I don’t know if what is happening is fair, but it’s the only thing I can think of that’s close to justice.
The Killing of a sacred Deer ist für Lanthimos-Verhältnisse ein vergleichsweise straighter Film, der sich über weite Strecken fast wie ein konventioneller Horrorfilm anfühlt, wobei die Kälte und Präzision seiner Inszenierung jede Szene mit einer schwer zu greifenden Beklemmung aufladen. Die vielfach eingesetzten Weitwinkel-Aufnahmen erzeugen gleichzeitig eine klinische Nüchternheit und Distanz, die perfekt die moralische Ausweglosigkeit des Protagonisten unterstreicht.
Lanthimos erzählt eine Geschichte um Schuld und Sühne und legt dabei ein derart archaisches Verständnis an den Tag, dass ich mich phasenweise an die Werke Kim Ki-duks erinnert fühlte. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Barry Keoghan, der mich bereits bei Saltburn tief beeindruckt hatte, spielt die Figur des Martin verletztlich und bedrohlich zugleich und personifiziert den Racheengel auf ideale Art und Weise. Die Szene mit Nicole Kidman, in der er die Spaghetti isst, zählt zu den eindringlichsten des Films und erlaubt einen tiefen Einblick in sein von Rache und Verlustschmerz geprägtes Seelenleben.
The Killing of a sacred Deer ist sehr spannend, aber auch schwer auszuhalten und wahrlich nichts für Zartbesaitete. Man mag sich gar nicht erst in Stevens ausweglose Situation versetzen, in der er nur alles falsch machen kann, egal was er tut. Seine Versuche, anhand objektiver Kriterien seine Auswahl zu treffen - wunderbar auf den Punkt gebracht in dem Gespräch mit dem Lehrer - sind zum Scheitern verurteilt und schmerzhaft anzusehen. Dies mündet letztlich in einer besonders fiesen Variante des Russisches Roulette, wobei schon vorher feststeht, dass er in jedem Fall verlieren wird. Ein faszinierender Film, mitreißend und abstoßend zugleich..png)
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