Die
Story, die sich zu einem Großteil aus Lügen und deren Enttarnung
zusammensetzt, verkommt beinahe zur Nebensache. Weitaus wichtiger sind
die Entwicklung der Hauptfiguren und ihre Interaktionen. The Maltese Falcon
lebt von seinen messerscharfen, äußerst pointierten Dialogen, die
Huston überwiegend wörtlich aus Hammetts Roman übernahm, und natürlich
von seinen Darstellern. Neben einem großartig aufspielenden Bogart ragt
vor allem der Theaterschauspieler Sydney Greenstreet heraus. Seine
Wortduelle mit Bogart sind es alleine wert, den Film zu sehen. Auch
toll: Peter Lorre in einer überaus schmierigen Rolle. Nicht gänzlich
überzeugen kann hingegen Mary Astor.
Als ich am Tag nach der Sichtung die DVD nochmals einlegte, um mir ein
paar Szenen erneut anzusehen, landete ich zunächst in der deutschen
Sprachfassung, um völlig irritiert festzustellen, dass man die deutsche
Tonspur mit einer leichtfüßigen Jazznummer unterlegt hat, die in
völligem Gegensatz zur düsteren Atmosphäre des Films steht. Im
Originalton kommt an dieser Stelle gar keine Musik. Weiteres Zappen
brachte zutage, dass man dies auch an anderen Stellen des Films gemacht
hat. Und nicht nur das: auch die Darsteller klingen in der deutschen
Fassung stellenweise so, als hätten sie einem im Tee. Daher an dieser
Stelle die dringende Empfehlung, sich The Maltese Falcon unbedingt im Original anzuschauen.
Montag, 10. Mai 2010
THE MALTESE FALCON (John Huston, 1941)
Hustons Regiedebut ist nicht nur einer der wichtigsten Vertreter des
Film Noir, sondern auch der erste, der die Rolle des sich stets am Rande
der Legalität bewegenden, zwielichtigen Privatdetektivs in den
Mittelpunkt stellte und so eine ganze Reihe von Filmen ähnlicher Machart
nach sich zog. Ob Hawks Big Sleep (Bogart spielt hier eine sehr ähnliche Rolle) oder Polanskis Chinatown - die Spuren, die Hustons Film hinterlassen hat, sind unübersehbar.
Labels:
John Huston
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