I think it's the expectations and assumptions of others that cause heartache.
Phantom Thread erzählt die durchaus interessante Geschichte einer kranken Liebe zwischen dem berühmten Modedesigner Reynolds Woodcock und der Kellnerin Alma Elson, die zunächst seine Muse, dann seine Geliebte und schließlich seine Ehefrau wird. Da der hochsensible und feingeistige Reynolds nicht zu der Art von Beziehung fähig ist, die Alma sich wünscht, versucht sie zunächst ihn durch Manipulation zu ändern, kommt dabei aber schnell an ihre Grenzen. Schließlich stößt sie mehr oder weniger zufällig auf eine elegante Möglichkeit, ihn in eine Lage zu versetzen, in der er ihr völlig ausgeliefert ist und sich ihrer Liebe und Fürsorge gar nicht entziehen kann. "I want you flat on your back. Helpless, tender, open with only me to help" sagt sie einmal.
Dies kleidet Anderson in betörend schöne Bilder, die das London der 50er Jahre in all seiner Schönheit auf die Leinwand bringen. Auch darstellerisch gibt es wenig zu meckern. Daniel Day-Lewis ist ohne Zweifel einer der besten Schauspieler seiner Zeit und dominiert jeden Film, in dem er mitspielt. So auch hier. Dagegen kommt Vicky Krieps als Alma naturgemäß nicht an, kann aber dennoch überzeugen, ebenso wie Lesley Manville als Reynolds dominante Schwester Cyril. Natürlich wird auch hier wieder das für Anderson so typische Thema der disfunktionalen Familie behandelt, dieses Mal hauptsächlich in Person von Reynolds verstorbener Mutter. Die Erinnerung an sie lässt ihn nicht los und ohne seine Schwester Cyril, die mit ihm zusammenlebt und alles Wichtige regelt, scheint er kaum lebensfähig zu sein.
Soweit ist das alle stimmig und doch wollte keine richtige Begeisterung bei mir aufkommen, weil alles so furchtbar träge und langatmig erzählt wird. Phantom Thread ist mit einer Spieldauer von etwas mehr als zwei Stunden einer der kürzesten Filme Andersons, wirkt aber deutlich länger als beispielsweise Magnolia, bei dem die drei Stunden wie im Flug vergehen. Als der Abspann lief, fühlte ich mich regelrecht erschöpft. Irgendwie schade, denn die Geschichte ist durchaus interessant und formal gibt es auch nichts zu beanstanden.
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