Sonntag, 31. Mai 2009

THE BIG LEBOWSKI (Joel Coen, 1998)

Walter, I love you, but sooner or later, you're going to have to face the fact you're a goddamn moron.

Die Erstsichtung im deutschen TV vor einigen Jahren habe ich nach einer halben Stunde entnervt abgebrochen - Filme der Coens sind auf Deutsch einfach ungenießbar, und ich verneige mich in Ehrfurcht vor jedem, der er schafft, das bis zum Ende durchzustehen. 

Dieses Mal also Sichtung im O-Ton, aber so richtig zünden wollte er auch da nicht. In Ansätzen ganz spaßig, doch überwiegend ist der Humor furchtbar flach, ähnlich dem einige Jahre später entstandenen Intolerable Cruelty. Die Charaktere sind natürlich stark, allen voran der durchgeknallte Vietnam-Veteran Walter, mitreißend verkörpert von John Goodman. 

Mein Lieblings-Coen wird Big Lebowski ganz sicher nicht mehr, aber recht unterhaltsam ist er allemal.

Donnerstag, 28. Mai 2009

THE AGE OF INNOCENCE (Martin Scorsese, 1993)

I think we should look at reality, not dreams.

Großes Gefühlskino von Scorsese, ganz im Stile von David Lean. Auch thematisch würde der Film gut ins Œuvre des Briten passen, Erinnerungen an Brief Encounter werden wach. 

Die opulenten Sets und prachtvollen Kostüme - zu Recht oscarprämiert - können ihre Wirkung durch Michael Ballhaus exzellente Bildregie voll entfalten, zudem sind die Rollen erstklassig besetzt. Rundum gelungen.

Samstag, 23. Mai 2009

THE COLOR OF MONEY (Martin Scorsese, 1986)

Money won is twice as sweet as money earned.

Nachdem ich vor einigen Monaten den großartigen The Hustler gesehen hatte, war ich natürlich gespannt auf Scorseses Fortsetzung, zu deren Sichtung ich leider erst gestern gekommen bin. Allerdings hat diese bis auf die Figur des Eddie Felson - in beiden Fällen verkörpert von Paul Newman - mit dem Vorgänger nicht viel gemein. War Rossens Film noch als komplexe Charakterstudie angelegt, kommt Scorseses Variante eher als Sportfilm daher. Die Figuren bleiben blass, die Story ist ebenso langweilig wie flach und Tom Cruise nervt wie Sau. 

Positiv zu erwähnen sind neben Newmans solider Performance die äußerst attraktive Mary Elizabeth Mastrantonio und Michael Ballhaus' hervorragende Kameraarbeit. Scorseses Handschrift suchte ich vergebens, und so ist The Color of Money ein ähnlich unpersönlicher Film wie der in meinen Augen völlig überschätzte Cape Fear. Scorsese kann's normalerweise besser.