It's too late.
Den Kultstatus, den Adrian Lynes flaches Erotik‑Drama bis heute bei manchen genießt, kann man aus heutiger Sicht nur schwer nachvollziehen.
Kim Basinger spielt die naive, unsichere Elizabeth zwar solide, doch weder ist sie besonders attraktiv, noch besitzt sie eine spürbare erotische Ausstrahlung. Keine guten Voraussetzungen für die Hauptrolle in einem Erotik-Drama. Mickey Rourke agiert solide, aber irgendwie mit angezogener Handbremse. Immerhin merkt man dem Film die angeblichen Spannungen zwischen den beiden nicht an; die Chemie scheint zu funktionieren, auch wenn sie dramaturgisch kaum genutzt wird.
Das Grundproblem von Lynes Film ist jedoch ein anderes: Er ist schlicht langweilig. Im Kern passiert erstaunlich wenig. Statt einer Entwicklung reiht der Film belanglose Szenen aneinander, die weder Spannung noch emotionale Tiefe erzeugen. Die knapp zwei Stunden ziehen sich wie Kaugummi.
Hinzu kommt, dass der Film sich selbst viel ernster nimmt, als es sein dünnes Drehbuch hergibt. Die Beziehung zwischen Elizabeth und John bleibt oberflächlich, ihre Dynamik schematisch. Weder entsteht psychologische Spannung, noch erotische Intensität - zwei Elemente, die ein Film dieses Genres zwingend bräuchte.
Letztlich wirkt Nine 1/2 Weeks wie eine entschärfte, weichgespülte Variante von Ultimo tango a Parigi. Eine Art Letzter Tango für Arme.
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