Fuck the world!
Stallone machte es sich hier etwas zu einfach: er
kombinierte die ohnehin schon schwachen Storys der Teile 2 und 3,
wählte irgendeinen aktuellen Konflikt als politischen Hintergrund (in
dem Fall Birma, wohl wegen der geographischen Nähe zu Thailand, Rambos
Wohnort in Teil 3) und fertig ist der Actionlangweiler aus der Retorte.
Da aber sogar Stallone erkannte, dass dies wohl nicht langen würde,
reicherte er den Brei noch mit den derbsten Gewaltszenen an, die ich
seit langer Zeit gesehen habe. Die offizielle Lesart ist natürlich, dass
er damit auf das Schicksal der Menschen in Birma aufmerksam machen
will, allein - seine Motive sind zu durchsichtig. Man provoziert mit
Bildern von massakrierten Babys und Kindern, die lebendig ins Feuer
geworfen werden und zeigt bei jeder Gelegenheit, wie furchtbar böse die
Militärjunta in Birma doch ist. Und der fiese Obermotz trägt natürlich
'ne coole Sonnenbrille.
Das alles wäre noch zu verschmerzen, wenn wenigstens anständige Action
geboten würde, denn einen ernsthaften Kriegsfilm konnte von Stallone
niemand erwarten. Doch auch hier enttäuscht Rambo.
Teil 2 begeisterte wenigstens noch mit erstklassigen Actionszenen, die
einem über die dünne Story hinweghalfen. Teil 4 hingegen bietet nichts
dergleichen. Über weite Strecken wirkt er so, als habe man die
schlechtesten Elemente aus den beiden Vorgängern übernommen und die
guten Szenen weggelassen. Zu allem Überfluss sieht Stallone auch noch
aus wie eine geschminkte Tunte im Siegfried-und-Roy-Gedächtnislook. Ich
wartete die ganze Zeit darauf, dass er eine Peitsche auspackt und ein
paar weiße Tiger um die Ecke kommen. Leider vergebens.
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