Ein in Ansätzen recht ansehnlicher Versuch, die bruchstückhaft
überlieferten Ereignisse des Weihnachtsfriedens 1914 in Form eines
Spielfilms aufzubereiten. Wie so oft leidet die Glaubwürdigkeit unter
der massenkompatiblen Ausarbeitung der Details, die ihren unrühmlichen
Höhepunkt in dem völlig unplausiblen Subplot um den Tenor Nikolaus
Sprink und seine dänische Geliebte Anna Sörensen findet. Wenn Diane
Krüger in ihrem dünnen Kleidchen, aber immerhin mit dickem Pelzmantel,
engelsgleich durch den Schützengraben schwebt, möchte man sich mit der
flachen Hand auf die Stirn schlagen. Nicht zu vergessen die schlecht
inszenierten Playbackszenen, wenn die beiden mit aufgerissenem Mund ihre
Arien schmettern oder die gemeinsame Flucht in den französischen
Graben, hinein in die (freiwillige) Kriegsgefangenschaft.
Und doch: abgesehen von den oben beschriebenen Ärgernissen werden die Zwischenfälle recht glaubwürdig geschildert. Die meisten Charaktere bleiben zwar flach wie ein Zimtstern, aber es gibt eine Reihe gelungener Szenen, zu denen insbesondere die Dialoge zwischen dem deutschen Oberleutnant (Daniel Brühl) und seinem französischen Gegenspieler (Guillaume Canet) zählen und auch Gary Lewis gefällt in der Rolle des schottischen Seelsorgers.
Und doch: abgesehen von den oben beschriebenen Ärgernissen werden die Zwischenfälle recht glaubwürdig geschildert. Die meisten Charaktere bleiben zwar flach wie ein Zimtstern, aber es gibt eine Reihe gelungener Szenen, zu denen insbesondere die Dialoge zwischen dem deutschen Oberleutnant (Daniel Brühl) und seinem französischen Gegenspieler (Guillaume Canet) zählen und auch Gary Lewis gefällt in der Rolle des schottischen Seelsorgers.
Letztlich gelingt es Carion ganz gut, das
Bedürfnis der Soldaten nach Frieden und Menschlichkeit in Kontrast zum
erbarmungslosen Alltag des Stellungskrieges zu setzen, ohne dabei zu
sehr auf dem Offensichtlichen herumzureiten, so dass man Joyeux Noël
insgesamt als durchaus gelungen bezeichnen kann. Dennoch bezeichnend,
dass die kurze Eröffnungsszene, in der nacheinander drei Schulkinder die
jeweils gegnerische Nation in Landessprache verfluchen, die mit Abstand
stärkste Szene des gesamten Films ist.
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