Leans zweite Arbeit basiert ebenfalls auf einem Bühnenstück Noel Cowards, aber im Vergleich zum Vorgänger wirkt Blithe Spirit
bei weitem nicht so statisch. Zwar ist auch hier der Großteil der
Handlung auf wenige Locations beschränkt, aber zwischendurch gibt es
immer wieder Außenaufnahmen und Ortswechsel, die Dynamik vermitteln und
für Abwechselung sorgen. Sicherlich waren auch bei dieser Produktion die
Mittel knapp (schließlich entstand der Film mitten im Krieg), doch
kaschierte Lean das sehr geschickt. Auch die Effekte sind ganz
ansehnlich, wobei die grüne Schminke der Geister den ein oder anderen
zusätzlichen Lacher mit sich bringt.
Komödien mag ich in den seltensten Fällen, aber wenn schon Komödie, dann
wenigstens eine, die so vom typisch britischen schwarzen Humor
durchsetzt ist wie Blithe Spirit. Die Dialoge sind
geistreich, witzig und stellenweise recht makaber. Für die damalige Zeit
wird hier erfreulich respektlos mit dem Thema Tod respektive den Toten
umgegangen. Und in dem Moment, in dem „Miss Marple“ als Madame Arcati
auftauchte, hatte der Film bei mir eh schon gewonnen. In seiner
schrulligen Art fühlte ich mich an MacKendricks The Ladykillers oder auch Hitchcocks The Trouble with Harry erinnert, die beide 10 Jahre später entstanden sind.
Blithe Spirit markiert einen deutlichen Fortschritt
im direkten Vergleich mit dem Vorgänger und machte mir großen Spaß,
woran sicherlich auch die weitaus bessere Bildqualität der DVD ihren
Anteil hatte. Für einen 60 Jahre alten Film sieht das Bild verdammt gut
aus. Die 90 Minuten vergingen wie im Flug.
.png)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen