Your quality will be known among your enemies, before ever you meet them, my friend.
Und zu meinem großen Erstaunen ist die neue Fassung ein ganz anderer
Film als der sinn- und seelenlose Murks, den uns Scott anno 2005
aufgetischt hatte. Plötzlich bekommt die Figur des Balian Herz und
Seele, plötzlich kann man seine Wandlung vom einfachen Hufschmied zum
Verteidiger Jerusalems nachvollziehen. Die ganze Story erscheint in
einem anderen Licht und ergibt endlich Sinn. Ich hätte es nie für
möglich gehalten, aber in der erweiterten Fassung ist Kingdom of Heaven ein richtig guter Film mit nur wenigen Schwachpunkten, zu denen in erster Linie der stellenweise zu pathetische Score zählt.
Möglicherweise war ich bei der Erstsichtung auch ungewöhnlich schlecht
drauf und ich tue der Kinofassung jetzt Unrecht (die Tatsache, dass ich
mich nur noch schemenhaft erinnern kann, trägt das ihre dazu bei), aber
das ist ja letztlich egal. Entscheidend ist, dass mich die vorliegende
Fassung über die gesamte Spieldauer vorzüglich unterhalten und mir zudem
einen tiefen Einblick in die Geschehnisse um die Eroberung Jerusalems
durch Saladins Truppen im Jahre 1187 gewährt hat, auch wenn sich Scott
respektive William Monahan, der für das Drehbuch verantwortlich
zeichnet, natürlich einige Freiheiten genommen und die Geschichte im
Dienste des Films etwas umgedichtet haben. Ich bin mir jedenfalls
ziemlich sicher, dass dies hier nicht meine letzte Sichtung war.
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