Nach der intensiven ersten Hälfte verlagert Hitchcock den Schwerpunkt zunehmend auf die psychischen Probleme von Mannys Frau. Dieser Fokuswechsel wirkt wie ein Bruch, da er das zentrale Thema – die beklemmende Erfahrung eines unschuldig Verdächtigten – verwässert und dem Film einen Teil seiner erzählerischen Wirkung nimmt. Das Ende fällt dann vergleichsweise banal aus und hinterlässt den Eindruck einer etwas einfallslosen Auflösung. Da die Geschichte jedoch auf wahren Begebenheiten beruht – was Hitchcock dem Publikum gleich zu Beginn persönlich versichert – lässt sich dies nur bedingt kritisieren; die Auflösung entspricht der Realität, nicht der Dramaturgie.
Unter dem Strich ist The wrong Man ein spannender, handwerklich sauber inszenierter Thriller, der vor allem von Henry Fondas intensiver Darstellung getragen wird. Dennoch bleibt er im Gesamtwerk des britischen Meisterregisseurs ein eher kleiner Titel, dem die formale Raffinesse und die erzählerische Präzision seiner stärksten Filme fehlen.
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