Freitag, 17. August 2012

IL GRANDE SILENCIO (Sergio Corbucci, 1968)

Il Grande Silcencio wird ja gerne als Klassiker des Spagetti-Westerns bezeichnet, wird diesem Status meiner Meinung nach aber nur bedingt gerecht. Außergewöhnlich sind hier vor allem zwei Dinge: zum Einen das winterliche Setting, zum Anderen das überraschende Ende, das sowohl die Genre-Konventionen als auch die Erwartungen des Zuschauers unterläuft, letztlich aber einfach nur realistisch ist. 

Der Film krankt in erster Linie an der schwachen Kameraarbeit, die die an sich beeindruckenden Winterlandschaften nur unzureichend in Szene setzt und der dürftigen Inszenierung, die sich beispielsweise im merkwürdig spannungsarmen Showdown bemerkbar macht. Erschwerend hinzu kommt, dass auch der Score des großen Ennio Morricone in keiner Weise überzeugen kann und nach meinem Dafürhalten zu seinen schwächsten Arbeiten zählt. Und nicht zuletzt fehlt es Jean-Louis Trintignant an Charisma und Ausstrahlung, um dem großartig aufspielenden Klaus Kinski ein ebenbürtiger Widersacher zu sein. So nimmt man diesen von Anfang an ungeachtet des Filmtitels als die zentrale Figur wahr. 

Alles in allem ein durchaus unterhaltsamer Western, der aber nicht mal ansatzweise an die Klasse der Leone-Western heranreicht.

Donnerstag, 9. August 2012

TRUE GRIT (Ethan & Joel Coen, 2010)

If them men wanted a decent burial, they should have gotten themselves killed in summer.

Ein ungewöhnlich ernster Film der beiden Brüder, dem der typische Coen-Humor fast völlig abgeht. Das Original mit John Wayne kenne ich nicht, wobei sich die Unkenntnis des Originals bei der Sichtung von Remakes üblicherweise ja als vorteilfhaft erweist. 

Hier gibt's jedenfalls wenig zu meckern: die Darsteller überzeugen ohne Ausnahme - insbesondere Matt Damon hat mich positiv überrascht - und die erdigen Brauntöne verleihen den Bildern eine authentische Atmosphäre. Die Story ist im Grunde genommen belanglos, wobei ich dies nicht als dem Ganzen abträglich empfunden habe. Rundum gelungene Sache also, aber von den besten Coen-Filmen doch ziemlich weit entfernt.