Montag, 27. April 2009

PROPHECY (John Frankenheimer, 1979)

Ein billiger Horrorstreifen mit einer unsagbar dämlichen Story, die dem Zuschauer ihre Öko-Message mit dem Dampfhammer einbläut. Und damit nicht genug: neben der Umweltverschmutzung durch Quecksilber werden auch gleich noch die Lebensbedingungen der verarmten schwarzen Bevölkerung, der Landraub an den indianischen Ureinwohnern und der Hunger in der Dritten Welt thematisiert, vertreten durch den Gutmenschen Dr. Robert Verne, der es als verantwortungslos ansieht, Kinder in die Welt zu setzen angesichts der vielen tausend verwaisten Kinder, die auf eine Adoption warten. Etwas viel Ballast für einen simplen Schocker, ein gutes Stück weit natürlich dem damaligen Zeitgeist geschuldet. 

Vollends zur Nervenprobe wird das Ganze durch die wehleidige, stets griesgrämig dreinguckende Talia Shire, die mir mit ihrem weltschmerzverzerrten Gesicht ziemlich auf den Keks ging. Allerdings muss man Frankenheimer zugute halten, dass der Film recht spannend inszeniert ist. Die meisten Schockeffekte sitzen gut, die Special Effects schwanken zwischen gelungen und peinlich. Alles in allem nicht gerade eine Glanzleistung, aber man hat schon Schlimmeres gesehen.  

Mittwoch, 22. April 2009

LES FILLES DU BOTANISTE/Die Töchter des chinesischen Gärtners (Daï Sijie, 2006)

Die Töchter des chinesischen Gärtners - man fragt sich, was der Zusatz "chinesisch" im deutschen Titel soll, schließlich spielt der Film ja in China - ist ein Film über eine zum Scheitern verurteilte lesbische Liebe, der zwar durch seine Bildgewalt beeindruckt, auf erzählerischer Ebene jedoch nicht sonderlich viel zu bieten hat. Zu vorhersehbar und zu plakativ ist das alles. Nett anzuschauen ist es trotzdem.  

Samstag, 18. April 2009

REBECCA (Alfred Hitchcock, 1940)

Happiness is something I know nothing about.

Es galt mal wieder, eine filmische Bildungslücke zu schließen, denn Rebecca ist einer der wenigen „großen“ Hitchcocks, die ich noch nicht kannte. Nach einem etwas schleppenden Beginn zogen mich die düsteren Bilder und die erdrückende Atmosphäre schnell in ihren Bann. 

Auf Manderley dominiert die unheimliche Mrs. Danvers (klasse: Judith Anderson), die die verstorbene Rebecca wie eine Göttin verehrt. Man fühlt mit der armen, namenlosen Protagonistin mit, die der ihr eigentlich unterstellten Chefin der Dienstmädchen nicht gewachsen ist und regelrecht Angst vor ihr hat. Nach der überraschenden Enthüllung der tatsächlichen Geschehnisse um Rebeccas Tod hängt Hitchcock noch einen nach meinem Dafürhalten völlig überflüssigen dritten Teil an, der die juristische Aufarbeitung dieser Geschehnisse zum Inhalt hat und dem Film mehr nimmt als gibt.

Freitag, 17. April 2009

BLOOD SIMPLE (Joel Coen, 1984)

Gimme a call whenever you wanna cut off my head. I can always crawl around without it.

Als kürzlich die 4-DVD-Box der Coens aus England eintraf, fiel mir auf, dass die beiden Brüder in meinem FTB sträflich unterrepräsentiert sind. Lediglich einen kümmerlichen Eintrag habe ich gefunden, nämlich den zu No Country for old Men. Höchste Zeit also, dieses schiefe Bild zu korrigieren, und dazu bietet die vorgenannte Box eine gute Gelegenheit.

Der erste Film der Coens ist immer noch einer meiner liebsten, weil er die Stärken der Brüder kompakt auf den Punkt bringt: ihre Vorliebe für skurrile Figuren, die dennoch stets wie aus dem Leben gegriffen wirken, ihr Faible für absurde Situationen und ihre unkonventionelle Art, mit den Zuschauererwartungen umzugehen, oft begleitet von einem subtilen, unterschwelligen Humor. 

Zur Vollendung gebracht haben sie dies in ihrem Meisterwerk Fargo, doch auch ihr Debut weist all diese Qualitäten auf. Dialoge werden sparsam dosiert, dafür aber umso geschickter pointiert, zumeist jedoch lassen sie die düsteren Bilder Barry Sonnenfelds sprechen. Die Darsteller hätte man besser nicht wählen können: Dan Hedaya sieht aus wie Guildo Horn und gibt einen veritablen Kotzbrocken ab, Frances McDormand ist souverän wie immer, den Vogel aber schießt M. Emmet Walsh in der Rolle des schmierigen Privatschnüfflers ab, sicher eine der abstoßendsten Figuren im Coen-Universum.