Don't ever be sorry for me!
Fennells Umsetzung des berühmten Romans konzentriert sich fast ausschließlich auf die Beziehung zwischen Heathcliff und Catherine und lässt große Teile der literarischen Vorlage außen vor. Das Ergebnis ist ein kurzweiliges und unterhaltsames Filmchen, das jedoch kaum in der Lage ist, einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.
Was ich an Fennells bisherigen Filmen schätze - ihren ausgeprägten Sinn für makabren Humor - zeigt sich auch hier gleich zu Beginn. Die Eröffnungsszene, in der der Zuschauer mit abgedunkeltem Bild und stöhnenden Geräuschen konfrontiert wird, suggeriert zunächst ausschweifende sexuelle Aktivitäten, entpuppt sich dann aber als Todeskampf eines Gehängten. Dieser Tonfall zieht sich durch den gesamten Film und trägt wesentlich zu seinem Unterhaltungswert bei, auch wenn er dramaturgisch nicht immer treffsicher eingesetzt wird.
Auf darstellerischer Ebene werden keine Großtaten vollbracht. Margot Robbie spielt solide und sieht wie gewohnt toll aus, doch Jacob Elordi mangelt es spürbar an Ausstrahlung und Charisma. Sein spröder, leicht gelangweilter Ausdruck, der in Saltburn noch hervorragend zu seiner Figur passte, wirkt hier eher deplatziert. Hong Chau hingegen ist toll, und auch Alison Oliver kann überzeugen. Ein echtes Highlight sind die knallbunten, sorgfältig komponierten Bilder des schwedischen Kameramanns Linus Sandgren, die Wuthering Heights zu einem visuell ausgesprochen reizvollen Film machen. Manchmal hat man sogar das Gefühl, dass die Kamera mehr zu erzählen weiß als das Drehbuch.
Unter dem Strich ein weiterer gelungener Film der britischen Jung-Regisseurin, bei der es lohnenswert erscheint, sie auch künftig im Auge zu behalten.
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