Montag, 20. April 2026

OLD HENRY (Potsy Ponciroli, 2021)

You have no idea the hell storm you fixin' to let loose.

Ein Spätwestern im doppelten Sinne ist Old Henry von Potsy Ponciroli, ein Name, der mir bis dato gar nichts sagte. Angesiedelt 1906, als der "Wilde Westen" in seinen letzten Zügen lag, erzählt er eine einfache Geschichte mit einfachen Mitteln, das aber dafür umso effektiver. 

Die Konzentration des überwiegenden Teils der Handlung auf einen einzigen Schauplatz - die abgelegene Farm des Henry McCarty - verleiht Old Henry fast schon einen kammerspielartigen Charakter. Der Zuschauer weiß über den schwer verwundeten Curry nicht mehr als McCarty selbst, und mit dem Auftauchen des skrupellosen Sam Ketchum und seiner Männer entfaltet sich ein äußerst spannendes Katz-und-Maus-Spiel, dessen Ausgang dann doch überraschend ist. Zwar ahnt man früh, dass der auf den ersten Blick etwas naive Farmer nicht der ist, für den er sich ausgibt, doch zumindest mich hat die Enthüllung seiner wahren Identität eiskalt erwischt.

Getragen wird das Ganze von den großartigen Darstellern. Neben Tim Blake Nelson, der die Titelfigur mit stoischer Intensität spielt, sticht vor allem der charismatische Stephen Dorff als sein Widersacher hervor.  

Old Henry ist von der ersten bis zur letzten Minute spannend und bietet über die gesamte Laufzeit beste Unterhaltung. Ein kleiner, dreckiger, wunderbar konzentrierter Western – und ein echter Geheimtipp.

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