Samstag, 30. Mai 2026

MASTER AND COMMANDER: THE FAR SIDE OF THE WORLD (Peter Weir, 2003)

Let fly!

Meine nunmehr dritte Sichtung dieses Meisterwerks des australischen Ausnahme-Regisseurs Peter Weir fand in meinem neu eingerichteten Heimkino statt. Und natürlich ist der Film mit seinem bombastischen, zurecht Oscar-prämierten Sounddesign wie gemacht dafür, eine Soundanlage zu testen und auszuloten.

Bei der Umsetzung dieses Seefahrerabenteuers nach den Motiven der Jack-Aubrey-Erzählungen stand für Weir die detaillierte und authentische Schilderung des Lebens an Bord eines Kriegsschiffes im frühen 19. Jahrhundert im Vordergrund. Diese ist ihm ganz hervorragend gelungen. Man kann förmlich die salzige Seeluft riechen, das Holz der Planken knarren hören und spürt die Enge, den Alltag und die Härte des Lebens auf See. In den Gefechten wähnt man sich „mittendrin statt nur dabei“.

Die eigentliche Handlung tritt dabei fast in den Hintergrund, bietet aber mit der Freundschaft zwischen dem Kapitän und dem wissenschaftlich interessierten Schiffsarzt, der sich nebenbei als Naturforscher betätigt, einen spannenden und ungewöhnlichen Subplot. Die Figur des Dr. Stephen Maturin, verkörpert von Paul Bettany, ist erkennbar an Charles Darwin und dessen Forschungen auf den Galapagosinseln angelehnt. Seine wissenschaftliche Neugier und nüchterne Art, Dinge und Situationen zu analysieren, bilden einen faszinierenden Kontrast zum vom Willen zur militärischen Pflichterfüllung geprägten Kapitän Jack Aubrey. Die beiden diskutieren nicht nur regelmäßig die Lage an Deck, sondern musizieren auch zusammen, wenn die Umstände es zulassen.

Russell Crowe überzeugt als charismatischer, entschlossener und zugleich menschlicher Captain „Lucky Jack“ Aubrey auf ganzer Linie. Er verleiht der Figur eine Mischung aus Autorität, Humor und ein Stück weit auch Verletzlichkeit, die den Film maßgeblich trägt. Auch die Nebenrollen - vom jungen Kadetten bis zum erfahrenen Seemann - sind stark besetzt und verleihen der HMS Surprise eine glaubwürdig zusammengesetzte Crew. 

Ursprünglich war eine Fortsetzung geplant, wie nicht nur die Ergänzung im Titel The far Side of the World, sondern auch der Cliffhanger am Schluss nahelegen, doch leider kam es aufgrund es mangelnden finanziellen Erfolgs nie dazu. Master and Commander ist ein oft unterschätztes Meisterwerk, das seiner Zeit voraus war und bis heute der wahrscheinlich authentischste und beeindruckendste Marinefilm überhaupt.

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