Dienstag, 7. Juli 2026

TOP GUN: MAVERICK (Joseph Kosinski, 2022)

Your kind is headed for extinction.

Ich habe Top Gun mangels Interesse nie gesehen. Aufgrund der durchweg positiven Kritiken landete der Nachfolger dann aber doch in meinem Player.

Die Fortsetzung des 1986er Hits wartet mit einer formelhaften Dramaturgie und schablonenhaften Figuren auf, in der die bekannten klassischen Versatzstücke routiniert abgearbeitet werden. Das macht die Handlung in weiten Teilen vorhersehbar und erzählerisch wenig originell. Geht man jedoch mit entsprechend angepassten Erwartungen an die Sichtung, kann der Film durchaus überzeugen. Die straffe Inszenierung sorgt für Tempo, und vor allem die überragend umgesetzten Flugsequenzen entfalten eine beeindruckende Wucht - nicht zuletzt auch deshalb, weil sie mit echten Maschinen gedreht wurden. Der CGI‑Einsatz beschränkt sich auf Flares, Raketen und ähnliche Effekte.

Stellenweise hat der Film in seiner Darstellung der Air Force etwas von einem Werbefilm für das US-Militär: Hochglanz‑Bilder, heroische Sprüche und ein insgesamt sehr positives Bild der Streitmacht. Gleichzeitig vermeidet es Kosinski sorgfältig, konkrete Nationen zu nennen oder irgendeinem Land auf den Schlips zu treten - ein bewusst neutral gehaltener geopolitischer Rahmen, der mögliche Kontroversen elegant umschifft.

Tom Cruise liefert eine solide Performance ab, Jennifer Connelly sieht gut aus und kann mit ihrer äußerst charmanten Art überzeugen und der damals schon todkranke Val Kilmer liefert einen kurzen, aber bewegenden Gastauftritt. 

Unterm Strich ist Top Gun: Maverick eine recht unterhaltsame und leidlich spannende Angelegenheit, die erzählerisch konventionell bleibt, aber handwerklich auf hohem Niveau abliefert.

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