nicht allzu lange. Mit dem Verlassen der Erde und der Ankunft auf dem riesigen Raumschiff verflachte das Ganze merklich und wurde stellenweise sogar richtig langweilig. Die völlig uninspirierten Verfolgungsjagden und der unglaubwürdige Konflikt zwischen dem Kommandaten und dem optisch an HAL angelehnten Supercomputer wurden auch durch die zahlreichen 2001-Verweise nicht besser. 

Vor einem endgültigen Urteil (wobei – wann gibt es ein solches schon?) will ich die Zweitsichtung auf DVD abwarten, aber spontan würde ich Wall·E als einen der schwächeren Pixars einstufen. 

02 November 2008

SPACE COWBOYS (Clint Eastwood, 2000)

Have you noticed how everybody seems to be dead lately?

Kaum ein Hollywood-Star geht so charmant mit dem eigenen Altern und den damit einhergehenden körperlichen Begleiterscheinungen um wie Clint Eastwood.  

Space Cowboys ist ein besonders gelungenes Beispiel dafür, wobei er sich hier gleich noch ein paar ebenbürtige Mitstreiter ins Boot geholt hat. So ist die dialogbetonte erste Hälfte des Films, in der die gealterten Helden auf ihren Einsatz vorbereitet werden, folgerichtig auch die bessere, doch auch die spannungsgeladene zweite Hälfte ist ganz ordentlich gelungen, nicht zuletzt aufgrund der überzeugenden Special Effects von ILM. Da sieht man dann auch über die zahlreichen Ungereimtheiten während des Missionseinsatzes großzügig hinweg.