Die Töchter des chinesischen Gärtners - man fragt sich, was der Zusatz "chinesisch" im deutschen Titel soll, schließlich spielt der Film ja in China - ist ein Film über eine zum Scheitern verurteilte lesbische Liebe, der zwar durch seine Bildgewalt beeindruckt, auf erzählerischer Ebene jedoch nicht sonderlich viel zu bieten hat. Zu vorhersehbar und zu plakativ ist das alles. Nett anzuschauen ist es trotzdem.
22 April 2009
18 April 2009
REBECCA (Alfred Hitchcock, 1940)
Happiness is something I know nothing about.
Auf Manderley dominiert die unheimliche Mrs. Danvers (klasse: Judith Anderson), die die verstorbene Rebecca wie eine Göttin verehrt. Man fühlt mit der armen, namenlosen Protagonistin mit, die der ihr eigentlich unterstellten Chefin der Dienstmädchen nicht gewachsen ist und regelrecht Angst vor ihr hat. Nach der überraschenden Enthüllung der tatsächlichen Geschehnisse um Rebeccas Tod hängt Hitchcock noch einen nach meinem Dafürhalten völlig überflüssigen dritten Teil an, der die juristische Aufarbeitung dieser Geschehnisse zum Inhalt hat und dem Film mehr nimmt als gibt.
17 April 2009
BLOOD SIMPLE (Joel Coen, 1984)
Gimme a call whenever you wanna cut off my head. I can always crawl around without it.
Der erste Film der Coens ist immer noch einer meiner liebsten, weil er die Stärken der Brüder kompakt auf den Punkt bringt: ihre Vorliebe für skurrile Figuren, die dennoch stets wie aus dem Leben gegriffen wirken, ihr Faible für absurde Situationen und ihre unkonventionelle Art, mit den Zuschauererwartungen umzugehen, oft begleitet von einem subtilen, unterschwelligen Humor.
Zur Vollendung gebracht haben sie dies in ihrem Meisterwerk Fargo, doch auch ihr Debut weist all diese Qualitäten auf. Dialoge werden sparsam dosiert, dafür aber umso geschickter pointiert, zumeist jedoch lassen sie die düsteren Bilder Barry Sonnenfelds sprechen. Die Darsteller hätte man besser nicht wählen können: Dan Hedaya sieht aus wie Guildo Horn und gibt einen veritablen Kotzbrocken ab, Frances McDormand ist souverän wie immer, den Vogel aber schießt M. Emmet Walsh in der Rolle des schmierigen Privatschnüfflers ab, sicher eine der abstoßendsten Figuren im Coen-Universum.
13 April 2009
THE HARDER THEY FALL (Mark Robson, 1956)
Money's not evil in and of itself. The purpose for which it's used is the determining factor.
Ein mitreißendes Filmerlebnis, dass allerdings auch eine gehörige Portion Wehmut hinterlässt, handelt es sich doch um Bogarts letzten Film. Neun Monate nach der Premiere verstarb er im Alter von nur 57 Jahren.
11 April 2009
KINGDOM OF HEAVEN - Director's Cut (Ridley Scott, 2005)
Your quality will be known among your enemies, before ever you meet them, my friend.
Und zu meinem großen Erstaunen ist die neue Fassung ein ganz anderer
Film als der sinn- und seelenlose Murks, den uns Scott anno 2005
aufgetischt hatte. Plötzlich bekommt die Figur des Balian Herz und
Seele, plötzlich kann man seine Wandlung vom einfachen Hufschmied zum
Verteidiger Jerusalems nachvollziehen. Die ganze Story erscheint in
einem anderen Licht und ergibt endlich Sinn. Ich hätte es nie für
möglich gehalten, aber in der erweiterten Fassung ist Kingdom of Heaven ein richtig guter Film mit nur wenigen Schwachpunkten, zu denen in erster Linie der stellenweise zu pathetische Score zählt.
Möglicherweise war ich bei der Erstsichtung auch ungewöhnlich schlecht
drauf und ich tue der Kinofassung jetzt Unrecht (die Tatsache, dass ich
mich nur noch schemenhaft erinnern kann, trägt das ihre dazu bei), aber
das ist ja letztlich egal. Entscheidend ist, dass mich die vorliegende
Fassung über die gesamte Spieldauer vorzüglich unterhalten und mir zudem
einen tiefen Einblick in die Geschehnisse um die Eroberung Jerusalems
durch Saladins Truppen im Jahre 1187 gewährt hat, auch wenn sich Scott
respektive William Monahan, der für das Drehbuch verantwortlich
zeichnet, natürlich einige Freiheiten genommen und die Geschichte im
Dienste des Films etwas umgedichtet haben. Ich bin mir jedenfalls
ziemlich sicher, dass dies hier nicht meine letzte Sichtung war.
09 April 2009
FLEISCH (Rainer Erler, 1978)
Nach einem interessanten Beginn verheddert sich Erler in einem zunehmend unplausiblen Plot, der zum Ende hin regelrecht Kapriolen schlägt. Auch die bei deutschen TV-Produktionen übliche billige Machart und die eigenartige Synchro (obwohl der Film größtenteils mit deutschen Schauspielern gedreht wurde, hat man anscheinend alle synchronisiert) tragen nicht zum Unterhaltungswert bei. So bleibt es letztlich bei ein paar interessanten Ansätzen, die an der unzureichenden Umsetzung scheitern.
06 April 2009
THE DEVIL RIDES OUT (Terence Fisher, 1968)
I shall not be back... but something will.
Christopher Lee schwebt mehr oder weniger souverän über dem Geschehen, aber auch Charles Gray gefiel mir ausgesprochen gut in der Rolle des bösen Magiers Mocata. Und das Zusammenspiel Lees mit Leon Greene hat etwas von Sherlock Homes und Dr. Watson im fast 10 Jahre früher entstandenen The Hound of the Baskervilles. Sehr schön.
26 März 2009
NIGHT OF THE BIG HEAT (Terence Fisher, 1967)
Umso erstaunlicher, dass sich gestandene Filmgrößen wie Peter Cushing und Christopher Lee für dieses Spektakel hergaben, wobei ihre Auftritte immerhin dafür sorgen, dass das Ganze nicht vollendes in plattem Klamauk versinkt. Zudem kann Jane Merrow mit ein paar optischen Reizen aufwarten, und mit dem kantigen Patrick Allen bietet man einen Protagonisten mit starkem Identifikationspotential. Die Krönung aber sind die außerirdischen Wesen, die wie aufgedunsene Verwandte meiner kleinen Schreibtischlampe aussehen.
Einen gewissen Unterhaltungswert jedenfalls kann man Night of the big Heat trotz - oder vielleicht auch gerade wegen - seiner billigen Machart nicht absprechen.
20 März 2009
THE PHANTOM OF THE OPERA (Terence Fisher, 1962)
I caught a couple o' beauties tonight.
Zu dem eher drögen Gesamteindruck tragen auch die Darsteller bei, die mit Ausnahme von Herbert Lom in der Titelrolle jegliche Ausstrahlung vermissen lassen.
Unter dem Strich also eine nur bedingt unterhaltsame Angelegenheit.
10 März 2009
THE HORSEMEN (John Frankenheimer, 1971)
Tatsache ist: ich wurde nicht richtig warm mit The Horsemen. An Omar Sharif lag es nicht, seine Interpretation des eitlen, selbstverliebten Uraz, dem Stolz und Ehre über alles gehen, ist ohne Einschränkung überzeugend. Auch die übrigen Darsteller geben sich keine Blöße. Und doch funktioniert der Film für mich einfach nicht. Frankenheimer wirkt hier wie ein unbeholfener Schüler David Leans, ohne die epische Größe eines Lawrence of Arabia, von dem sein FIlm erkennbar beeinflusst ist, auch nur im Ansatz zu erreichen.
Alles in allem kein richtig schlechter Film, aber der schwächste, den ich bisher von Frankenheimer gesehen habe.
27 Februar 2009
THE ILLUSIONIST (Neil Burger, 2006)
Eine leidliche spannende Geschichte, ein stimmungsvoller Score und ein tolles Setting im Wien des ausklingenden 19. Jahrhunderts. Jessica Biel ist 'ne hässliche Kröte, Edward Norton und Paul Giamatti überzeugen, Rufus Sewell weniger. Insgesamt recht unterhaltsam.
24 Februar 2009
SE, JIE / Gefahr und Begierde (Ang Lee, 2007)
Ganz anders diese groß angelegte Spionage-Geschichte, die inhaltlich verblüffende Parallelen zu Verhoevens Zwartboek aufweist, obwohl Lee die Sache ganz anders angeht als der von mir so verehrte Niederländer. Angesiedelt im japanisch besetzten China der 40er Jahre erzählt Lee über eine Spieldauer von 2 1/2 Stunden eine Geschichte über Liebe und Verrat, über Misstrauen, Einsamkeit und unerfüllte Sehnsüchte. Er konzentriert sich auf die beiden Hauptfiguren Yi (ein großartiger Tony Leung) und Mak Tai Tai, die von der Debütantin Wei Tang mitreißend verkörpert wird und räumt den Nebenrollen nur wenig Platz ein.
20 Februar 2009
THE BERMUDA TRIANGLE (René Cardona Jr., 1978)
In den Anfangszeiten des deutschen Privatfernsehens lief der Streifen des öfteren zu nächtlicher Stunde bei RTL, wo er mich mit seiner düsteren, furchteinflößenden Atmosphäre regelmäßig zu begeistern wusste. Seit meiner letzten Sichtung sind mehr als zwanzig Jahre vergangen und so war ich gespannt, inwieweit Cardonas Filmchen über das Bermuda-Dreieck mich noch würde beeindrucken können.
Einigermaßen überrascht war ich, dass John Huston mitspielt, der normalerweise für Qualität steht, unabhängig davon, ob er vor oder hinter der Kamera agiert. Wobei man in diesem Fall von Qualität eigentlich nicht sprechen kann, denn objektiv betrachtet ist The Bermuda Triangle ein kleines, billiges Horrorfilmchen mit mäßig agierenden Darstellern, schlampigen Effekten und einer nicht immer schlüssigen Story.
Dennoch kann und will ich nicht verhehlen, dass ich mich von dem Dargebotenen äußerst gut unterhalten fühlte. Von dem undurchsichtig agierenden kleinen Mädchen mit der unheimlichen Puppe geht eine morbide Faszination aus, der man sich nur schwer entziehen kann, wenn auch die Idee alles andere als neu ist. Zudem vermeidet Cardona den Fehler, die Vorgänge irgendwie erklären zu wollen und überlässt es dem Zuschauer, sich die Details zusammenzureimen. Sein Film funktioniert nach dem simplen 10-kleine-Negerlein-Prinzip, nur dass man hier meistens vorher weiß, wer als nächstes dran glauben muss, weil das kleine Mädchen es ankündigt. Da ist das verwirrende Ende nur konsequent, das den Film in perfekter Weise abrundet.
06 Februar 2009
PARAN DAEMUN/Birdcage Inn (Kim Ki-duk, 1998)
Nicht zuletzt aufgrund der ungewöhnlich vielen Dialoge für Neueinsteiger sicherlich einer seiner zugänglichsten Filme. Seine sperrigen Werke sind mir dennoch lieber.
03 Februar 2009
LAURA (Otto Preminger, 1944)
I can afford a blemish on my character, but not on my clothes.
Als Zuschauer ist man ähnlich wie McPherson ständig hin- und
hergerissen, wen man nun verdächtigen soll, wobei die totale Faszination
Lauras auf die Männerwelt aufgrund der etwas spröden Darstellung Gene
Tierneys nur bedingt nachzuvollziehen ist. Herausragend für mich die
Performance von Clifton Webb, der mit seinen messerscharfen zynischen
Wortpfeilen den anderen die Show stiehlt. Ein Misanthrop wie aus dem
Bilderbuch.
02 Februar 2009
CINCINNATI KID (Norman Jewison, 1965)
You're good, kid, but as long as I'm around, you're only second best.
Die Handlung weist bei oberflächlicher Betrachtung starke Ähnlichkeiten mit The Hustler auf, doch im Gegensatz zu diesem setzt Jewisons Film weniger auf Charakterentwicklung denn auf vordergründige Spannung. Die Charaktere bleiben relativ flach und machen auch keine nennenswerte Entwicklung durch, so dass der Streifen seine Spannung einzig und allein aus der Frage bezieht, wer am Ende siegreich sein wird.
Was nicht heißen soll, dass der Film schlecht ist, nein, das Ganze ist durchaus spannend inszeniert und atmosphärisch sehr gelungen. Die Darstellerriege beeindruckt schon allein durch die Ansammlung hochkarätiger Namen.
Unter dem Strich sehr ansehnlich, aber doch eine ganze Klasse unterhalb von The Hustler angesiedelt.
29 Januar 2009
MR. DEEDS GOES TO TOWN (Frank Capra, 1936)
People here are funny. They work so hard at living they forget how to live.
Mr. Deeds goes to Town ist in seiner Schwarzweiß-Malerei so herrlich einfältig, wie es nur ein Capra-Film sein kann. Hier das ruhige, beschauliche Mandrake Falls mit seinen schrulligen, aber liebenswerten Einwohnern, dort die Hölle der Großstadt, mit der armen, arbeitslosen Bevölkerung auf der einen und den gierigen, nimmersatten Anwälten, Reportern und entfernten Verwandten des Verblichenen auf der anderen Seite.
Und mitten drin der unbedarfte Mr. Deeds, der das viele Geld gar nicht will und in dem ganzen Wirrwarr beinahe auf der Strecke bleibt. Und so ganz nebenbei findet er die große Liebe seines Lebens, für die er sich quasi aufgespart hat. Unfassbar naiv, aber auch unbestreitbar schön. Typisch Capra eben.
26 Januar 2009
JOYEUX NOËL (Christian Carion, 2005)
Und doch: abgesehen von den oben beschriebenen Ärgernissen werden die Zwischenfälle recht glaubwürdig geschildert. Die meisten Charaktere bleiben zwar flach wie ein Zimtstern, aber es gibt eine Reihe gelungener Szenen, zu denen insbesondere die Dialoge zwischen dem deutschen Oberleutnant (Daniel Brühl) und seinem französischen Gegenspieler (Guillaume Canet) zählen und auch Gary Lewis gefällt in der Rolle des schottischen Seelsorgers.
18 Januar 2009
THE LAST MAN ON EARTH (Ubaldo Ragona/Sidney Salkow, 1964)
Another day to live through. Better get started.
Im Nachhinein betrachtet bin ich froh, dass ich I am Legend vor der Erstverfilmung von Richard Mathesons gleichnamigem Roman gesehen habe, da das Remake im direkten Vergleich doch einige Schwächen offenbart. Der Plot der Erstverfilmung ist deutlich schlüssiger, vom stellenweise aufdringlichen Pathos des Smith-Films keine Spur, mit Vincent Price verfügt er über den charismatischeren Hauptdarsteller und als i-Tüpfelchen versteht er es sogar, die Bedeutung des Romantitels zu erklären, obwohl dieser gar nicht titelgebend war. Da ich den Roman nicht kenne, habe ich mich bei I am Legend nämlich gefragt, warum der Film überhaupt so heißt.
Handwerklich ist die Erstverfilmung im besten Fall solide umgesetzt, insbesondere der Showdown wirkt etwas holprig. Dafür punktet man mit einer fesselnden düsteren Atmosphäre und einer relativ schlüssigen Umsetzung einer von der Menschheit verlassenen Welt. Und dass George Romero sich hier einen Großteil der Ideen für seinen nur wenige Jahre später entstandenen Klassiker Night of the living Dead hergeholt hat, ist nun wirklich nicht zu übersehen.
14 Januar 2009
ANATOMY OF A MURDER (Otto Preminger, 1959)
How can a jury disregard what it's already heard?
Etwas verwunderlich fand ich das Aussparen
der Plädoyers, normalerweise Höhepunkt eines Gerichtsdramas, zumal mir
die Entscheidung der Jury aufgrund des Handlungsverlaufs nicht recht
einleuchten will. Ich jedenfalls hätte den Angeklagten schuldig
gesprochen, wäre ich Mitglied der Jury gewesen.
Neuere Genrebeiträge sind erkennbar von Anatomy of a Murder beeinflusst. So findet sich beispielsweise die Figur des versoffenen Anwalts Parnell in A Time to kill
in Form der von Donald Sutherland verkörperten Figur wieder, die
Rededuelle der Anwälte und der gesamte Ablauf der Verhandlung standen
offensichtlich Pate für A few good Men. Im Gegensatz zu diesen beiden recht ernsten Filmen bietet Anatomy of a Murder
eine gehörige Portion Humor und begeistert mit ebenso scharfsinnigen
wie witzigen Dialogen.
Bei den Darstellern traf Preminger voll ins Schwarze und bot mit James Stewart und George C. Scott, den ich erst kürzlich in The Hustler zu schätzen gelernt habe, zwei Kontrahenten auf, die einander auf Augenhöhe begegnen.
12 Januar 2009
SOMEONE TO WATCH OVER ME (Ridley Scott, 1987)
Let me watch over you tonight.
Mimi Rogers sieht umwerfend aus und man kann den armen Mike nur zu gut verstehen, dass er sich von der schönen Millionärin den Kopf verdrehen lässt. Der Plot wird zwar mit zunehmender Spieldauer immer unglaubwürdiger (insbesondere die Geiselnahme von Mikes Familie erscheint wenig plausibel), doch tut das dem Vergnügen keinen Abbruch.
10 Januar 2009
HWAL/Der Bogen (Kim Ki-duk, 2005)
Zwar gibt es auch hier wieder das für ihn so typische Verhältnis einer Abhängigkeit, zwar bietet Hwal interessante und äußerst verschlossene Charaktere, doch im Gegensatz zu seinen früheren Filmen passiert hier kaum etwas. Die Handlung lässt sich problemlos in zwei Sätze fassen. Und auch die Bildkomposition erreicht bei weitem nicht das sonst übliche Niveau.
Hwal wirkte auf mich wie eine extrem weichgespülte Version von Seom. Natürlich ist das Ganze wieder sehr symbolbeladen, die Wandlung des jungen Mädchens zur Frau ist mit dem Pfeil und dem austretenden Blut sehr schön umgesetzt. In Ansätzen durchaus gelungen, aber insgesamt war mir Hwal einfach zu brav.
06 Januar 2009
THE HUSTLER (Robert Rossen, 1961)
Maybe I'm not such a high-class piece of property right now.
Neben dem guten Drehbuch und der wundervollen Bildregie sind es vor allem die Darsteller, die Rossens Film zu recht zum Status eines Filmklassikers verhalfen: Paul Newman in der Rolle des schnellen Eddie, der sich vom unbeherrschten trinksüchtigen Talent zum charakterlich gefestigten Zocker wandelt, Jackie Gleason, der optisch etwas an Franz-Josef Strauß erinnert, mit seiner raumverdrängenden Präsenz die Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt, die seine Rolle erfordert, George C. Scott als Bert Gordon, ein schmieriger Gangster, der keinerlei Skrupel hat und dessen einzigen Interessen darin bestehen, Geld zu verdienen und Macht über andere auszuüben und nicht zuletzt Piper Laurie in der Rolle der abgehalfterten Sarah, ein menschliches Wrack, mehr noch als Eddie dem Alkohol verfallen.
The Hustler erinnerte mich stark an Kazans famosen On the Waterfront, obwohl die beiden Filme auf den ersten Blick kaum Gemeinsamkeiten haben. Und doch sind die Ähnlichkeiten zwischen Eddie Felson hier und dem Marlon-Brando-Charakter dort frappierend, zumal beide auch eine ähnliche Entwicklung durchlaufen. Ich bin schon mächtig gespannt auf Scorseses Fortsetzung, die ich hoffentlich in Kürze sichten werde.
03 Januar 2009
NO COUNTRY FOR OLD MEN (Joel Coen, 2007)
I got a bad feeling, Llewelyn.
Gemäß den
Konventionen des Thriller-Genres hätte der Film hier eigentlich enden
können (sollen), doch spätestens in den letzten Minuten wird deutlich,
dass die Konfrontation zwischen Llewelyn Moss (auch gut: Josh Brolin)
und dem Killer nicht das Kernthema des Films ist, obwohl einem das ja
schon bei der Einblendung des Titels zu Beginn klar sein müßte. Diese
Konfrontation steht sinnbildlich für die immer stärker aufkommende
Gewalt Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre in Zusammenhang mit dem stark
florierenden Drogenhandel. Eine Gewalt, die oft auch völlig sinnlos und
unmotiviert ist, eine Gewalt, mit der die "alten Männer" nicht mehr
klarkommen. Statt also einen spannenden Shoot-Out zu erleben, dürfen wir
einem alten Mann lauschen, wie er seiner Frau seine wirren Träume
erzählt.
Schon in ihren früheren Filmen zeigten die Coens eine Vorliebe dafür,
die Erwartungen des Zuschauers zu unterlaufen, ihn vor den Kopf zu
stoßen. So konsequent wie hier haben sie dies bisher nicht umgesetzt.
02 Januar 2009
ALL ABOUT EVE (Joseph L. Mankiewicz, 1950)
Fasten your seatbelts, it's going to be a bumpy night!
Punkten kann er hingegen mit seinen spritzigen Dialogen (obwohl ich leider nur die deutsche Synchronfassung gesehen habe) und durchweg hervorragenden Darstellerleistungen. Der im gleichen Jahr produzierte, thematisch ähnliche Sunset Blvd. gefiel mir um einiges besser, aber auch Mankiewicz Film ist überaus sehenswert.
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