We gotta play with more bullets.
Bei der Erwähnung des Films The Deer Hunter denke
ich immer zuerst an Russisches Roulette. Es ist besonders jene Szene im
Gefangenenlager, die sich in mein Gedächtnis eingebrannt hat, eine
Szene, die an Intensität nur schwer zu übertreffen ist. Daher sehe ich The Deer Hunter
auch nicht als Kriegsfilm sondern als Film darüber, wie traumatische
Erlebnisse die Persönlichkeit verändern und letztlich Leben zerstören
können. Der Auslöser waren hier nicht direkte Kriegshandlungen, sondern
die erlittene Folter durch den Vietcong. Den Vietnamkrieg als solchen
behandelt Cimino überhaupt nicht, er steht nur stellvertretend für ein
Umfeld, in dem die Protagonisten traumatischen Erlebnissen ausgesetzt
sind. Wobei die Auswirkungen bei den einzelnen Personen sehr
unterschiedlich sind. Während Nick letzten Endes daran stirbt, nimmt
Michael keinen ernsthaften Schaden. Der Spaß an der Jagd ist ihm zwar
vergangen, doch dafür dient sich ihm Linda an, eigentlich Nicks
Freundin, mit der er aber schon vor dem Einsatz in Vietnam vielsagende
Blicke ausgetauscht hatte.
Man kann Ciminos Film viel ankreiden: dass die Einführungsszene mit der Hochzeit viel zu lang ist, dass der Vietcong in seiner undifferenzierten Darstellung scheinbar ausschließlich aus sadistischen Schlächtern besteht, dass die Charaktere auch nach drei Stunden Spieldauer relativ blass bleiben. All dies ist richtig. Dennoch bietet The Deer Hunter ein fesselndes und intensives Filmerlebnis, was vor allem den großartigen Darstellern zu verdanken ist. Und Meryl Streep sah vor 35 Jahren sogar richtig schnuckelig aus.
Man kann Ciminos Film viel ankreiden: dass die Einführungsszene mit der Hochzeit viel zu lang ist, dass der Vietcong in seiner undifferenzierten Darstellung scheinbar ausschließlich aus sadistischen Schlächtern besteht, dass die Charaktere auch nach drei Stunden Spieldauer relativ blass bleiben. All dies ist richtig. Dennoch bietet The Deer Hunter ein fesselndes und intensives Filmerlebnis, was vor allem den großartigen Darstellern zu verdanken ist. Und Meryl Streep sah vor 35 Jahren sogar richtig schnuckelig aus.
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