You mean all this time we could have been friends?
Die beiden rivalisierenden Schwestern machen sich gegenseitig das Leben schwer; Jane, die die hilflose Blanche zunehmend von der Außenwelt abschirmt, indem sie ihr zunächst das Telefon und später die Notrufklingel wegnimmt und sie unter immer stärkeren psychischen Druck setzt und Blanche, die immer wieder die Klingel bemüht, um Jane zu drangsalieren oder ihr ihren wiederaufgeflammten Ruhm durch die Fernsehausstrahlungen genüsslich unter die Nase reibt. Und dass sie keineswegs das unschuldige Opfer ist, das sie zunächst zu sein scheint, wird spätestens durch den Plottwist am Ende deutlich.
Bette Davis liefert eine grandiose Leistung ab, voller Mut zur Hässlichkeit und Überzeichnung, zur völligen Hingabe an eine Figur, die zwischen Tragik und Groteske pendelt. Dabei gelingt es ihr, phasenweise so etwas wie Mitgefühl für Jane zu evozieren. Joan Crawford macht ihre Sache ebenfalls gut, bleibt aber stärker im Rahmen des klassischen Star‑Images - kontrolliert, adrett, fast schon zu beherrscht für das emotionale Chaos, das sie umgibt. Auch Victor Buono als Edwin Flagg ist eine Bereicherung: ein verschrobener, leicht opportunistischer junger Mann, der mit seiner Mischung aus Naivität und Berechnung perfekt in dieses Gefüge passt.
What ever happened to Baby Jane? ist eine düstere Studie über zerbrochenen Ruhm und familiäre Abgründe, die vor allem durch ihren kammerspielartigen Charakter und eine klaustrophobische Grundstimmung besticht. Spannend bis zum gelungenen Ende, das offen lässt, ob Blanche die Tortur überlebt hat.
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