Donnerstag, 17. Dezember 2015

THE HOBBIT: THE BATTLE OF THE FIVE ARMIES (Peter Jackson, 2014)

Traditionell in der Vorweihnachtszeit erscheint die Langfassung des aktuellsten Peter-Jackson-Films. 20 Minuten zusätzlichen Materials gibt es zu bestaunen, und wie bei den Vorgängerfilmen sind auch hier die Ergänzungen wieder sinnvoll und lassen das Gesamtwerk stimmiger und runder erscheinen. Ein Großteil davon entfällt auf Kampfszenen, wobei u. a. zahlreiche Enthauptungen ergänzt wurden. Insgesamt hat sich der Gewaltgrad im Vergleich zur Kinofassung deutlich erhöht. Dabei bleibt das Geschehen aber immer noch kindgerecht und familientauglich. Besonders gelungen ist eine längere Verfolgungsjagd mit einigen Zwergen in einem von Steinböcken gezogenen Streitwagen über ein zugefrorenes Flussbett. Die erweiterten Kampfszenen, bei denen zum Teil auch zusätzliche Kreaturen eingefügt wurden, verleihen der Schlacht mehr Intensität, die dadurch dem Anspruch, eine Auseinandersetzung epischen Ausmaßes zwischen fünf verschiedenen Völkern zu zeigen, eher gerecht wird. Das Zurückstellen eigener Interessen und Beilegen der kleineren Konflikte untereinander zugunsten des gemeinsamen Kampfes gegen eine dunkle Macht erinnert in der aktuellen politischen Großwetterlage frappierend an den Kampf der internationalen Staatengemeinschaft gegen den sogenannten Islamischen Staat. Wie in der Realität müssen die Führer im Film ihre Egoismen überwinden, um gemeinsam die freie Welt zu verteidigen. Die Parallelen sind natürlich Zufall, zeigen aber auch, dass der Kampf gegen das Böse ein immer währender ist.

Peter Jackson ist ein Meister im Erzählen solcher Geschichten, und auch wenn die Hobbit-Trilogie aufgrund der dünnen Story nicht mit der LotR-Trilogie mithalten kann, ist es ihm doch gelungen, über drei Filme mit einer Gesamtspielzeit von etwas mehr als 8 1/2 Stunden hinweg den Zuschauer erneut in die faszinierende Welt Mittelerdes zu entführen und ihn teilhaben zu lassen am Leben von Hobbits, Zauberern und Elben. Dies gelingt ihm, indem er eine atemberaubende Bilderpracht entfaltet und mit beeindruckendem Detailreichtum  aufwarten kann. Tricktechnisch ist das dennoch nicht makellos - so sieht man beispielsweise den Animationen, wenn die von den Zwergen gerittenen Steinböcke die Felswände erklimmen, ihre Computer-Herkunft deutlich an. Und auch Legolas Springeinlagen über die unter ihm wegbrechenden Felsbrocken sehen nicht sehr überzeugend aus. Dem hohen Unterhaltungswert tut dies keinen Abbruch. Glücklicherweise verzichtete Jackson auf Änderungen am Ausgang der Geschichte, so dass auch in der langen Fassung einige der Helden ihr Leben lassen müssen. Dies unterstreicht den märchenhaften Charakter des Films und entlässt denen Zuschauer mit einer Prise Wehmut.

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