Von Beginn an merkt man, dass es sich um die Umsetzung eines
Bühnenstücks handelt, selbst wenn man es vorher nicht wusste. Abgesehen
von der Ankunft DuBois in New Orleans spielt der komplette Film an einem
einzigen Set. Dies muss nun nichts Schlechtes sein, wie u.a. Hitchcocks
Rear Window demonstriert. Erschwerend hinzu kommt
aber hier – und das ist es, was mir den Filmgenuss letztlich doch arg
verleidete – dass praktisch die gesamte Handlung sich auf die Person der
Blanche DuBois konzentriert, die von einer völlig überforderten Vivien
Leigh verkörpert wird. Zu keinem Zeitpunkt nahm ich ihr die psychisch
Kranke ab, sondern sah in ihr ständig die Schauspielerin, die krampfhaft
versucht, eine Psychopathin zu spielen, dabei jedoch auf der ganzen
Linie scheitert. Ihre theatralischen Gesten und gestelzt vorgetragenen
Dialogpassagen sind für sich alleine schon schlimm genug, aber gerade in
den gemeinsamen Szenen mit Brando wird sie von diesem derart gnadenlos
an die Wand gespielt, dass es nicht mehr feierlich ist. Zwar bekleckern
sich auch Kim Hunter und Karl Malden nicht gerade mit Ruhm, wirken aber
zumindest noch einigermaßen glaubhaft. Umso mehr glänzt Brando, der den
Film im Alleingang vor dem Untergang rettet und wieder einmal beweist,
dass er einer der Größten seiner Zunft war.
Die Story ist an sich recht interessant und die Tatsache, dass die
Wahrheit um den Charakter der Blanche DuBois im Verlauf der knapp 2
Stunden scheibchenweise enthüllt wird, hält den Zuschauer zumindest bei
der Stange, aber all die guten Ansätze werden durch Leighs unterirdische
Performance zunichte gemacht. Dass sie für diese erbärmliche Leistung
auch noch einen Oscar bekommen hat, ist unfassbar.
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