Aufgrund der euphorischen Kritiken, die ich im Vorfeld zu Tommy Lee
Jones' Regiedebut gelesen hatte, waren meine Erwartungen so hoch, dass
ich insgeheim schon wieder eine Enttäuschung befürchtete, aber die blieb
zum Glück aus.
Jones ist ein origineller Mix aus Western und Road Movie gelungen, der
mit herrlichen Landschaftsaufnahmen und souveränen Darstellern punktet.
Nicht zu vergessen natürlich das Drehbuch von Guillermo Arriaga, der
bereits u.a. mit Amores Perros und 21 Grams
sein Können unter Beweis gestellt hat. Barry Pepper mag ich ja sowieso,
und die Rolle des Grenzposten Mike Norton ist ihm wie auf den Leib
geschneidert. Nachdem er den mexikanischen Tagelöhner Melquiades
erschossen hat, wird er von dessen Freund gezwungen, die Leiche wieder
auszugraben und nach Mexiko in den Heimatort zu bringen, um sie dort zu
bestatten. Das Ganze wird zu einer Art Wallfahrt, während der Norton
aufgrund der extremen körperlichen und psychischen Belastungen, denen er
ausgesetzt ist, nach und nach echte Reue zeigt. Am Ende wird er
geläutert in die Freiheit entlassen.
Ein ungemein sympathischer Film, der mich stellenweise an Peckinpahs Bring me the Head of Alfredo Garcia erinnerte, mir insgesamt jedoch wesentlich besser gefiel.
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