31 Oktober 2026

EL GRAN CALAVERA (Luis Buñuel, 1949)

Sehr unterhaltsame und kurzweilige Komödie um den reichen Ramón de la Mata, der nach dem Tod seiner Frau in fortwährende Alkohol-Exzesse verfällt und dabei unüberlegte Entscheidungen trifft, die sein Geschäft zu ruinieren drohen. Seine Familie lebt auf seine Kosten, ohne selbst zu arbeiten. Nach einer schweren Herzattacke überzeugt sein Bruder, der zugleich sein Arzt ist, die übrigen Familienmitglieder davon, in ein Armenviertel umzuziehen und Ramón vorzugaukeln, er sei bankrott, um ihn zur Besinnung zu bringen. Der Plan geht auf, doch nachdem er die Wahrheit erfahren hat, dreht Ramón den Spieß herum und lässt nunmehr seine Familie glauben, er sei tatsächlich bankrott, um sie zum Arbeiten zu bewegen. 

Buñuel arbeitete hier erstmals mit Fernando Soler zusammen, einem der größten Stars der damaligen mexikanischen Filmindustrie. Soler spielte nicht nur die Hauptrolle, sondern produzierte den Film mit. Der große Erfolg, den El gran calavera an den Kinokassen feierte, führte zu zwei weiteren Filmen, die der spanische Regisseur mit Soler drehen sollte. Und Soler ist es vor allem, der den Film mit seiner wunderbaren Darstellung über die gesamten 90 Minuten hinweg trägt.

Buñuel greift hier erstmals ein Thema auf, das ihn bis zum Ende seiner Karriere immer wieder beschäftigen sollte und zum Kern zahlreicher seiner späteren Werke wurde: die Arroganz und Überheblichkeit des gehobenen Bürgertums gegenüber den unteren Gesellschaftsschichten. Während er in seinen späteren Werken diese Kritik meist deutlich subtiler verpackte, griff er hier zum Holzhammer. Dennoch ist die Aussage, die der Film transportiert ebenso treffend wie zeitlos.

El gran calavera ist eine leichtfüßig inszenierte Komödie, die zwar konventionell erzählt und dadurch sehr vorhersehbar ist, ungeachtet dessen aber gut unterhält.

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