Dienstag, 17. Februar 2026

SALTBURN (Emerald Fennell, 2023)

I'm sorry, my performance wasn't good enough.

Saltburn ist eine schrille Parabel auf die Macht der Manipulation, weitaus schriller noch als Fennells Debut. Anfangs mäandert die Handlung eher ziellos umher, was zumindest meine Geduld auf eine harte Probe stellte, bevor die Story dann Fahrt aufnimmt und sich Stück für Stück in eine zunächst nicht vermutete Richtung entwickelt. Die bizarren, völlig überzeichneten Charaktere, von denen keiner Gefahr läuft, als Abbild einer real existierenden Person durchzugehen, verschieben Saltburn in den Bereich der Grosteske. Ernstnehmen kann man das Treiben beim besten Willen nicht, aber unterhaltsam ist es trotzdem.

Zu loben ist unbedingt die Leistung des Hauptdarstellers Barry Keoghan, der den unterwürfigen, scheinbar tumben, in Wahrheit aber stets extrem kalkulierten und berechnenden Oliver Quick als faszinierenden Charakter porträtiert, der am Ende alle kaltstellt und am Ziel seiner Träume angekommen ist.

Saltburn ist ein Film, auf den man sich einlassen muss, auch wenn das über weite Strecken schwerfällt und darüber hinaus auch ein Film, der in den Tagen danach an einem nagt und sich immer wieder ins Gedächtnis drängt. Fand ich Saltburn während und unmittelbar nach der Sichtung nicht sonderlich gelungen, setzte sich in den folgenden Tagen immer mehr die Erkenntnis durch, dem Film mit dieser Einordnung Unrecht getan zu haben. Ich glaube, dass er seine wahre Klasse erst bei einer zweiten Sichtung entfalten kann. In jedem Fall eine weitere interessante Arbeit einer (dienst-)jungen Regisseurin, die im Auge zu behalten sich lohnen dürfte.

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