I think I liked you better when you were a drunk.
Am Ende weiß man gar nicht, welchem
der beiden so unterschiedlichen Brüder man die Daumen drücken soll und
wünscht sich irgendwie, dass beide gewinnen mögen. Ein äußerst
intensives Filmerlebnis.
I think I liked you better when you were a drunk.
Am Ende weiß man gar nicht, welchem
der beiden so unterschiedlichen Brüder man die Daumen drücken soll und
wünscht sich irgendwie, dass beide gewinnen mögen. Ein äußerst
intensives Filmerlebnis.
Unter narrativen Gesichtspunkten ist vor allem die Entwicklung interessant, die das Alien im Verlauf der 100 Minuten durchläuft. Das anfangs völlig gefühllose Wesen beobachtet die Verhaltensweisen der Menschen im Alltag und versucht zum Teil sie nachzuahmen, sehr schön zu erkennen in der Szene mit der Schwarzwälder Kirschtorte. Nach der Begegnung mit dem entstellten Mann wird es sich zunehmend seiner Einsamkeit bewusst. Zum Ende hin lichten sich die Nebelschleier etwas, doch überlässt Glazer Vieles der Interpretation des Zuschauers. Gut so. Völlig rätselhaft bleibt die Rolle des Motorradfahrers, der dem Alien zu helfen scheint, ohne dass seine genaue Funktion klar wird.
Es fällt mir schwer, die Gedanken, die mir nach der Sichtung durch den Kopf gingen, in zusammenhängende Worte zu fassen. Ein hochinteressanter Film, rätselhaft und geheimnisvoll zweifellos. Und eine Scarlett Johansson in Hochform: ungeschminkt, mit Pickeln im Gesicht und nackt mit erkennbar einigen Kilos zu viel auf den Hüften. Wobei gerade diese Unvollkommenheit ihren ganz eigenen Reiz hat. Dennoch: soviel Mut würde sicher nicht jedes Hollywood-Sternchen aufbringen.
Präsentiert wird dies alles in äußerst kurzweiliger Art von Peter Jackson selbst, der dabei u.a. vom ebenfalls aus Neuseeland stammenden Schauspieler Sam Neill, Miramax-Boss Harvey Weinstein und dem bekannten Filmhistoriker Leonard Maltin unterstützt wird. Die angeblich historischen Aufnahmen wirken dank digitaler Nachbearbeitung absolut authentisch, und man war sich nicht zu schade, sogar das Set des unvollendeten (ebenfalls fiktiven) Monumentalfilms Salome in liebevoller Kleinarbeit in einem abgelegenen Waldstück aufzubauen. Die vorgenannten Akteure sind alle mit großem Ernst bei der Sache, und doch merkt man ihnen den Spaß an, den sie ganz offensichtlich bei den Dreharbeiten hatten. Nicht zuletzt aufgrund der kurzen Laufzeit von 53 Minuten eine höchst unterhaltsame und witzige Angelegenheit, die eine weitere Facette des ungeheuer vielseitigen Filmemachers Peter Jackson offenbart.
Sehr gut gemachter Action-Reißer, der durch eine gelungene Mischung aus Schießereien und Martial-Arts-Szenen, durchsetzt mit intensiven Spannungssequenzen, überzeugt. Kämpfe und Schießereien sind toll choreografiert, gut geschnitten und lassen sich aufgrund der Handkamera quasi hautnah erleben. Die Handlungselemente sind auf das Notwendigste reduziert. Der in der indonesischen Hauptstadt Jakarta lebende Brite Gareth Evans verlässt sich in erster Linie auf die beeindruckenden Fähigkeiten seiner Kämpfer und die so entstandenen mitreißenden, adrenalingeschwängerten Kampfszenen. Das Tempo ist fast durchgehend hoch. Der Härtegrad ist deftig, aber nicht übertrieben ausgefallen.
Etwas ärgerlich ist die schlechte Bildqualität der deutschen Bluray von Koch Media, wobei mir nicht klar ist, ob das nur auf die Produktionsumstände zurückzuführen ist oder ob hier bei der Produktion geschlampt wurde. Trotz des niedrigen Budgets und der Tatsache, dass der Film in Indonesien gedreht wurde, hätte man hier sicher etwas mehr erwarten dürfen. Den Filmgenuss schmälert dies glücklicherweise nicht.
Actionszenen gibt es zwar einige, doch hält sich deren Unterhaltungswert sehr in Grenzen. Positiv zu erwähnen vielleicht noch die Vorstellung Bill Paxtons als Sergeant Farrell, der Mann ist immer eine Bank. Unter dem Strich ein immerhin halbwegs unterhaltsames Filmchen mit einer selten dämlichen Story, das zudem völlig ohne Spannungsmomente auskommt – muss man sich echt nicht anschauen.
We humans are more concerned with having than with being.
Die dem Film zugrunde liegende Idee ist an sich ganz witzig und Besson inszeniert die Geschehnisse in der ihm eigenen Art und Weise als irres Actionspektakel, das dem Zuschauer kaum eine Atempause gönnt.
What is it? Is it terrorists?
Die Erstverfilmung von Byron Haskin finde ich ganz furchtbar, da gefällt mir Spielbergs Variante trotz des vorhersehbar kitschigen Ausgangs deutlich besser. Da kann auch der wie immer unsympathische Tom Cruise nicht viel kaputtmachen, dem am Ende die Heldenrolle zugewiesen wird, indem er den Soldaten den entscheidenden Hinweis hinsichtlich der Deaktivierung des Schutzschildes der Tripoden gibt. Nach dem zuletzt gesichteten Pacific Rim gibt’s hier die nächste Volldröhnung – das Sounddesign ist ganz hervorragend, wozu auch der gute Score von Altmeister John Williams einen erheblichen Beitrag leistet. Kein Film, der einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt, aber allemal solide Unterhaltung für einen Sonntag Nachmittag.
Fortune favors the brave, dude.
Das Ganze
ist für meinen Geschmack etwas zu lang geraten, doch kann man Pacific Rim
einen gewissen Unterhaltungswert nicht absprechen. Und wenn man einen
Film sucht, um seinen Subwoofer zu testen, liegt man hier auf jeden Fall
richtig. Eine solche Masse an extremen Tiefbass-Passagen ist mir schon
lange nicht mehr untergekommen.
You brought upon them only ruin and death.
Der letzte Teil der Hobbit-Trilogie hat nicht den Roadmovie-Charakter der beiden Vorgänger, die durch viele Ortswechsel gekennzeichnet waren. Vielmehr spielt sich fast die gesamte Handlung am und in der Nähe der Berges Erebor ab und stellt neben dem Konflikt um den Zwergenkönig Thorin, der durch das Gold dem Wahnsinn zu verfallen droht, die titelgebende große Schlacht in den Mittelpunkt, die trotz ihrer Länge sehr abwechslungsreich geraten ist. Neben den üblichen Massenszenen wird dem Kampf gegen die beiden Anführer der Orcs viel Raum eingeräumt und mit einigen schönen 3D-Effekten versehen. Zudem gibt es einige neue beeindruckende Kreaturen und diverse originelle Reittiere wie gepanzerte Steinböcke oder ein gezähmtes Wildschwein. Für mich überraschend war, dass einige der Protagonisten in der Schlacht ihr Leben lassen. Das kennt man von den LotR-Filmen ganz anders, wo die "Guten" am Ende alle davonkommen. Gut gelungen auch das Ende, das gekonnt zur Eröffnungsszene von The Fellowship of the Ring überleitet (Bilbos 111. Geburtstag).
The Battle of the Five Armies bildet damit einen hervorragenden Abschluss der Hobbit-Reihe, die zwar zu keiner Zeit an die LotR-Trilogie heranreichen kann - dafür ist die Story letztlich zu wenig gehaltvoll - insgesamt aber weitaus besser geworden ist, als vielfach erwartet worden war. Ich jedenfalls hatte meinen Spaß damit und sehe der extended Edition mit einiger Vorfreude entgegen.
I would rather have a dead son than a daffodil for a son.
It's a bird cage!
Viel mehr braucht es im Grunde auch nicht, denn Teil 3 funktioniert weitaus besser als sein Vorgänger. Sam Neill als Dr. Grant gibt einen deutlich charismatischeren Anführer ab als der spröde Jeff Goldblum, die Story-Elemente wurden zugunsten eines hohen Action-Anteils auf ein Minimum reduziert und ein paar richtig gute neue Saurier gibt es auch. Da wären nicht nur der Spinosaurus zu nennen, der den Tyrannosaurus als Obermotz ablöst und ihm gleich den Garaus macht, sondern vor allem auch die Pteranodon, auch wenn es nach den bisherigen Erkenntnissen der Forschung kaum vorstellbar ist, dass sie Säugetiere in der Größe eines Menschen angegriffen hätten. Aber damit nimmt es die Jurassic-Park-Reihe ja ohnehin nicht so genau: die Velociraptoren haben mit der wissenschaftlich beschriebenen Gattung nicht viel zu tun. Und die ihnen zugeschriebenen, sich von Film zu Film steigernden intellektuellen Fähigkeiten, sind völlig übertrieben. Die Szene gegen Ende, in der die Menschen von mehreren Raptoren umzingelt und zur Herausgabe der gestohlenen Eier gezwungen werden, ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Dies ist aber der einzige richtige Schwachpunkt des Films.
Nicht zuletzt aufgrund der kurzen Spieldauer, der verbesserten Spezialeffekte und des völligen Verzichts auf unnötige Handlungsstränge unterhält Jurassic Park III ganz ausgezeichnet, ohne jedoch an die Klasse des ersten Teils heranreichen zu können.
Mommy's very angry.
Das Ergebnis ist in jeder Hinsicht enttäuschend. Bei den Effekten ist kein Fortschritt zu verzeichnen, sie entsprechen dem Niveau derer des ersten Teils. Es gibt zwar einige neue Saurier, jedoch spielen diese keine große Rolle, abgesehen von den (ziemlich coolen) fleischfressenden Compsognathus. Die mit Abstand beste Szene des Films ist die, in der diverse Saurier das Camp der Großwildjäger zerlegen. Danach werden nur die bereits hinlänglich bekannten Muster aus dem ersten Teil aufgewärmt. Die Hauptbedrohung geht dabei wieder von Tyrannosaurus (die dieses Mal als Paar auftreten) und den Velociraptoren aus. Kennt man schon, hat man alles schon gesehen. Ergänzt wird dies um diverse Versatzstücke aus anderen Filmen, wobei insbesondere King Kong Pate stand. Dies gipfelt dann in der völlig blöden Idee, einen lebenden Tyrannosaurus samt Nachwuchs nach San Diego zu bringen. Wie originell! Lustigerweise wurde die Crew des Transportschiffes unterwegs in Fetzen gerissen, der Tyrannosaurus ist bei der Ankunft jedoch noch eingesperrt. So geht das in einem fort. Nichts passt zusammen, alles bleibt Stückwerk. Über die inhaltliche Leere habe ich mich ja weiter oben schon ausgelassen.
Natürlich kann man mit dem Film immer noch seinen Spaß haben, denn die Wiederbelebung der Dinosaurier am Bildschirm ist als solche immer noch eine Schau. Für eine ambitionierte Fortsetzung eines der bis dahin erfolgreichsten Filme überhaupt ist das aber viel zu wenig. Und so teilt The lost Word das Schicksal so vieler Fortsetzungsfilme und ist nicht mehr als ein müder Abklatsch des ersten Teils, dem er nicht einmal ansatzweise das Wasser reichen kann.
Life finds a way.
Laura Dern nervt mich mit ihrer übertriebenen Mimik heute immer noch so wie damals, doch die übrigen Darsteller machen die Sache gut, allen voran natürlich Sir Richard Attenborough, der den Parkbetreiber absolut liebenswürdig verkörpert. Obwohl er gewinnorientiert ausgerichtet ist, ist er alles andere als ein gewissenloser Kapitalist, sondern wirkt eher wie ein großes Kind, das sich einen Jugendtraum erfüllt hat. Und spätestens nachdem die elektrischen Zäune ausgefallen sind, treten finanzielle Interessen gegenüber den Sorgen um seine Enkelkinder in den Hintergrund.
Jurassic Park bietet Spannungskino par excellence, wie man es in dieser Güteklasse selten findet.
Jetzt moch'i di Bahn dicht!
I just missed your heart.
You two are the most fucked-up people I've ever known.
I am the blood!
Time to mow the lawn.
Für den dritten Teil wurde der Australier Patrick Hughes als Regisseur verpflichtet, der zumindest für mich bisher ein unbeschriebenes Blatt war. Seine Arbeit macht er über weite Strecken sehr ordentlich, auch wenn er sich inszenatorisch nicht immer ganz auf der Höhe zeigt. Hin und wieder fällt es schwer, in dem Kampfgetümmel den Überblick zu behalten. Neben den bisher bekannten Altstars kommt eine Reihe illustrer Namen dazu wie Antonio Banderas, Wesley Snipes, Harrison Ford oder Mel Gibson. Ein Gewinn ist in jedem Fall die Verpflichtung der Mixed-Martial-Arts-Kämpferin Ronda Rousey, die nicht nur ganz ansprechend aussieht, sondern auch richtig kämpfen kann. Die rasante Inszenierung hält das Tempo durchgehend hoch und lässt kaum Zeit zum Luftholen. Trotz der recht stattlichen Spieldauer von gut zwei Stunden gibt es keinerlei Durchhänger. Danach fühlt man sich wie frisch gebadet.
Solide inszenierter und leidlich spannender Thriller ohne besondere
Momente. Ganz offensichtlich keine Herzensangelegenheit des Dänen,
sondern die klassische Auftragsarbeit. Die Story bietet Altbekanntes,
die Darsteller machen ihre Sache ordentlich, das Sounddesign ist
gelungen und sorgt für den ein oder anderen Schockmoment. Und die
Bornedal-typische Szene in der Leichenhalle gibt's auch. Gruselig ist
das alles nicht, aber ganz nett anzuschauen. Durchaus unterhaltsam, aber
ohne großen Erinnerungswert. Der Mann hat weitaus bessere Filme gemacht.
War has already begun.
I believe it is easier for people to survive on this train if they have some level of insanity.
Der Südkoreaner Bong Joon-ho schuf mit Snowpiercer einen höchst unterhaltsamen Film, der sich des aktuellen Zeitgeists bedient, um die oben geschilderte Ausgangssituation zu schaffen. Es gehört nicht viel Phantasie dazu sich auszumalen, dass – wäre der Film 30 Jahre früher entstanden – als Begründung für die globale Eiszeit wahrscheinlich der Fallout einer nuklearen Katastrophe hätte herhalten müssen. Der Film würde ansonsten genauso funktionieren. In Zeiten, in denen niemand mehr Angst vor Atomwaffen hat, schürt man eine irrationale Angst vor dem Klimawandel. Vor irgendwas muss der Mensch ja schließlich Angst haben. Der Film funktioniert dann auch nach dem gleichen Schema: die Macht der Zugbetreiber baut in erster Linie auf die Angst der Passagiere vor einem Leben in der eisigen Kälte bzw. der Unmöglichkeit desselben, und so wird keine Gelegenheit ausgelassen, diese Angst weiter zu befeuern. Sei es durch mittelalterlich anmutende Bestrafungsaktionen wie das erzwungene Abfrieren von Gliedmaßen oder die einer Hirnwäsche gleichende Unterrichtung der Kinder der wohlhabenden Passagiere, die den lebenserhaltenden Motor der Lokomotive beinahe wie eine Gottheit verehren.
Eine große Stärke des Films ist, dass die Handlung sich immer wieder in eine Richtung entwickelt, die schwer vorherzusehen ist. Zudem ist Bong in der Ausgestaltung der Details erfreulich konsequent und geht keine Kompromisse ein. Dies zieht sich durch bis zum bitteren Ende, das in seiner unnachgiebigen Konsequenz ziemlich verstörend ist. Und dennoch bleibt am Schluss ein Hoffnungsschimmer, verkörpert durch den Eisbär, der beweist, dass ein Leben unter den unwirtlichen Bedingungen der Außenwelt möglich ist.
I guess they got the wrong guy.
Was Bornedal geritten hat, nur drei Jahre nach seinem phantastischen Debut ein englischsprachiges Remake mit US-Darstellern zu drehen, weiß wohl nur er selbst. Wahrscheinlich zielte er damit auf eine vermeintlich größere Publikumsgruppe auf dem amerikanischen Markt ab oder war schlichtweg von monetären Motiven getrieben. Von allen entbehrlichen Remakes der Filmgeschichte ist das hier wohl eines der überflüssigsten: die Story wurde zum Original kaum verändert, allerdings wurden Kürzungen vorgenommen, die dazu führen, dass einige der besten Szenen nicht mehr vorhanden sind. Beispielhaft seien die Verunglimpfung des Andersen-Denkmals oder die Sex-Szene in der Leichenhalle genannt, wobei es von der Letztgenannten kurioserweise immerhin die Spermaspuren in den fertigen Film geschafft haben. Die Darsteller sind bei weitem nicht so sympathisch wie im Original – Patricia Arquette sieht immerhin besser aus als Sofie Gråbøl - und die bedrohliche Atmosphäre desselben gelang es nicht einmal ansatzweise zu reproduzieren.
Unter dem Strich bleibt dennoch ein stimmiger und recht gelungener Thriller, den man in Unkenntnis des weitaus besseren Originals durchaus genießen kann; im direkten Vergleich jedoch schmiert er gnadenlos ab.
Look at you, with your 48 percent body fat!
Für einen ausgemachten Arnie-Fan wie mich immer noch genug Gründe, anderthalb Stunden Lebenszeit auf die Sichtung des Streifens zu verwenden. Und die Schlusseinstellung ist sogar richtig toll, wenn Arnie sich - tödlich getroffen - an einem Bartisch niederlässt, um sich einen letzten Drink und eine letzte Zigarre zu genehmigen, zufrieden dreinblickend und mit sich im Reinen, weil seine Rachemission vollendet ist.