Samstag, 31. Januar 2015

SIN CITY: A DAME TO KILL FOR (Robert Rodriguez und Frank Miller, 2014)

This rotten town... It soils everybody.

Robert Rodriguez' erste Verfilmung der Miller-Comics habe ich zweimal gesehen, doch ist außer der revolutionären Optik nicht allzu viel hängengeblieben, wobei sich ja im Allgemeinen meine Begeisterung für filmische Comic-Adaptionen sehr in Grenzen hält.  Die Liste der gelungenen Umsetzungen ist überschaubar. Wie auch immer: erwartungsgemäß ist die Optik auch beim Nachfolger das prägende Element. Inhaltlich ist das alles recht dünn, es werden ein paar mäßig spannende Geschichten mit skurrilen Charakteren erzählt, um den Sündenpfuhl Sin City ins rechte Licht zu rücken. Das Ganze ist eine actionlastige und zudem sehr blutige Angelegenheit, was angesichts der Schwarzweiß-Optik mit sparsam eingesetzten Farbelementen umso bizarrer wirkt. Die männlichen Darsteller wetteifern wieder darum, wer die tiefste Stimme hat, die Damen versuchen, das Publikum mit ihren körperlichen Reizen zu betören. Dabei macht vor allem die meist nackte Eva Green eine ausgesprochen gute Figur. 

Unter dem Strich eine anspruchslose, aber auch ziemlich unterhaltsame Mischung, die durchaus Spaß macht.

Mittwoch, 28. Januar 2015

MADEO / MOTHER (Bong Joon-ho, 2009)

Bong Joon-ho zum Dritten, und es wird immer besser. Nachdem mir schon die Sichtungen von The Host und Snowpiercer großes Vergnügen bereitet hatten, setzt der produktionstechnisch dazwischen angesiedelte Mother nochmal eins oben drauf. Auch hierbei handelt es sich um einen Genre-Bastard, der dieses Mal Elemente des klassischen Thrillers, der Komödie und des Familiendramas zu einer höchst gelungenen Mischung verbindet. 

Im Mittelpunkt steht die namenlose Mutter, die man auch über die verkörperte Person im Film hinaus als Sinnbild dafür begreifen kann, wozu eine Mutter in der Lage ist und welche Opfer sie zu bringen willens ist, um ihr einziges Kind zu retten. Das ist manchmal lustig, meistens sehr spannend und zudem darstellerisch exzellent umgesetzt. Das Drehbuch ist erstklassig, und obwohl man auf Wendungen vorbereitet ist, weil die Story geradezu danach zu schreien scheint, kommen sie dann doch überraschend. Dabei bleibt die Figurenentwicklung jederzeit stimmig und nachvollziehbar.

Madeo ist bis zur gut sitzenden Schlusspointe ein origineller, wendungsreicher und extrem spannender Film, der meine ohnehin schon große Vorfreude auf Bongs Memories of Murder, der demnächst zur Sichtung ansteht, nochmal erheblich steigerte. Koreanisches Kino, wie ich es liebe.

Dienstag, 27. Januar 2015

DRACULA UNTOLD (Gary Shore, 2014)

Die Idee, eine Vorgeschichte zum allseits bekannten Grafen Dracula zu erzählen, die die Verwandlung des Fürsten Vlad in den blutsaugenden Vampir zum Inhalt hat, ist an sich spannend und originell. Leider gelingt es Gary Shore, das darin steckende Potential nur zum Teil auszuschöpfen. Dies ist einerseits auf die fehlenden epische Größe, andererseits auf zahlreiche Ungereimtheiten in der Story zurückzuführen. Die Geschehnisse werden viel zu schnell abgehandelt, was der emotionalen Bindung zu den Charakteren nicht förderlich ist. Gleiches gilt für die Schlachtszenen, die - ehe man sichs versieht - schon wieder vorbei sind. Insgesamt hätte dem Film eine spürbare Entschleunigung gutgetan. 

Recht unterhaltsam ist das Ganze dennoch geworden. Die kurze Spieldauer und das hohe Tempo halten den Zuschauer bei der Stange, die Effekte sind ganz nett gemacht und Luke Evans hat durchaus Charisma. Lobenswert auch der gute Score des Deutsch-Iraners Ramin Djawadi, der die passende Untermalung für die größtenteils sehr ansehnlichen Bilder liefert. 

Insgesamt ein ordentlicher Film, der jedoch viel von seinem Potential verschenkt.

Sonntag, 25. Januar 2015

THE ROVER (David Michôd, 2014)

You should never stop thinking about a life you've taken. It's the price you pay for taking it.

Der Zuschauer wird direkt mitten in die Handlung katapultiert. Eine Exposition gibt es nicht. Ein Überfall der schief geht, ein Autounfall während der Flucht und der daraus resultierende Diebstahl eines anderen Autos. Doch der Besitzer des gestohlenen Autos will es unter allen Umständen zurück, koste es, was es wolle.

Dies ist die Ausgangssituation. Ein Roadmovie im postapokalyptischen Australien (zehn Jahre nach einem nicht näher erläuterten "Kollaps") - das klingt erstmal ziemlich nach Mad Max. Doch stellt sich schnell heraus, dass The Rover mit jenem darüber hinaus nicht viel gemeinsam hat. Michôds Film zeigt in kargen Bildern die atemberaubende Schönheit der australischen Wildnis und versprüht dabei eine ausgesprochen nihilistische Grundstimmung. Im Australien der Zukunft herrschen Zustände wie im Wilden Westen. Es gilt das Recht des Stärkeren. Jeder macht was er will, meist ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Ein paar Soldaten versuchen, dem wilden Treiben Einhalt zu gebieten, jedoch nicht aus Überzeugung, sondern um der militärischen Führung gegenüber ihre Existenz zu rechtfertigen. Die Hauptfigur, Eric, ist ein emotionaler Krüppel. Seine nur mühsam unterdrückte Aggression äußert sich in all seinen Handlungen. Selbst zu einer normalen Konversation scheint er kaum noch fähig. Wie ein Besessener verfolgt er sein Ziel. Hindernisse werden unbarmherzig aus dem Weg geräumt.

Darstellerisch wird Großes geboten. Neben Guy Pearce ist unbedingt die Leistung des Teenieschwarms Robert Pattinson zu loben, der den naiven, geistig etwas unterbelichteten Rey sehr überzeugend spielt. Man fragt sich natürlich die ganze Zeit, warum Eric unbedingt sein Auto wiederhaben will. Die Auflösung kommt ganz am Schluss und ist ebenso banal wie schlüssig. Vermutlich die einzige Möglichkeit für ihn, sich der letzten Reste seiner verloren gegangenen Menschlichkeit zu versichern. Ein beeindruckender Film.

Samstag, 24. Januar 2015

DAS FINSTERE TAL (Andreas Prochaska, 2014)

Das finstere Tal ist ein lupenreiner Western mit der Besonderheit, dass er im Südtirol des 19. Jahrhunderts angesiedelt ist. Davon abgesehen weist er die typischen Genre-Merkmale auf. Ein geheimnisvoller Fremder, der in ein abgelegenes Dorf kommt und eine dunkle Rachemission zu erfüllen hat, ein reicher Bauer, der mit seinen sechs Söhnen das Dorf regiert und die Richtlinien vorgibt und verschüchterte Bewohner, die teils aus Loyalität, überwiegend aber aus Angst sich dem Diktat fügen. In diesem System ist für so etwas wie eine Obrigkeit kein Platz, und da der Bauer und seine Söhne die Einzigen sind, denen das Tragen von Schusswaffen erlaubt ist, können sie im Dorf nach Belieben schalten und walten. 

Die schneebedeckten Alpenlandschaften bilden die perfekte Umgebung und Prochaska und sein Kameramann Thomas Kienast setzen dies in farbreduzierten Bildern stimmungsvoll in Szene. In Kombination mit der ruhigen - man möchte fast sagen: altmodischen - Erzählweise und den souveränen Darstellerleistungen ergibt sich ein harmonisches Gesamtbild. Wenn man dem Film etwas vorwerfen kann, dann vielleicht das Fehlen jeglicher Überraschungsmomente. Die Handlung wird spannend erzählt, bleibt jedoch vorhersehbar bis zum Schluss. Dies vermag den hervorragenden Gesamteindruck aber nicht merklich zu trüben. Hat mir gut gefallen.

Mittwoch, 21. Januar 2015

SERBUAN MAUT 2: BERANDAL (Gareth Evans, 2014)

Die Handlung setzt direkt nach dem Ende des ersten Teils ein. Im Gegensatz zum Vorgänger, bei dem die Handlung auf das Nötigste reduziert war und nur als Rahmenkonstrukt für die ausgedehnten Kampf- und Ballerszenen diente, wird dieses Mal deutlich mehr Wert auf die Entwicklung der Geschichte gelegt, wobei diese nicht immer schlüssig ist. Macht aber nichts. Action gibt es zwar wieder reichlich, doch wird sie etwas dosierter eingesetzt. Der Härtegrad wurde nochmal eine Stufe nach oben gedreht: The Raid 2 ist wirklich nichts für zartbesaitete Gemüter. Ansonsten setzt man weiterhin auf das Konzept des Vorgängers und bietet ausgedehnte Actionsequenzen, die gleichermaßen mitreißend inszeniert sind. 

Dass Evans etwas von gutem Timing versteht und ein Händchen für gelungene Bildkompositionen hat, war schon beim ersten Teil erkennbar. Hier wirkt das alles noch eine Spur geschliffener. Darüber hinaus gibt es einige witzige Ideen wie den Typen, der seine Opfer mit einem Baseball tötet, oder eine optisch sehr ansprechende Dame (Julia Estelle, in der IMDB witzigerweise als "Alicia Hammer Girl" betitelt), die im kurzen Rock und mit zwei Zimmermannshämmern bewaffnet, die ihre Gegner in der U-Bahn gleich reihenweise zerlegt. Unter dem Strich eine äußerst gelungene Fortsetzung, die allerdings nicht ganz die Qualität des Erstlings erreicht.

Dienstag, 20. Januar 2015

TROY (Wolfgang Petersen, 2004)

It's too early in the day to be killing princes.

Petersens sehr freie Umsetzung der Homer'schen Sage kommt als Monumentalfilm klassischer Machart daher, ist dabei leider mit zahlreichen Schwächen behaftet. Die Augenscheinlichste ist in den bestenfalls durchschnittlichen Bildkompositionen zu finden, dabei böten die strahlend blauen Wasser der Ägäis eigentlich die idealen Hintergrundbilder. Doch Petersens Kamermann Roger Pratt weiß dies nicht angemessen zu nutzen. Hinzu kommen narrative Schwächen vor allem in der ersten Hälfte sowie nicht vollends überzeugende Darsteller. Brad Pitts Leistung ist noch im Bereich des Akzeptablen, Eric Bana bleibt völlig blass und Orlando Bloom liefert eine geradezu erbärmliche Vorstellung. Diane Krüger sieht immerhin toll aus. So ist es an Brian Cox, Sean Bean und Peter O'Toole, die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Die Kampfszenen lassen ebenfalls Raum für Verbesserungen, doch sind sie zum Teil ganz ordentlich gelungen. 

Auf der Habenseite sind die aufwendigen Sets und Kostüme zu verbuchen sowie die Tatsache, dass man den Aspekt der direkten Einflussnahme der Götter ausgespart hat. Dadurch wirkt die Geschichte deutlich bodenständiger als die literarische Vorlage. Außerdem habe ich ja ganz grundsätzlich ein Faible für monumentale Schinken, daher kann ich auch Troy Einiges abgewinnen, auch wenn man aus dem Stoff deutlich mehr hätte machen können. Petersen ist eben nur ein solider Handwerker, und das sieht man dem Film jederzeit an.

 

WARRIOR (Gavin O’Connor, 2011)

I think I liked you better when you were a drunk.

Eine sehr stimmige Mischung aus Familiendrama und Sportfilm, die mich restlos zu begeistern wusste. Zwar bewegt sich Warrior streng innerhalb der Bahnen des klassischen Sportfilms wie sie Rocky und Konsorten vorgezeichnet haben, doch sind Story und Darsteller so gut, dass sich dies überhaupt nicht negativ auswirkt, zumal O'Connor sehr viel Wert auf eine glaubwürdige Charakterzeichnung legt. Hier kann er sich auch voll auf seine Darsteller verlassen. Insbesondere Tom Hardy liefert eine grandiose Vorstellung – seit ich Bronson gesehen habe, habe ich ohnehin größten Respekt vor dem Mann – aber auch Nick Nolte kann in der Rolle des reuigen Sünders vollauf überzeugen. Dazu kommt ein toller Score von Mark Isham, der die hervorragend choreografierten Kampfszenen trefflich untermalt. 

Am Ende weiß man gar nicht, welchem der beiden so unterschiedlichen Brüder man die Daumen drücken soll und wünscht sich irgendwie, dass beide gewinnen mögen. Ein äußerst intensives Filmerlebnis.

Sonntag, 18. Januar 2015

UNDER THE SKIN (Jonathan Glazer, 2013)

Do you want to look at me?
 
Under the Skin
ist ein Film, der hauptsächlich auf der emotionalen Ebene funktioniert. Der Sogwirkung, die er unmittelbar nach Beginn entfaltet, kann man sich nur schwer entziehen, was nicht zuletzt auf den tollen Score zurückzuführen ist. Die Atmosphäre ist zum Greifen dicht. Die eigentliche Story wird nur vage umrissen, Vieles nur angedeutet. So wird zum Beispiel nicht klar, was genau mit den Männern geschieht, die das Alien mitnimmt. 

Unter narrativen Gesichtspunkten ist vor allem die Entwicklung interessant, die das Alien im Verlauf der 100 Minuten durchläuft. Das anfangs völlig gefühllose Wesen beobachtet die Verhaltensweisen der Menschen im Alltag und versucht zum Teil sie nachzuahmen, sehr schön zu erkennen in der Szene mit der Schwarzwälder Kirschtorte. Nach der Begegnung mit dem entstellten Mann wird es sich zunehmend seiner Einsamkeit bewusst. Zum Ende hin lichten sich die Nebelschleier etwas, doch überlässt Glazer Vieles der Interpretation des Zuschauers. Gut so. Völlig rätselhaft bleibt die Rolle des Motorradfahrers, der dem Alien zu helfen scheint, ohne dass seine genaue Funktion klar wird.

Es fällt mir schwer, die Gedanken, die mir nach der Sichtung durch den Kopf gingen, in zusammenhängende Worte zu fassen. Ein hochinteressanter Film, rätselhaft und geheimnisvoll zweifellos. Und eine Scarlett Johansson in Hochform: ungeschminkt, mit Pickeln im Gesicht und nackt mit erkennbar einigen Kilos zu viel auf den Hüften. Wobei gerade diese Unvollkommenheit ihren ganz eigenen Reiz hat. Dennoch: soviel Mut würde sicher nicht jedes Hollywood-Sternchen aufbringen.

Donnerstag, 15. Januar 2015

FORGOTTEN SILVER (Peter Jackson & Costa Botes, 2005)

Forgotten Silver ist eine fiktive Dokumentation (neudeutsch "Mockumentary") über den erfundenen Filmemacher Colin McKenzie, der angeblich den ersten Tonfilm gedreht hat, die ersten Farbbilder produziert und den ersten Flug eines Menschen gefilmt hat. Und natürlich hat er auch den ersten Monumentalfilm gedreht, auch wenn dieser nie fertig gestellt wurde. Dies alles blieb der Welt bis zu dem Tag verborgen, an dem Peter Jackson im Haus einer Nachbarin einen Sensationsfund machte und McKenzies Hinterlassenschaft in Form diverser Filmrollen fand. 

Präsentiert wird dies alles in äußerst kurzweiliger Art von Peter Jackson selbst, der dabei u.a. vom ebenfalls aus Neuseeland stammenden Schauspieler Sam Neill, Miramax-Boss Harvey Weinstein und dem bekannten Filmhistoriker Leonard Maltin unterstützt wird. Die angeblich historischen Aufnahmen wirken dank digitaler Nachbearbeitung absolut authentisch, und man war sich nicht zu schade, sogar das Set des unvollendeten (ebenfalls fiktiven) Monumentalfilms Salome in liebevoller Kleinarbeit in einem abgelegenen Waldstück aufzubauen. Die vorgenannten Akteure sind alle mit großem Ernst bei der Sache, und doch merkt man ihnen den Spaß an, den sie ganz offensichtlich bei den Dreharbeiten hatten. Nicht zuletzt aufgrund der kurzen Laufzeit von 53 Minuten eine höchst unterhaltsame und witzige Angelegenheit, die eine weitere Facette des ungeheuer vielseitigen Filmemachers Peter Jackson offenbart.

Mittwoch, 14. Januar 2015

SERBUAN MAUT (Gareth Evans, 2011)

Sehr gut gemachter Action-Reißer, der durch eine gelungene Mischung aus Schießereien und Martial-Arts-Szenen, durchsetzt mit intensiven Spannungssequenzen, überzeugt. Kämpfe und Schießereien sind toll choreografiert, gut geschnitten und lassen sich aufgrund der Handkamera quasi hautnah erleben. Die Handlungselemente sind auf das Notwendigste reduziert. Der in der indonesischen Hauptstadt Jakarta lebende Brite Gareth Evans verlässt sich in erster Linie auf die beeindruckenden Fähigkeiten seiner Kämpfer und die so entstandenen mitreißenden, adrenalingeschwängerten Kampfszenen. Das Tempo ist fast durchgehend hoch. Der Härtegrad ist deftig, aber nicht übertrieben ausgefallen. 

Etwas ärgerlich ist die schlechte Bildqualität der deutschen Bluray von Koch Media, wobei mir nicht klar ist, ob das nur auf die Produktionsumstände zurückzuführen ist oder ob hier bei der Produktion geschlampt wurde. Trotz des niedrigen Budgets und der Tatsache, dass der Film in Indonesien gedreht wurde, hätte man hier sicher etwas mehr erwarten dürfen. Den Filmgenuss schmälert dies glücklicherweise nicht.

Dienstag, 13. Januar 2015

EDGE OF TOMORROW (Doug Liman, 2014)

Seelenloser Science-Fiction-Quark, der sich des hinlänglich bekannten Zeitschleifenmotivs bedient und trotz der überschaubaren Spieldauer von 113 Minuten erstaunliche Längen aufweist. Die ständigen Wiederholungen der immer gleichen Szenen haben alsbald eine ermüdende Wirkung, was wohl auch Liman dazu bewogen hat, sie mit fortschreitender Handlung nur noch anzudeuten und irgendwann ganz darauf zu verzichten. Die außerirdischen Kreaturen, Mimics genannt, sind gut gemacht und erinnern optisch stark an die Bugs aus Verhoevens Starship Troopers. Ansonsten gibt es wenig Schauwerte, noch nicht mal 'ne gut aussehende Frau spielt mit. 

Actionszenen gibt es zwar einige, doch hält sich deren Unterhaltungswert sehr in Grenzen. Positiv zu erwähnen vielleicht noch die Vorstellung Bill Paxtons als Sergeant Farrell, der Mann ist immer eine Bank. Unter dem Strich ein immerhin halbwegs unterhaltsames Filmchen mit einer selten dämlichen Story, das zudem völlig ohne Spannungsmomente auskommt – muss man sich echt nicht anschauen.

Montag, 12. Januar 2015

LUCY (Luc Besson, 2014)

We humans are more concerned with having than with being.

Die dem Film zugrunde liegende Idee ist an sich ganz witzig und Besson inszeniert die Geschehnisse in der ihm eigenen Art und Weise als irres Actionspektakel, das dem Zuschauer kaum eine Atempause gönnt. 

Doch nach anfangs hohem Spaßfaktor wird der Plot zunehmend absurder und in der letzten halben Stunde von starken Matrix-Anleihen durchsetzt - was ja grundsätzlich nichts Schlechtes sein muss. Jedoch wird die bis dahin wilde Achterbahnfahrt merklich ausgebremst. Ein weißer Raum ohne Begrenzungen, ohne Einrichtung, nur Scarlett Johansson, die auf einem Stuhl sitzt. Eine wischende Handbewegung und sie sitzt im Paris der 20er Jahre, ein weiterer Wischer und sie sitzt vor einem Dinosaurier. Das kann man toll finden oder auch blöd. Ich fand's eher blöd. Lucy fängt stark an, unterhält eine Stunde lang richtig gut und kackt dann leider ziemlich ab. Am Ende bleibt ein zwiespältiger Eindruck. 

Sonntag, 11. Januar 2015

WAR OF THE WORLDS (Steven Spielberg, 2005)

What is it? Is it terrorists?

Ein typisches Spielberg'sches Familiendrama, eingebettet in ein Science-Fiction-Szenario, das zwischendrin erstaunlich hoffnungslos wirkt und beeindruckende Bilder einer sich in Auflösung befindlichen Gesellschaft zeigt. Doch bei Spielberg weiß man ganz genau: der Papa wird’s schon richten. Und so wird die Familie schließlich durch wundersame Fügung wieder glücklich vereint. 

Die Erstverfilmung von Byron Haskin finde ich ganz furchtbar, da gefällt mir Spielbergs Variante trotz des vorhersehbar kitschigen Ausgangs deutlich besser. Da kann auch der wie immer unsympathische Tom Cruise nicht viel kaputtmachen, dem am Ende die Heldenrolle zugewiesen wird, indem er den Soldaten den entscheidenden Hinweis hinsichtlich der Deaktivierung des Schutzschildes der Tripoden gibt. Nach dem zuletzt gesichteten Pacific Rim gibt’s hier die nächste Volldröhnung – das Sounddesign ist ganz hervorragend, wozu auch der gute Score von Altmeister John Williams einen erheblichen Beitrag leistet. Kein Film, der einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt, aber allemal solide Unterhaltung für einen Sonntag Nachmittag.

Samstag, 10. Januar 2015

PACIFIC RIM (Guillermo del Toro, 2013)

Fortune favors the brave, dude.

Grenzdebile Action mit recht ansehnlichen Bildern, die mehr mit einem Videospiel als einem Spielfilm gemein hat. Die Grundidee beinhaltet ein klassisches Lovecraft-Motiv, nämlich dass eine außerirdische Rasse entweder vom Weltraum oder - wie in diesem Fall - vom Meeresboden aus versucht, die Erde in Besitz zu nehmen. Der Rest hat dann allerdings wenig mit Lovecraft zu tun. Die Story beschränkt sich fast ausschließlich auf das Kernelement, nämlich die Kämpfe zwischen den Jägern und den Kaijūs. Diese sind entsprechend der gewaltigen zu bewegenden Masse recht träge inszeniert, vielfach jedoch auch arg unübersichtlich. An den Effekten hingegen gibt es wenig zu mäkeln. Diese sind durchgehend gut gelungen. Ganz witzig ist der Ron-Perlman-Charakter, der die erlegten Kaijūs ausschlachtet und die erbeuteten Organe und sonstigen Körperbestandteile verkauft. 

Das Ganze ist für meinen Geschmack etwas zu lang geraten, doch kann man Pacific Rim einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen. Und wenn man einen Film sucht, um seinen Subwoofer zu testen, liegt man hier auf jeden Fall richtig. Eine solche Masse an extremen Tiefbass-Passagen ist mir schon lange nicht mehr untergekommen. 

Mittwoch, 7. Januar 2015

THE HOBBIT: THE BATTLE OF THE FIVE ARMIES (Peter Jackson, 2014)

You brought upon them only ruin and death.

Der letzte Teil der Hobbit-Trilogie hat nicht den Roadmovie-Charakter der beiden Vorgänger, die durch viele Ortswechsel gekennzeichnet waren. Vielmehr spielt sich fast die gesamte Handlung am und in der Nähe der Berges Erebor ab und stellt neben dem Konflikt um den Zwergenkönig Thorin, der durch das Gold dem Wahnsinn zu verfallen droht, die titelgebende große Schlacht in den Mittelpunkt, die trotz ihrer Länge sehr abwechslungsreich geraten ist. Neben den üblichen Massenszenen wird dem Kampf gegen die beiden Anführer der Orcs viel Raum eingeräumt und mit einigen schönen 3D-Effekten versehen. Zudem gibt es einige neue beeindruckende Kreaturen und diverse originelle Reittiere wie gepanzerte Steinböcke oder ein gezähmtes Wildschwein. Für mich überraschend war, dass einige der Protagonisten in der Schlacht ihr Leben lassen. Das kennt man von den LotR-Filmen ganz anders, wo die "Guten" am Ende alle davonkommen. Gut gelungen auch das Ende, das gekonnt zur Eröffnungsszene von The Fellowship of the Ring überleitet (Bilbos 111. Geburtstag).  

The Battle of the Five Armies bildet damit einen hervorragenden Abschluss der Hobbit-Reihe, die zwar zu keiner Zeit an die LotR-Trilogie heranreichen kann - dafür ist die Story letztlich zu wenig gehaltvoll - insgesamt aber weitaus besser geworden ist, als vielfach erwartet worden war. Ich jedenfalls hatte meinen Spaß damit und sehe der extended Edition mit einiger Vorfreude entgegen.

Montag, 5. Januar 2015

J. EDGAR (Clint Eastwood, 2011)

I would rather have a dead son than a daffodil for a son.

Faszinierendes Porträt des ersten FBI-Direktors, der ja einen durchaus zweifelhaften Ruf genießt. Unbestritten sind seine Verdienste um den Aufbau der US-Bundespolizei, die auch angemessen gewürdigt werden, ohne dabei die Schattenseiten zu vernachlässigen. Seine paranoiden Wesenszüge, die ihn in Jedem eine Bedrohung für die Staatssicherheit sehen ließen, werden ausführlich thematisiert. Kaum jemand in exponierter Position entgeht seinem Abhörwahn; die geheimen Abhörprotokolle lässt er durch seine Sekretärin nach seinem Tod vernichten. Geradezu jämmerlich ist das Bild, das Eastwood von ihm als Privatperson zeichnet. Ungeachtet seiner großen beruflichen Erfolge ist er ein zutiefst unglücklicher Mensch, der unter seinen diffusen Neigungen ebenso zu leiden scheint wie unter dem Druck, den Ansprüchen und Erwartungen seiner dominanten Mutter gerecht zu werden. Und so ist Eastwoods Hoover ein durch und durch unsympathischer Zeitgenosse und doch verfügt der Regisseur über das Feingefühl, ihn als Menschen nicht völlig zu denunzieren, sondern ein ausreichend differenziertes Bild von ihm zu zeichnen. Herausragend dabei Leonardo di Caprios Leistung, die alleine den Film sehenswert macht.

Sonntag, 4. Januar 2015

HERCULES (Brett Ratner, 2014)

Kurzweilige und recht spaßige Comic-Verfilmung, die sich selbst nicht zu ernstnimmt und dank ihres charismatischen Hauptdarstellers und seiner bunten Kriegerschar für gute Laune sorgt. Dabei weist Dwayne Johnson eine derart beeindruckende Physis vor, dass sich Vergleiche mit dem jungen Schwarzenegger aufdrängen, wobei Johnson so jung gar nicht mehr ist. Den schönen Gegenpol dazu bildet die bogenschießende Amazone Atalanta, verkörpert von der Norwegerin Ingrid Bolsø Berdal. Die Kampfszenen sind abwechslungsreich geraten, souverän inszeniert und in gut verträglichen Dosen in die Handlung integriert. Weniger gelungen sind hingegen die CGI. Dabei spielt Ratner die ganze Zeit über geschickt mit dem Mythos um den Krieger Hercules und die Frage, ob er tatsächlich Zeus' Sohn oder nur ein überdurchschnittlich begabter Mensch ist, ohne das Rätsel am Ende aufzulösen. Durchaus sehenswert.

Samstag, 3. Januar 2015

JURASSIC PARK III (Joe Johnston, 2001)

It's a bird cage!

Nach dem gescheiterten Versuch bei Teil 2, den ersten Teil in allen Belangen zu übertrumpfen, wählte man hier den minimalistischen Ansatz. Eine Story ist nur rudimentär vorhanden. Unter irgendeinem Vorwand verschlägt es eine (dieses Mal wieder übersichtliche) Gruppe auf die Isla Sorna und sieht sich dort einer Horde beißwütiger Saurier ausgesetzt. 

Viel mehr braucht es im Grunde auch nicht, denn Teil 3 funktioniert weitaus besser als sein Vorgänger. Sam Neill als Dr. Grant gibt einen deutlich charismatischeren Anführer ab als der spröde Jeff Goldblum, die Story-Elemente wurden zugunsten eines hohen Action-Anteils auf ein Minimum reduziert und ein paar richtig gute neue Saurier gibt es auch. Da wären nicht nur der Spinosaurus zu nennen, der den Tyrannosaurus als Obermotz ablöst und ihm gleich den Garaus macht, sondern vor allem auch die Pteranodon, auch wenn es nach den bisherigen Erkenntnissen der Forschung kaum vorstellbar ist, dass sie Säugetiere in der Größe eines Menschen angegriffen hätten. Aber damit nimmt es die Jurassic-Park-Reihe ja ohnehin nicht so genau: die Velociraptoren haben mit der wissenschaftlich beschriebenen Gattung nicht viel zu tun. Und die ihnen zugeschriebenen, sich von Film zu Film steigernden intellektuellen Fähigkeiten, sind völlig übertrieben. Die Szene gegen Ende, in der die Menschen von mehreren Raptoren umzingelt und zur Herausgabe der gestohlenen Eier gezwungen werden, ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Dies ist aber der einzige richtige Schwachpunkt des Films. 

Nicht zuletzt aufgrund der kurzen Spieldauer, der verbesserten Spezialeffekte und des völligen Verzichts auf unnötige Handlungsstränge unterhält Jurassic Park III ganz ausgezeichnet, ohne jedoch an die Klasse des ersten Teils heranreichen zu können.

Freitag, 2. Januar 2015

THE LOST WORLD: JURASSIC PARK (Steven Spielberg, 1997)

Mommy's very angry.

Nach dem großen Erfolg von Jurassic Park war schnell klar, dass es eine Fortsetzung geben würde. Leider wurden hier alle Fehler gemacht, die man bei Fortsetzungen machen kann. Das fängt mit dem schwachen Drehbuch an. Die Story hat weder Hand noch Fuß. Mit Dr. Malcolm machte man eine Figur des ersten Teils zum Protagonisten, die dort nur als Sidekick fungierte und sich auch hier nicht recht in die Rolle des Anführers fügen will. Und selbst für den abgeschmacktesten aller Drehbuchtricks, nämlich die heimliche Mitreise eines Kindes, das eigentlich zu Hause bleiben sollte, ist man sich nicht zu schade. Umso erstaunlicher, dass Steven Spielberg sich bereit erklärt hat, diesen Blödsinn zu verfilmen, statt die Arbeit an einen talentierten Jungregisseur zu delegieren. 

Das Ergebnis ist in jeder Hinsicht enttäuschend. Bei den Effekten ist kein Fortschritt zu verzeichnen, sie entsprechen dem Niveau derer des ersten Teils. Es gibt zwar einige neue Saurier, jedoch spielen diese keine große Rolle, abgesehen von den (ziemlich coolen) fleischfressenden Compsognathus. Die mit Abstand beste Szene des Films ist die, in der diverse Saurier das Camp der Großwildjäger zerlegen. Danach werden nur die bereits hinlänglich bekannten Muster aus dem ersten Teil aufgewärmt. Die Hauptbedrohung geht dabei wieder von Tyrannosaurus (die dieses Mal als Paar auftreten) und den Velociraptoren aus. Kennt man schon, hat man alles schon gesehen. Ergänzt wird dies um diverse Versatzstücke aus anderen Filmen, wobei insbesondere King Kong Pate stand. Dies gipfelt dann in der völlig blöden Idee, einen lebenden Tyrannosaurus samt Nachwuchs nach San Diego zu bringen. Wie originell! Lustigerweise wurde die Crew des Transportschiffes unterwegs in Fetzen gerissen, der Tyrannosaurus ist bei der Ankunft jedoch noch eingesperrt. So geht das in einem fort. Nichts passt zusammen, alles bleibt Stückwerk. Über die inhaltliche Leere habe ich mich ja weiter oben schon ausgelassen. 

Natürlich kann man mit dem Film immer noch seinen Spaß haben, denn die Wiederbelebung der Dinosaurier am Bildschirm ist als solche immer noch eine Schau. Für eine ambitionierte Fortsetzung eines der bis dahin erfolgreichsten Filme überhaupt ist das aber viel zu wenig. Und so teilt The lost Word das Schicksal so vieler Fortsetzungsfilme und ist nicht mehr als ein müder Abklatsch des ersten Teils, dem er nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann.

Donnerstag, 1. Januar 2015

JURASSIC PARK (Steven Spielberg, 1993)

Life finds a way.

Seit meiner Kindheit interessiere ich mich für Dinosaurier und andere urzeitliche Tiere. Ich kann mich noch gut an meine damalige Begeisterung anlässlich des Kinobesuchs erinnern, die Spielbergs Film bei mir hervorrief. Seither habe ich ihn mehrmals gesehen, doch liegt die letzte Sichtung viele Jahre zurück. Highlight war und ist natürlich die Szene mit dem Tyrannosaurus Rex und den Fahrzeuginsassen, die dramaturgisch zum Spannendsten zählt, was das Kino zu bieten hat. Die Effekte waren damals sensationell, können aber aus heutiger Sicht nicht mehr vollständig überzeugen. Insbesondere die CGI-Szenen sehen mittlerweile doch etwas angestaubt aus; die Modelle hingegen verfehlen ihre Wirkung auch heutzutage nicht. 

Laura Dern nervt mich mit ihrer übertriebenen Mimik heute immer noch so wie damals, doch die übrigen Darsteller machen die Sache gut, allen voran natürlich Sir Richard Attenborough, der den Parkbetreiber absolut liebenswürdig verkörpert. Obwohl er gewinnorientiert ausgerichtet ist, ist er alles andere als ein gewissenloser Kapitalist, sondern wirkt eher wie ein großes Kind, das sich einen Jugendtraum erfüllt hat. Und spätestens nachdem die elektrischen Zäune ausgefallen sind, treten finanzielle Interessen gegenüber den Sorgen um seine Enkelkinder in den Hintergrund.

Jurassic Park bietet Spannungskino par excellence, wie man es in dieser Güteklasse selten findet.