Don't underestimate a girl with a plan!
Emerald Fennells Promising Young Woman ist ein Film, der zweifelfrei als Kind der #MeToo‑Debatte Ende der 2010er Jahre zu erkennen ist. In ihrem Spielfilmdebut setzt die ehemalige Schauspielerin auf eine schrille Mischung aus Thriller, Satire und Popästhetik. Die Grundidee ist originell und witzig zugleich, die Umsetzung kann aber nicht immer völlig überzeugen. Insbesondere die Szenen, in denen Cassie vorgibt betrunken zu sein und sich von "hilfsbereiten" Männern abschleppen lässt, die natürlich nur Sex mit ihr und ihre scheinbar hilflose Situation ausnutzen wollen, wirken zu konstruiert, um glaubwürdig zu sein. In der Realität wäre die Reaktion der Männer wohl eine andere und Cassie würde mit ihrer Nummer vermutlich nicht immer ungeschoren davon kommen. Und das plötzlich auftauchende Handyvideo der Vergewaltigungsszene von vor sieben Jahren kommt so unverhofft daher wie das Kaninchen aus dem Hut. Letztlich dient es nur dazu, den bis dahin sympathisch wirkenden Ryan, der drauf und dran ist, Cassies Herz zu erobern und sie aus ihrer Lethargie zu reißen, als Beteiligten zu entlarven. Darüber hinaus hat es keine Funktion.
Trotz dieser Taschenspierlertricks ist das Ganze sehr spannend und darüber hinaus auch ausgesprochen stylisch inszeniert. Carey Mulligan in der Hauptrolle macht ihre Sache gut und in der letzten halben Stunde spitzen sich die Ereignisse nochmal deutlich zu. Das Ende kommt dann recht unerwartet und setzt einen gelungenen Schlusspunkt. Doch, hat mir gut gefallen.
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