How can a jury disregard what it's already heard?
Etwas verwunderlich fand ich das Aussparen
der Plädoyers, normalerweise Höhepunkt eines Gerichtsdramas, zumal mir
die Entscheidung der Jury aufgrund des Handlungsverlaufs nicht recht
einleuchten will. Ich jedenfalls hätte den Angeklagten schuldig
gesprochen, wäre ich Mitglied der Jury gewesen.
Neuere Genrebeiträge sind erkennbar von Anatomy of a Murder beeinflusst. So findet sich beispielsweise die Figur des versoffenen Anwalts Parnell in A Time to kill
in Form der von Donald Sutherland verkörperten Figur wieder, die
Rededuelle der Anwälte und der gesamte Ablauf der Verhandlung standen
offensichtlich Pate für A few good Men. Im Gegensatz zu diesen beiden recht ernsten Filmen bietet Anatomy of a Murder
eine gehörige Portion Humor und begeistert mit ebenso scharfsinnigen
wie witzigen Dialogen.
Bei den Darstellern traf Preminger voll ins Schwarze und bot mit James Stewart und George C. Scott, den ich erst kürzlich in The Hustler zu schätzen gelernt habe, zwei Kontrahenten auf, die einander auf Augenhöhe begegnen.
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