I hate everything you say, but not enough to kill you for it.
Auch wenn Doctor Zhivago nicht ganz die Klasse seiner beiden Vorgänger erreicht, gelang es Lean wieder, eine fesselnde und mitreißende Geschichte zu erzählen, die über die gesamte, sehr stattliche Spieldauer auf hohem Niveau unterhalten kann. Freddie Youngs imposante Bilder, aufwändige Kostüme und Kulissen, für die u. a. zwei komplette Straßenzüge Moskaus in Spanien nachgebaut wurden, eine herausragende internationale Darstellerriege und Maurice Jarres dynamischer Score (sieht man mal von der ständigen Wiederholung des schmalzigen und irgendwie nervigen Lara's Theme ab) ergeben eine großartige Mixtur, die kaum Wünsche offenlässt. Die Rahmenhandlung mit Alec Guinness in der Rolle des Erzählers, der den Zuschauer durch die Handlung führt, wäre entbehrlich gewesen, stört aber auch nicht weiter.
Damit enden meine persönlichen David-Lean-Festspiele. Seine beiden letzten Filme habe ich schon besprochen: Ryan's Daughter und A Passage to India. Es war eine tolle Erfahrung, die Entwicklung eines Regisseurs Stück für Stück in chronologischer Reihenfolge (naja, fast jedenfalls) über die Jahre und Jahrzehnte nachvollziehen zu können, und ich bin froh, dass ich mir dafür gerade den britischen Meisterregisseur ausgesucht habe. Dies war meine erste komplette Werkschau eines Regisseurs und es wird sicher nicht meine letzte bleiben.
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