She let me go.
Über White Oleander bin ich eher zufällig gestolpert. Sein Thema – ein Coming-of-Age Drama, in dessen Mittelpunkt die junge Astrid steht, die unter ihrer narzisstischen, manipulativen Mutter leidet, die zu allem Überfluss dann auch noch wegen Mordes zu einer langen Haftstrafe verurteilt wird, gehört nicht unbedingt zu den Stoffen, die mich sofort anziehen. Und trotzdem hat mich der Film sträker gepackt, als ich erwartet hätte, was nicht zuletzt an der tollen Leistung Alison Lohmans liegt, die ihre Figur sehr überzeugend spielt. Man versteht sie, man leidet mit ihr mit und begleitet sie auf ihrer Odyssee durch die Institutionen und Pflegefamilien.
Noch beeindruckender ist Michelle Pfeiffer als Astrids Mutter mit einer wahrhaft teuflischen Performance. Ihre Figur ist nicht böse im klassischen Sinn. Einerseits charmant, verletzlich und oberflächlich fürsorglich, aber mit einem starken manipulativen und besitzergreifenden Kern, der sich erst nach und nach zeigt. Genau diese Mischung macht sie so unangenehm faszinierend. Man spürt, warum Astrid so auf sie fixiert ist und warum sie sich gleichzeitig von ihr lösen muss, um frei zu sein.
White Oleander ist kein lauter Film. Vielmehr sind es die vielen starken Momente, die berühren. Ich bin die Sichtung ohne große Erwartungen angegangen und wurde äußerst positiv überrascht. Ein Film, der zeigt, wie schwer es sein kann, zu sich selbst zu finden. Und wie befreiend, wenn es dann funktioniert.
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