Samstag, 5. Juni 2010

THE MIST (Frank Darabont, 2007)

As a species we're fundamentally insane.

Eine weitere gelungene King-Verfilmung von Frank Darabont, dessen The Shawshank Redemption und The Green Mile zweifellos zu den besten Umsetzungen von Vorlagen des Gruselmeisers aus Maine zählen . Den Special Effects sieht man das niedrige Budget leider deutlich an. Da trifft es sich gut, dass die religiösen Fanatiker um Mrs. Carmody sich zunehmend als größere Bedrohung erweisen als die Außerirdischen. 

Das Ende ist ein gewaltiger Schlag in die Magengrube und wahrscheinlich das fieseste, das ich in den letzten 20 Jahren gesehen habe. Nicht nur, dass es den vermeintlichen Helden als größten Verlierer dastehen lässt, erfüllt es in gewisser Weise auch Mrs. Carmodys Prophezeiung. Die eigentliche Heldin ist somit die Frau, die sich anfangs alleine in den Nebel wagte, um ihre Kinder zu retten.

Dienstag, 1. Juni 2010

THE BRIDGES OF MADISON COUNTY (Clint Eastwood, 1995)

I gave my life to my family, I wish to give Robert what is left of me.

Eastwood kann auch Romanzen. Dabei ist er erkennbar von David Lean beeinflusst. Sein Film weist frappierende Parallelen zu Leans Brief Encounter auf. Im Grunde genommen erzählt er sogar die gleiche Geschichte und er macht sich nicht einmal die Mühe, das zu verbergen, sondern lehnt sich auch inszenatorisch an Lean an. Wie dieser verwendet er lange Kameraeinstellungen, lässt die Blicke der Darsteller die Gefühle vermitteln. Eine flüchtige Berührung hier, ein sehnsuchtsvoller Blick dort. 

Die Chemie stimmt zwischen Streep und Eastwood, man spürt das Knistern vom ersten Augenblick an. Wie Laura Jesson im großen Vorbild entscheidet sich Francesca letztlich für die Familie und gegen Robert; die Vernunft siegt über die Emotion. Ein klassisches Lean-Thema, das den britischen Meisterregisseur während seiner gesamten Karriere als Filmemacher begleitete. Das kann man von Eastwood nun nicht behaupten.