Gräns, der international unter dem Titel Border vermarktet wird, ist ein ziemlich verstörender Film über die Außenseiterin Tina mit deformiertem Gesicht. Sie verfügt über die außergewöhnliche Fähigkeit, bei anderen Menschen Gefühle wie Angst und Nervosität zu riechen. Folgerichtig arbeitet sie für den schwedischen Zoll. U. a. aufgrund ihres missgebildeten Gesichts ist sie überwiegend alleine und fühlt sich nirgendwo zugehörig. Eines Tages lernt sie den ebenfalls deformierten Vore kennen und erfährt schließlich von ihm die Ursache für ihre körperlichen Eigenheiten und übernatürlichen Fähigkeiten. Doch das Glück darüber, endlich einen Gleichgesinnten gefunden zu haben, ist nicht von langer Dauer, offenbart sich ihr neuer Freund schnell als zutiefst böser und von Hass getriebener Charakter.
David Lynchs Elephant Man kommt einem bei der Sichtung unweigerlich in den Sinn, doch wählt der Iraner Abbasi einen völlig anderen Ansatz. Gräns ist ein ebenso bizarrer wie trauriger Film und stellt eine Protagonistin in den Mittelpunkt, die außerhalb der menschlichen Gesellschaft steht. Dabei verarbeitet er auch mythische Elemente. Trotz einiger unheimlicher Szenen ist Gräns kein Horrorfilm, sondern in erster Linie eine Reflexion über Einsamkeit und das Ausgestoßensein aus der Gesellschaft.
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