There is only one way this war ends: last man standing.
1917 zählt zu den sogenannten "One-Shot"-Filmen, also Werken, die den Eindruck vermitteln, vollständig in einer einzigen, ununterbrochenen Einstellung gedreht worden zu sein. Natürlich handelt es sich dabei um eine kunstvolle Illusion, doch abgesehen von der kurzen Phase der Bewusstlosigkeit Wills ist sie nahezu perfekt umgesetzt. Diese Erzähltechnik zwingt den Film in eine Art Echtzeit, wobei Mendes die Ohnmacht des Protagonisten nutzt, um elegant einige Stunden zu überspringen.
Im Ergebnis ermöglicht diese Erzählweise es dem Zuschauer, sich noch besser in die Lage der Protagonisten hineinzuversetzen und den Horror des Krieges noch greifbarer zu machen. 1917 ist ein äußerst intensiver und beklemmender Film, der einen das Leiden der Hauptfguren beinahe körperlich spüren lässt. Besonders hervorzuheben sind die Sets und die Detailarbeit der Ausstattung. Die zahlreichen Gefallenen sind teils erschütternd kreativ in die Umgebung integriert. Szenen wie jene, in der Will sich abstützt, um aufzustehen, und dabei merkt, dass seine Hand in die zerfetzten Organe eines aufgeplatzten Brustkorbs greift, vergisst man nicht so schnell.
Mendes setzte bewusst auf junge, unverbrauchte Darsteller, die ihre Sache sehr gut machen, allen voran der Brite George MacKay. Die Kameraarbeit von Roger Deakins ist brillant wie von ihm gewohnt und wird durch den großartigen Score von Thomas Newman perfekt untermalt. Überhaupt ist das Sounddesign äußerst gelungen und trägt erheblich dazu bei, dass der Zuschauer sich auf die Schlachtfelder des 1. Weltkriegs versetzt fühlt.
Beklemmend, erschreckend, verstörend: 1917 ist ein Film, der einen noch lange nach dem Abspann beschäftigt und so schnell nicht mehr loslässt.
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